Paul Sauer
            B e i l h a r z - C h r o n i k
      Die Geschichte eines Schwarzwaelder Bauern- und Handwerksgeschlechts
      vom 15. Jahrhundert bis heute in Deutschland, Palaestina und Australien
         
1. Erste nachweisbare direkte Vorfahren: Die Beilharz in Reinerzau

Landrat a.D. Helmuth Maier, Nuertingen, hat 1965 in langwieriger gruendlicher Forschungsarbeit aufgrund der Standesamtsunterlagen und der Kirchenbuecher die Kette der Vorfahren von Ludwig Beilharz (geboren am 16. Februar 1903 in Haifa) bis ins 16. Jahrhundert zurueckverfolgt. (Die Stammtafel ist im Besitz von Ludwig Beilharz, siehe Anhang). Der frueheste Ahne, den er ermitteln konnte, war der Bauer Otmar Beilharz in Reinerzau (Gemeinde Alpirsbach). Otmar und seiner Frau Anna, geb. Pfeiffer, wurde am 5. Maerz 1559 ein Sohn Benedikt geboren. Bereits ein Jahr zuvor war Otmar im Musterungsregister des Amts Alpirsbach zusammen mit Jung Hanns Beilhartz (Bilhartz) aufgefuehert (HStAst: A 28a Liste 198). Nach 1559 laesst er sich freilich nicht mehr nachweisen. Vermutlich ist er bald gestorben. Ein Wegzug an einen anderen Ort ist wenig wahrscheinlich, da der Sohn Benedikt spaeter in Reinerzau ansaessig war. Nun war Otmar nicht der erste Traeger des Namen Beilharz in dem kleinen zur Klosterherrschaft bzw. seit der Reformation zum wuerttembergischen Klosteramt Alpirsbach gehoerenden Dorf.

Wir wissen nicht, wann sich der erste Beilharz hier niederliess. Sehr wahrscheinlich ist dies erst um oder bald nach 1500 der Fall gewesen. 1460 jedenfalls war, wie das Lagerbuch des Klosters Alpirsbach von jenem Jahr ausweist (HStASt: H 102, Klein Alpirsbach, Band 48), noch kein Angehoeriger des Geschlechts in Reinerzau ansaessig. Das Herdstaettenverzeichnis von 1525 nennt als Einwohner und Hausbesitzer Hans Bylhartz (HStASt: A 54a Steuerliste 51). Nach der Behausung (Herstaette) im Wert von 10 Gulden, die Hans Bylhartz besass, duerfte er nur ueber ein bescheidenes Vermoegen verfuegt haben. Allerdings scheinen die Haeuser in Reinerzau damals insgesamt von mehr oder minder armseliger Beschaffenheit gewesen zu sein. Lediglich eines von den 17 Haeusern des Dorfes war mit 25 Gulden veranschlagt. Der Wert von drei Wohngebaeuden wurde mit je 20 Gulden, der von fuenf mit je 15 Gulden sowie der von acht mit je 10 Gulden angegeben. Alle diese Haeuser zaehlten damit, vergleicht man sie mit den fuer die Herdstaetten anderer Orte festgesetzten Werte, zu den niedrigsten Kategorien der Wohnbauten jener Zeit im Herzogtum Wuerttemberg. Drei Buerger besassen uebrigens keine Behausung. Das Herdstaettenverzeichnis stellt fest: Haben nichz.

Hans Beilharz duerfte der erste Angehoerige der Beilharz-Sippe gewesen sein, der kuerzere oder laenger Zeit in Reinerzau wohnhaft war. Woher er kam bzw. woher er stammt, laesst sich nicht klaeren. Darueber hinaus bleibt die Frage offen, ob eine enge verwandschaftliche Beziehung zwischen ihm und den GUtacher Beilharz bestanden hat. Diese Frage laesst sich auch bei Mathis Beilharz (Bilhartz) nicht beantworten, der 1527 bezeugt ist: Mathis uss dem Kaltbrunnen, also aus naechster Naehe von Reinerzau, war vom Alpirsbacher Abt ins Gefaengnis geworfen worden, weil er gegenueber Hanssmann Spitz in Reinerzau (Rennhartzow) in einer Lehensangelegenheit vertragsbruechig geworden war. Er erlangte seine Freiheit zurueck, nachdem er geschworen hatte, mit Weib und Kindern aus der Klosterherrschaft zu ziehen und nur mit ausdruecklicher Erlaubnis des Abts zurueckkehren. (HStASt: A 470 Bue. 82). Im Jahr 1542 wird Michel Beilharz (Bulhartz) in Reinerzau die Entrichtung von 1 Gulden, d.h. von einem Zweihundertstel seines Vermoegens, als Tuerkensteuer auferlegt (HStASt: A 54a Steuerliste 168). Sein Gesamtvermogen war danachauf 200 Gulden geschätzt. Michel gehörte zu den begüterten Bürgern des armen Dorfes, von dessen 32 Steuerpflichtigen die zwei wohlbabendsten eine Steuer von je 2 Gulden, weitere vier eine solche von je 1 bis 2 Gulden aufbrachten. Die Steuerleistung der Einwohnerschaft betrug insgesarnt 15 Gulden 2 Kreuzer. Drei Jahre später hatten sich die wirtschaftlichen Verhältnisse der Reinerzauer Bürger noch verschlechtert. Das Aufkommen der 32 Steuerpflichtigen des kleinen Ortes an Türkensteuer sank auf 13 Gulden 18 Kreuzer ab. Nur noch ein Einwohner versteuerte ein Vermögen von 400 Gulden, vier weitere ein solches zwischen 200 und 400 Gulden. Die Vermögenswerte der übrigen 27 Steuerpflichtigen lagen alle unter 200 Gulden. Michel Beilharz entrichtete auch diesmal eine Steuer von 1 Gulden*.

Durch eine im Jahr 1532 vorgenommene Zinserneuerung der Pfarrkirche auf dem Roßberg wissen wir, daß Michel Beilharz damals zu den Hofbesitzern in der Wüste, im nördllichen Teil von Reinerzau, gehörte**. Sehr wahrscheinlich hatte er den Hof, den er wohl Ende der 1550er Jahre mit einem Gut auf dem nahen Vogelsberg vertauschte, von seinem Vater übernommen. Neben Michel Beilharz werden als Hofinhaber Michel Waltz und Lenntzi Rapp genannt. Lenntzi Rapp muß bald nach 1532 gestorben sein oder sein Gut veräußert haben, denn ein Nachtrag von anderer Hand in der Zinserneuerung der Pfarrkirche auf dem Roß- berg vermerkt als Besitznachfolger Conradt Gluckt, der auch 1564 den Hof noch bewirtschaftete. Ein Vergleich der knappen Angaben der Zinserneuerung von 1532 über die flauem in der Wüste mit den entsprechen den Einträgen in den Lagerbüchern des Klosters Alpirsbach von 1564, 1642 und 1800 ermöglicht den gesicherten Schluß, daß es sich bei dem Hof, der 1532 im Besitz von Michel Beilharz war, um den späteren Jungbauernhof handelte, den 1564 Jerg Sauer innehatte***: Im Alpirsbacher Lagerbuch von 1564 heißen nämlich die Inhaber der drei Höfe in der Wüste Gall Waltz, Conradt Glückht und Jerg Sauer. Da Gall waltz ein Sohn oder ein sonstiger naher Venvandter des Michel Waltz von 1532 gewesen sein dürfte und Conradt Glückht (Glück), wie enrwähnt, bereits früher als Inhaber eines Hofes nachweisbar ist, kann Jerg Sauer nur der Besitznachfolger von Michel Beilharz gewesen sein.

Im Besitz des Hofes von Jerg Sauer bzw. Michel Beilharz haben in den folgenden Jahrhunderten verschiedene Bauemgeschlechter einander abgelöst. 1642 hieß der Inhaber des Hofs Michael Heinzelmann, 1651 Michael Gruber, 1673 Johann Jakob Schillinger und 1800 Hans Jörg Schillinger. In der ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts erfuhr der Hof vor allem durch den Erwerb ausgedehnter Waldungen eine Vergrößerung um ein Mehrfaches seines früheren Umfangs, wurde aber dann nach 1853 unter neun Erben aufgeteilt. 
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*Ebd. Steuerliste 172. 
**Albert Hiß, Kaltbrunn-Wittichen einst und jetzt S.213. 
***Fürstlich Fürstenbergisches Archiv Donaueschingen: Kloster Wittichen,Schaffnei Wittichen, Litt.: C/Rosenberg; HStASt: H 102 Kl. Alprsnbach Bd.51, 52 und 87; Walter Heinzelmann, Reinerzau in Vergangenheit und Gegenwart S.1 ff. 
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Den Kernbestandteil des Hofs erwarb 1883 Wilhelm Heinzelmann, der diesen mit Grundstücken, die im Erbwege an ihn und seine Frau gelangten, wiederum beträchtlich erweiterte. Im Jahr 1928 übernahm den Hof der Sohn Johannes Heinzelmann, dessen Witwe heute die Besitzerin ist.* 
Eine genaue Beschreibung des Jungbauernhofs liegt aus dem Jahr 1800 vor**. Sie spiegelt aber, zumal sich der Hof in seinem Güterbestand im Vergleich zum 16.Jahrhundert bis dahin nicht wesentlich veraendert hatte, sehr viel frühere Verhältnisse wider. Den Mittelpunkt des Guts bildete die jenseits der Roßberger Steige gelegene zweistöckige Behausung mit der unter einem gemeinsamen Dach befindlichen Scheuer, der besonders überdachte Keller und der Brunnen. An weiteren Gebäuden wies der Hof ein 1794 neuerrichtetes Leihgedinghäuschen mit einer Backküche sowie eine mit Genehmigung des herzoglichen Kirchenrats 1793 erbaute Hausmahlmühle mit einem Gerb- und einem Mahlgang auf. 1812 brannte übrigens das Anwesen bis auf das Leibgedinghaueschen ab. Es wurde nicht wieder aufgebaut. Der Inhaber des Jungbauernhofs übersiedelte nach einer Tauschvereinbarung mit dem Theußhauern in das Vorderdeis-Anwesen***. 
Die Grundstücke des Hofs, insgesamt l32 5/8 Morgen 13 3/4 (Quadrat-)Ruten, verteilten sich im Jahr 1800 auf drei Güterkomplexe, die bereits 1532 erwähnt

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*Ebd. 
**HStASt: H 102 Kl. Alpirsbach Band 87 S. 13a 
***Walter Heinzelmann S. 1 und 3. 
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sind, damals der Kirche auf dem Roßberg jeweils einen bestimmten Jahreszins entrichteten und ohne Zweifel einmal zu verschiedenen Besitzeinheiten gehört hatten. Der erste Distrikt, auf dem sich auch die Wohn- und Wirtschaftsgebäude befanden, bestand aus 6 3/4 Morgen Wildäckern, 3 Morgen zwei- und 9 3/4 Morgen einmähdigen Wiesen sowie aus knapp 9 Morgen ,Weid- und Frözfeld. Das zweite Areal umfaßte 1 1/2 Morgen Wildäcker und Weidfeld, annähernd 6 Morgen einrnaehdige Wiesen, ungefähr 6 Morgen Weid- und Frözfeld sowie 45 1/2 Morgen Wald. Der dritte Bezirk war ein 44 1/4 Morgen großer Wald, der Heilenberger Wald. Auf die damals wie schon Jahrhunderte früher in Reinerzau betriebene Art der landwirtschaftlichen Bodennutzung, die Feldgraswirtschaft - das Vorkommen von Wildäckern ist etwa ein Indiz dafür -, wird noch in anderem Zusarnmenhang einzugehen sein*. 
Der Hof entrichtete im Jahr 1800 an das Kloster Wittichen (Pfarrei Roßberg) 8 Kreuzer 3 Heller Zins sowie den Zehnt. Die Herrschaft Württemberg erhielt 3 Vierling Vogthaber, aus den beiden Hofstätten, auf denen das Haus des Hofbauem und das Leibgedinghäuschen standen, auf Martini je eine alte Henne und im Herbst je ein junges Huhn, aus der Handmahlmühle 15 Kreuzer sowie 1 Simri Kernen (gegerbter, d.h. enthülster Dinkel). 
Vielleicht war Michel der Sohn des Hans Beilharz. Ob er indessen, wie Helmuth Maier annimmt, der Vater des Otmar war, erscheint fraglich. In der Musterungsliste des Amts Alpirsbach von 1536** ist er nicht genannt. Möglicherweise war er damals noch nicht im wehrfähigen Alter. Allerdings umfaßt dieses Verzeichnis schwerlich alle waffenfähigen Männer von Reinerzau. Manches spricht jedoch dafür, daß er erst nach 1536 18 Jahre alt und damit landwehrpflichtig wurde, so die Tatsache, daß er bis 1583 in den Musterungsregistern vorkommt. Wenn man für 1583 von einem Alter von 59 Jahren ausgeht - bis zur Vollendung des 60. Lebensjahrs waren die Männer wehrpflichtig -, dann hätte er 1524 das Licht der Welt erblickt. Der Vater des um 1535 gehorenen Otmar könnte er, falls diese Annahme zutrifft, nicht gewesen sein, allenfalls dessen Bruder. Hingegen ist nicht auszuschließen, daß er nach dem frühen Tod des Vaters schon im Kindesalter Inhaber eines Hofs in der Wüste wurde, als der er 1532 nachzuweisen ist,

Wir haben aber - und dies müssen wir nachdrücklich feststellen - keine Gewißheit darüber, daß es sich bei dem zwischen 1532 und 1583 bezeugten Michel Beilharz um ein und dieselbe Person handelt. Schon im Hinblick auf die im Vergleich zur Gegernvart verhältnismäßig kurze durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen des l6.Jahrhunderts ist es durchaus möglich, daß uns hier zwei gleichnamigeMitglieder der Beilharz-Sippe entgegentreten. In den Alpirsbacher Rechnungen ist die Nachricht überliefert, daß im Jahr 1535 ein Mlichel Beilharz (Büllhartz) mit einigen anderen zusammen vom Kloster Roggen kaufte***.

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3 Vergleiche S.46 f. 
54 HStASt: A 28. Liste 74. 
55 HstASt: A 303 Basd 249

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Es ist kaum anzunehmen, daß ein damals erst etwa zwölf Jahre alter Junge diesen Kauf tätigte. Ferner bereitet es, falls man von einer solchen Trennung in einen älteren und einen jüngeren Michael Beilharz ausgeht, keine Schwierigkeiten, Otmar als Sohn dem älteren Michael zuzuordnen und darüber hinaus in dem im Alpirsbacher Musterungsregister von 1558 unter Reinerzau genannten Jung Hans Beilharz einen zweiten Sohn des älteren Michel zu sehen* Vielleicht war jung Hans Beilharz aber auch ein Sohn des 1525 erwähnten Hans Beilharz. Doch wollen wir diese Überlegungen nicht weiterführen, da die befragten Quellen so oder so nur ein unzulängliches Licht in dieses genealogische Dunkel zu bringen vermögen.

Michel Beilharz tauchte im Jahr 1558 plötzlich in dem benachbarten Stab (Gemeinde) Ehlenbogen auf. Er hatte auf dem zu diesem gehörenden Vogelsberg einen größeren Besitzkomplex erworben. Das Lagerbuch des Klosters Alpirsbach von 1560 gibt über die herrschaft lichen Rechte und die Besitzverhältnisse auf dem Vogelsberg eingehend Aufschluß, darunter auch über die Lehen und Güter, die Michel Beilharz damals innehatte ** Diese Beschreibung ist rechts-, sozial- ud wirt schaftsgeschichtlich so interessant, daß wir sie nicht übergehen wollen.

Die fünf Bauern auf dem Vogelsberg, auch Meier genannt, trugen ihren Besitz vom Kloster Alpinbäch zu Lehen. Sie waren diesem gegen über zu gemein Dienst und Fron verbunden. In das Belieben des Klosters war es gestellt, die Dienste anzunehmen oder dafür eine Geldpauschale zu fordern. Seit Menschengedenken begnügte sich das Kloster mit einem Geldbetrag von 2 Pfund 10 Schilling Hiervon hatte Michel Beilharz 10 Schilling aufzubringen. Alpirsbach stand weiterhin der Große Fruchtzehnt, nämlich der zehnte Teil des Ertrags an Haber und Roggen zu. Von jedem auf dem Vogelsberg gefallenen (geborenen) Kalb erhielt es 1 Pfennig Fünferwährung Kälbergeld, von jedem Haus, in dem Rauch, das heißt in dem sich eine Haushaltung befand, samt den jeweils zugehörigen Gärten und Gütern 6 Heller Fünferwährung.

Michel Beilharz besaß auf dem Vogelsberg der Sultzerin Gut, das zuvor Peter Steltzer, dann Ludwig Legeller und schließlich Anthonius Schuchmacher innegehabt hatten. Aus dem Gut mußte er der Klosterverwaltung an jährlichen Abgaben 7 Schilling 6 Heller Fünferwährung, 1 Scheffel 2 Simri 3 Vierling Haber, drei Fastnachtshennen und vier Herbsthühner entrichten. Das Gut war außerdem mit einem dreifachen Güterfall belastet, das heißt mit einer beim Tod des Inhabers oder beim Verkauf des Lehens zu leistenden Abgabe von drei Stück Großvieh.*** Aus einem zweiten Gut, dem Vöhlinsgut, von dem das Kloster nur einen Güterfall erhob, zinste er 2 Schilling 4'/2 Heller Fünferwährung sowie 3 Simri Haber, aus einer Hube, die nach dem alten Lagerbuch früher geteilt gewesen war, 8 Schilling 2 Heller, als Ersatz für den Heuzehnten 1 Schilling Fünferwährung, 1 Scheffel 7 Simri Haber, vier Herbsthuehner und zwei Schultern Vorderschinken

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*HStASt: A 28a Lise 128. 
**HStASt: H 102 Kl. Alpirsbach Band 52, S. 229a ff. 
***Gerhard Krienke, Ehlenbogen. Zur Struktur und Geschichte S.36f. 
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(Vorderschinken vom Schwein) *. Geld und Naturalabgaben unterschiedlicher Höhe leistete er ferner aus einer Hofraite am Steg, auf die er sein Haus gebaut hatte, aus einer Hofstatt, ebenfalls am Steg, sowie aus dem sogenannten Kaisers Lehen und dem Waltzen Gut.

Alle diese Güter und Lehen waren nachweisbar seit hundert Jahren, wahrscheinlich aber noch länger, in einer Hand.** Die ihnen jeweils zugehörigen Grundstücke ließen sich nicht mehr feststellen. Sie bildeten daher einen einheitlichen Besitzkomplex und wurden gemeinsam bewirtschaftet. 
Die Bezeichnungen der einzelnen Güter, so beispielsweise der Sultzerin Gut, sind bereits im Alpirsbacher Lagerbuch von 1460 erwähnt. Sie spiegeln frühere Besitzverhältnisse wider. Aller Wahrscheinlichkeit nach waren die Bauernstellen auf dem Vogelsberg vor der Mitte des 1 5.Jahrhunderts beträchtlich kleiner und damit zahlreicher gewesen. Diesen Schluß legen etwa auch die drei Güterfälle nahe, die beim Tod des Inhabers aus der Sultzerin Gut gegeben werden mußten. Die Entrichtung des besten Haupts Vieh bei Besitzveränderungen an das Kloster Alpirsbach bezog sich gewöhnlich auf ein bestimmtes Gut. Wenn hier jedoch ein dreifacher Güterfall, also drei Stück Großvieh, aus einem Hof erhoben wurde, mußte dies seine besondere Bewandtnis haben. Vielleicht läßt sich dies darauf zurückführen, daß der Sultzerin Gut aus mehreren Bestandteilen zusammengewachsen oder daß seine Nutzfläche erheblich größer als die anderer Güter war. Wie immer es aber auch gewesen sein mag, der Güterkomplex, den 1560 Michel Beilharz auf dem Vogelsberg innehatte, setzte sich aus mehreren alten Lehengütern zu sammen, die sich seit Mitte des 15.Jahrhunderts in einer Hland befanden.

Das Alpirsbacher Lagerbuch von 1560 beschrieb exakt die Grenzen des Beilharzschen Gesamtbesitzes auf dem Vogelsberg, wobei es die einzelnen Grenzzeichen, die Lauchen, die mit dem Beil in Tannen, Birken und Eichen eingehauen waren, sowie die Grenzsteine angab. Neben Äckern, Wiesen und Waldungen umfaßte der Güterkomplex auch Wild- und Weidfelder, die für die in diesem Teil des Schwarzwalds damals betriebene Feldgraswirtschaft charakteristisch waren und auf die wir in anderem Zusammenhang noch zurückkommen werden***. Der Anspruch von Beilharz auf einen Anteil an der Vogelsberger Allmend wurde durch das ihm zur Nutzung eingeräumte Allmendwäldchen abgegolten. 
Michel Beilharz vermochte den Vogelsberger Besitz nicht zu behaupten. Es mag sein, daß er sich beim Kauf finanziell übernommen hatte. Doch können es auch ganz andere Gründe gewesen sein, die ihn 1563, wie sich aus dem Musterungsregister für das Amt Alpirsbach für jenes Jahr ergibt,****veranlaßten, nach Reinerzau zurückzukehren.Jedenfalls war er hier bis zu seinem in den 1580er oder l590er Jahren erfolgten Tode wieder wohnhaft. Als Taufpate ist er im

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*Schulter: eine Fleischabgabe. 
**HStASt: H102 Kl. Alpirsbach Bd. 48 (Lagerbuch des Klosters Alpirsbach von 1460). 
***Vergleiche S.46 f. 
****HStASt: A 28a Liste 267. 
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Reinerzauerbuch in den Jahren 1570 bis 1574 erwähnt, seine Frau Anna (Maedchenname nicht bekannt) als Patin noch 1581.* 
In den 1540er und 1550er Jahren stoßen wir in der näheren: weiteren Umgebung von Reinerzau auf Träger des Namens Beilharz, ohne daß wir zu sagen vermögen, woher diese kamen und ob zwischen ihnen und den Gutachern bzw. den Reinerzauer Beilharz engere verwandtschaftliche Bindungen bestanden. Die Musterungsliste des Klosteramts Alpirsbach vom Jahr 1546 registriert in Betzweiler (Betzisweiler) einen KlausBHeilharz, die von 1553 in demselben Ort Alt Klaus Beilharz, Oswald Beilharz und Jung Clas (Klaus) Beilharz**. Da im Herdstättenverzeichnis von 1525 sowie in den Türkensteuerlisten von 1542 und 1545 in Betzweiler noch keine Beilharz vorkommen, mußte der 1546 und 1553 erwähnte (Alt) Klaus Beilharz mit seiner Familie unmittelbar zuvor zugezogen sein.

Die Seßhaftigkeit der Bevölkerung im 16.Jahrhundert war durchaus nicht so stark, wie wir heute anzunehmen geneigt sind. Der Tübinger Vertrag von 1514, das Grundgesetz des Herzogtums Württemberg, hatte den Untertanen der weltlichen Ämter das Recht des freien Zugs, das Recht zur Auswanderung, eingeräumt. Herzog Christoph hatte sodann bei der Bestätigung des Vertrags im Jahr 1550 dieses Recht auf die Hintersassen der Prälaten, also auf die Hintersassen der evangelischen Aebte der württembergischen Mannsklöster ausgedehnt****. Innerhalb des Herzogtums waren die Untertanen in ihrer Bewegungsfreiheit noch weniger beschränkt.

Leider sind die Quellen, die uns über die Bevölkerungsfluktuation des 16.Jahrhunderts in Württemberg Aufschlußgeben, sehr lückenhaft. Eine wertvolle Information n sind deshalb schon die Nachträge in dem Alpirsbacher Musterungsregister von 1563 über den Verbleib einzelner Wehrfähiger. Dort kann man etwa lesen: ist tot, ist hinweggezogen, ist aus der Herrschaft gezogen. Die Vermerke über Wegzüge, die wohl in den auf die Anlage des Registers folgenden Jahren ergänzt wurden, sind relativ häufig. - Ein solcher Vermerk bezieht sich, wie wir bereits erwähnten, auch auf den Wegzug von Michel Beilharz aus dem Gerichtsstab Ehlenbogen. - 

Wir können daraus entnehmen, daß der Wechsel des Wohnsitzes bereits damals nichts Ungewöhnliches war. Besonders regen Gebrauch von ihm machten naturgemäß Bauemsöhne, die zu Hause, weil der elterliche Hof etwa in die Hand von Geschwistern überging, nur bescheidene Lebens- und Erwerbsmöglichkeiten zu erwarten hatten. Doch selbst Familienväter nahmen Gelegenheiten wahr, anderwärts ihre wirtschaftlichen Verhaeltnisse zu verbessern. Freilich boten sich

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*Einleitung zur Stammtafel. 
**HStASt: A 28a Listen 135 und 155. 
*** HStASt: A 54a Steuelisten 51, 168 und 172. 
****Der Tübinger Vertrag vom 8. Juli 1514. Faksirnlie-Ausgabe aus Anlaß der 450-Jahrfeier. 1964. 
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solche Gelegenheiten nur in relativ geringer Zahl, und diese hielten nicht immer das, was sich die hoffnungsvoll gestimmten Interessenten von ihnen versprachen.

Klaus Beilharz kam 1545/46 nicht mit leeren Händen nach Betzweiler. Er erwarb dort sehr wahrscheinlich die untere Mühle und den zugehörigen Hof, beides Erblehen des Klosters Alpirsbach und bis dahin im Besitz von Hans Müller. Im Jahr 1560 hatte nämlich Oswald Beilharz Hof und Mühle inne. Oswald, 1553 erstmals in der Musterungsliste des Klosteramts Alpirsbach erwähnt, dürfte der Sohn des Klaus, der 1553 und 1558 der Alte genannt wird, gewesen sein. Die untere Mühle war 1560 neu gebaut. DreißigJahre später gehörte die Mühle Hans Beilharz, wohl dem Sohn des Oswald. Sie besaß nunmehr zwei Gänge, die obere Mühle jedoch wie schon 1560 bloß einen Gang*. Es mag Zufall gewesen sein, daß Klaus Beilharz, neben dem 1553 noch ein junger Klaus (Clas) Beilharz bezeugt ist, einen Vornamen trug, der bei den Gutacher Beilharz für das 15./16. Jahrhundert wiederholt belegt ist. Hierbei kann außer Betracht bleiben, ob es sich bei dem Gutacher Namenstrager Klaus um ein und dieselbe Person, wofür einiges spricht, oder um mehrere Personen handelte. Daß die Gutacher im Müllerhandwerk erfahren waren, beweist der Verkauf einer Sägmühle durch Klaus Beilharz im Jahr 1499. 
Etwas vermessen wäre es, in dem damals sehr verbreiteten Vornamen Hans, der bei den Trägern des Namens Beilharz in Gutach, Reinerzau und Betzweiler vorkommt, ein Indiz für eine blutmäßige Verbindung zwischen den drei Zweigen der Beilharz-Sippe sehen zu wollen. Doch darf in diesem Zusammenhang wenigstens darauf hingewiesen werden. 
In Betzweiler ist 1558 auch ein Lentzin Beilharz (Bülhartz) genannt**. Das Lagerbuch des Klosters Alpirsbach von 1560 führt hier als Hausbesitzer auch einen Jakob Beilharz (Beilhartz) auf***, der jedoch schon drei Jahre später nach Römlinsdorf (Rirnlinsdorff) verzogen ist****. Im Jahre 1583gehoerten Oswald, Theus und Hans Beilharz als Schützen der Betzweiler Landeswehrmannschaft an*****, von denen sechs Jahre darauf Oswald nicht mehr im Musterungsregister erscheint******. 1603 verzeichnet die Alpirsbacher Musterungsliste in diesem Ort als Musketierer Theiß Beilharz (Beyelhartz), als einfache Knechte Hans und Theiß Beilharz sowie bei den mannbaren und noch ledigen Söhnen den Musketierer Diet Beilharz*******.

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*HStASt: H 101 Bd. 396; H 102 Kl. Alpirsbach Band 107. 
**HStASt: A 28a Liste198. 
***HStASt: H 202 Kl. Alpirsbach Band 107. 
****HStASt: A 28a Liste 267. 
*****Ebd. Liste 353. 
******Ebd. Liste 371. 
*******Ebd. Liste 423. 
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Nach 1550 verbreitete sich der Name Beilharz noch weiter in der Nachbarschaft. 1558 erfahren wir den Namen eines Christian Beilharz,der seinen Wohnsitz in Alpirsbach oder in Rötenbach hatte. In Dornharn waren in jenem Jahr ein Clas und ein Hans Beilharz (Beulhartz) wohnhaft. 1560 befand sich unter den Dornhaner Haken- und Büchsenschuetzen der ebengenannte Hans Beilharz (Büchelhartz). 29 Jahre spaeter zählten die Waffenfähigen der Stadt Dornhan bereits vier Beilharz in ihren Reihen: Hans, Marte, Jakob und Klaus. Klaus ist nach ei ner Erklaerung, die er 1580 gegenüber dem Dornhaner Vogt Christoph abgegeben hat, aus Betzweiler zugezogen *. Jakob, über den ein entsprechender Herkunftsnachweis nicht erbracht werden kann, dürfte großer Wahrscheinlichkeit gleichfalls von dort gebürtig gewesen sein. 
Als Fazit unserer bisherigen Untersuchung ist festzuhalten: Abgesehen von Gutach lassen sich bis einschließlich 1545 lediglich in Reinerzau Beilharz nachweisen. Erst nach diesem Jahr wurde das Geschlecht in Reinerzau auch in verschiedenen anderen Orten des damaligen Klosteramts Alpirsbach heimisch. Dabei muß allerdings gesagt werden, dass dieses Ergebnis keineswegs gesichert ist. Es kann durch neue Quellenfunde wesentlich modifiziert oder auch gänzlich umgestoßen werden. Aufs Ganze gesehen - und auch dies muß nachdrücklich betont werden - ist die Quellenbasis für die Erforschung bürgerlicher Familien im 15. Jahrhundert und in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunde so schmal, daß es besonderer Glücksumstände bedarf, wenn die Generationenfolge einer solchen Familie lückenlos über das Jahr 1550 oder gar 1500 zurück aufgedeckt werden kann. 
Da die frühesten direkten Vorfahren von Ludwig Beilharz in Reinerzau ansässig waren, wollen wir dieses Dorf einmal etwas betrachten**. Der im Tal der Kleinen Kinzig gelegene Ort wurde 1254 erstmals urkundlich genannt. Er besaß zu diesem Zeitpunkt bereits eine Pfarrei und dürfte etwa hundert Jahre zuvor im Zuge der vor allem von Klöstern wie Hirsau, Alpirsbach, St. Georgen und St. Blasien getragenen Schwarzwaldkolonisation entstanden sein. Reinerzau gehörte zu der geroldseckschen Herrschaft Loßburg. Im Jahr 1500 verkauften es die Herren von Geroldseck noch vor dieser Herrschaft an das auch vorher schon auf der Ortsrnarkung begüterte Kloster Alpirsbach. Aus der Zeit vor 1500 sind über das Dorf nur ganz wenige Urkunden erhalten. 
Der Name der Siedlung lautete ursprünglich Reinhardesowe (1254), setzte sich also aus dem Personennamen Reinhard und der Lagezeichnung auwe, owe, aue (vom Wasser umflossenes Land, Insel oder Halbinsel, Flussniederung) zusammen. Im 16. und 17. Jahrhundert begegnen uns die Ortsnamenformen 
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* Ebd. Listen 198, 232 und 37l; A 47OBü 17 (Fischerstreit von 1580 in Betzweiler); 
**Beschreibung des Oberamts Freudenstadt (1858) S.298 ff.; ass Königreich Wuerttemberg Band 2 (1905) S.l08 und 137f..; Hans Rommel, Aus den Anfängen von Reinerzau. Zu seiner ersten Nennung im Jahr 1254, in: Freudenstädter Heimatblaetter, 8. Band Nr.2/12. November 1955; Karl-Heinz Günter, Zur Geschichte von Reinerzau, in: Freudenstaedter Heimatblaetter 8.Band Nr. 3/4 Februar 1956: Hermann Fischer, Reinhardtau-Reinerzau. Ein stilles Schwarzwaldtal - mit den Augen eines Kenners betrachtet, in: Stuttgarter Zeitung Nr.114/20.Mai 1964 S.17. 
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Rienhartzow, Rienhartzauw, Ruejenhartzaw und Renhartzow. Erst im 18.jahrhundert wandelte sich der Name unter dem Einfluß des auf der Markung des Dorfes auf dem Höhepunkt befindlichen Bergbaus in Reinerzau. Das Erz wurde als entscheidender Bestandteil in den Ortsnamen eingebracht und ist darin erhalten geblieben, obwohl der Bergbau vor nunmehr rund hundert Jahren endgültig wieder aufgegeben wurde. 
Doch zum Bergbau in Reinerzau noch einige Bemerkungen: Bereits in der Reformationszeit galt das Gebiet des Dorfes als erzreich. Eisen und Kobalt, Kupfer und gediegenes Silber wurden gefunden. Mit dem Abbau von Silbererzen begann hier Herzog Christoph von Württemberg. Im Lauf des 18.Jahrhunderts wurden mehrere Gruben, so die Grube Gabe Gottes, die Grube Dreikönigsstern, die Unerhoffte Glücks-Grube, die Herzog-Karls-Fundgrube und die St.-Franziska-Theresia-Fundgrube angelegt. Die Ausbeute entsprach jedoch in keinem Fall den Erwartungen. Auch der zwischen 1824 und 1870 betriebene Erzabbau lieferte ungünstige Resultate*. Der Bergbau wurde so nie zurHaupterwerbsquelle für die Einwohner. Vom Mittelalter bis zur Gegenwart hat die Land- und Forstwirtschaft dem Dorf sein Gepräge gegeben. 
Soweit die Quellen zurückreichen, bildet Reinerzau ein Konglomerat von großen, arrondierten Einzelhöfen, die links und rechts der kleinen Kinzig aufgereiht sind. Die sehr aufgelockerte Siedlungsform des Dorfes bedingt eine ungewöhnliche Längenausdehnung. Im 1930 erstreckte es sich in Nord-Süd-Richtung von einem Siedlungsende zum anderen rund 5 km. Dabei besaß es (1925) nur 421 Einwohner**. Die Höfe besitzen ein ausgesprochenes stattliches Aussehen. Sie haben nach Zahl und land- bzw. forstwirtschaftlicher Nutzflaeche zwischen dem Anfang des 16. Jahrhunderts und der Gegenwart einschneidende Veränderungen erfahren. Der Grund liegt darin, dass während dieser viereinhalb Jahrhunderte hier im wesentlichen an dem überkommenen Anerbenrecht festgehalten worden ist. Die Höfe gingen jeweils ungeteilt auf einen Erben, nämlich gewöhnlich vom Vater auf das jüngste Kind, Sohn oder Tochter, über. Die übrigen Kinderhatten, wie noch die Beschreibung des Oberamts Freudenstadt vom Jahr mitteilt, ihr Auskommen als Taglöhner zu suchen. 
Karl-Heinz Günter, der die Geschichte der Reinerzauer untersucht hat, behauptet, im Spätmittelalter habe es auf der Markung des Orts erheblich mehr Höfe gegeben als danach. Durch Vereinoedung um 1500 sei dann ihre Zahl von 29 auf 18 vermindert worden. Diese Zahl sei dann jahrhundertelang nahezu konstant geblieben. Den Nachweis für seine Feststellung über die Vereinödung zu Beginn der Neuzeit bleibt er uns indessen leider schuldig. 
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*Manfred Bräuhaeuser, Altwuerttembergs Bergbau im Alpirsbacher Klosteramt, in:WJbb 1910 S341ff 
**Gotthold Knödler, Wirtschafts,- und Siedlungsgeographie des nord-oestlichen Schwarzwaldes und der angrenzenden Gäulandschaften S.86; Wuertt. Staatshandbuch 1928 Teil 2 D.73. 
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Das Lagerbuch des Klosteramts Alpirsbach von 1564 führt für Reinerzau 20 Höfe und Lehen auf* Da im oberen Teil des Ortes, in der sogenannten Wüste, in jenem Jahr Gall Walltz ein aus zwei Höfen bestehendes Gut innehatte und im unteren Teil Georg Frickh ein Gut, das aus drei Lehen zusammengewachsen war, bewirtschaftete, so teilten sich insgesamt 17 Bauern in die 20 Höfe. Die hier dargelegten Verhältnisse waren 1642, mitten im Dreißigjährigen Krieg, mehr oder weniger noch dieselben. Die nominelle Hofzahl betrug wie früher 20. Weil jedoch weitere zwei Höfe in eine Hand geraten waren, war die Zahl der bäuerlichen Lehenträger auf 16 geschrumpft**. Dies mag kriegsbedingt gewesen sein. Allerdings wurde das Klosteramt Alpirsbach nicht so schlimm von der Kriegsfurie verheert und erlitt auch keine so hohen Bevölkerungsverluste wie die altwütttembergischen Kernlande um Stuttgart und Tübingen***. 1690 bestand die Gemeinde, der ein Vogt vorstand, aus 16 Bauernhöfen und 11 Taglöhnerbehausungen, 1744 aus 17 Höfen und 18 Taglöhnerbehausungen****. Im Jahr 1800, aus dem wiederum eine Lagerbucherneuerung über Reinerzau vorliegt*****,war ein Teil der alten Lehensgüter in Auflösung begriffen. Einige der Höfe wiesen mehrere Inhaber auf. Die Verwaltung des Klosteramts hatte für diese Höfe Träger bestimmt, die für die ordnungsgemäße Entrichtung der Geld- und Naturalabgaben verantwortlich waren. Eine Reihe von Höfen führte nunmehr auch besondere Hofnamen, die sich meist bis heute erhalten haben: Johannesbauernhof, Gansbauernhof, Hansenbauernhof, Daisbauernhof und andere.

Auffallend ist der in den Lagerbüchem zwischen 1564 und 1800 zu beobachtende starke Wechsel der Familiennamen bei den Hofinhabern, der sich auch in der Folgezeit bis zur Gegenwart fortsetzte. Unter den Bauernfamilien, die 1955 in Reinerzau ansässig waren, vermochte nur die Familie Heinzelmann für sich in Anspruch zu nehmen, daß sie seit 400 Jahren hier Grundbesitz hatte. Doch blieb sie während dieser Zeit nicht auf demselben Hof sitzen, vielmehr hatten Ängehörige des Geschlechts bald den einen, bald den anderen Alpirsbacher Erblehenhof auf Reinerzauer Markung inne. Im Jahr 1642 bewirtschafteten die Heinzelmann hier sieben Höfe******. Am längsten hielt sich die Familie auf dem Johannesbauernhof: von 1735 bis zur Gegenwart. Annähernd 200 Jahre, von 1625 bis 1814, blieb der Daisbauernhof in ihrem Besitz*******. Der starke Wechsel der Bauerngeschlechter in Reinerzau dürfte seine Hauptursache in den hier jahrhundertelang beobachteten Erbgewohnheiten haben, auf die schon hingewiesen wurde: Hofübernahme durch das juengste King, gleichgueltig, ob Sohn oder

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*HStASt: H 102 Kl. Alprsnbach Bd. 52. 
**Ebd.Band 51. 
***Kleines Alpirsbacher Heimatbuch S.52. 
****HStASt: A 281 Bue. 1240 und 1259. 
*****HStASt: H 102 Kl. Alpirsbach Band 87 
******Ebd.Bd.51. 
*******Karl-Heinz Günter: Walter Heinzelmann S.21. 
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Tochter. Der Mannesstamm einer Familie hatte so keine großen Chancen, über eine längere Spanne hinweg die ununterbrochene Erbfolge auf einem Hof zu behaupten. Die wohl im 18. Jahrhundert aufkommende Teilung einzelner Höfe blieb stets eine Ausnahmeerscheinung, die ungeteilte Erbfolge war auch im 19. Jahrhundert die Regel. Daß von den Höfen hin und wieder einzelne Grundstücke für Taglöhnergütchen abgetrennt wurden, griff die Substanz dieser stattlichen Bauerngüter kaum an, deren Größe im Jahr 1800 zwischen 48 und 388 Morgen schwankte und im Durchschnitt bei 150 Morgen 1ag*. Nach dem Württembergischen Staatshandbuch von 1807/08 gab es in Reinerzau zu Beginn des 19. Jahrhunderts 15 Hoefe, die allerdings, wie wir bereits ausführten, nicht immer in einer Hand waren. Bis 1936 hatte sich ihre Zahl auf 21 erhöht**. 
Die bäuerlichen Abkömmlinge, die von der Hoferbfolge ausgeschlossen waren, fanden bis herein ins 20. Jahrhundert Arbeit auf den Hoefen, in den Staats- und Privatwaldungen einschließlich der bis in die 1 Jahre betriebenen Flößerei, ihren Lebensunterhalt zum Teil wohl im Bergbau. Doch zog, zumindest in den letzten 170 Jahren, offenbar ein beträchtlicher Teil der Nicht-Hoferben die Abwanderung in die groeßeren Städte oder in die Industriezentren bzw. die Auswanderung einer bescheidenen Existenz im Reinrznauer Tal vor. Bereits Anfang des 17. Jahrhunderts dürfte die Zahl der Einwohner des Dorfes über 200 gelegen haben (1601 waren es ohne Kleinkinder 137 Kommunikanten, d.h. zum Abendmahl zugelassene Personen, und 40 Katechisten, das heißt den Katechismusunterricht besuchende Kinder). Nach dem Dreißigjährigen Krieg war die Bevölkerung auf die Hälfte zurückgegangen (1654: 119 Einwohner). Sie stieg bis 1690 wieder auf 195 an und bis 1794 weiter auf 328, sank dann aber bis 1804 auf 264***. 1854 zählte das Dorf ohne Filialen 370 und 1933 422 Einwohner****.

Ueber die rechtlichen, wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse in Reinerzau vermitteln das Weistum (Aufzeichnung über das in der Gemeinde geltende altüberlieferte Recht) von 1539 und das Alpirsbachert Lagerbuch interessante Einblicke *****.Nach dem Weistum mußten die Einwohner jedem neugewählten Abt zu Alpirsbach einen Treueid schwören. Das Kloster hatte vor allen anderen Herrschaften Anspruch auf die ihm zustehenden Zehnten, Zinsen und sonstigen Abgaben. Ihm stand hier der Kirchensatz (das Pfarrbesetzungsrecht), das Eigentum über alle Lehen und allen sonstigen Grundbesitz auf der Markung zu. 1500 erwarb es auch das bis dahin den Herren von Geroldseck gehoerende Vogtrecht. Damit war es auf Markung Reinerzau nicht nur Grund- und Zehntherr, sondern auch Gerichtsherr. 
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*HStASt.: 102 Kl. Alpirsbach Bd. 87. 
**Wuertt. Staatshandbuch 1807/08 S.380 und 1936 S.81. 
***HStASt: A 281 Bue 1224,1228,1240 und 1271. 
****Wuerttemb. Staatshandbuch 1854 S.264 und 1936 S.81. 
***** Jacob Grimm, Weistuemer I S.395; HStASt: H 102 Kl. Alpirsbach Band 52. 
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Nach der Einführung der Reformation 1534/35 ging die Landesherrschaft an den Herzog von Württemberg, den Schirmherrn des Klosters, über. In dem Alpirsbacher Lagerbuch von 1564 waren die Pflichten und Abgaben der Klosterhintersassen festgelegt: Die Meier, die bäuerlichen Lehensträger, hatten jeweils an zwei Tagen im Jahr auf den klösterlichen Eigenwiesen bei der Heu- und bei der Oehmdernte mitzuwirken, mit Ausnahme der Inhaber der vier Höfe in der oberen Rienhartzow, in der Wüste, die jeweils bloß einen Tag beim Heuen und Ohmden zu helfen brauchten. Die Bauern bekamen für diese Dienstleistung vom Kloster morgens eine Suppe, mittags ziemlich Essen ohne Wein und des Nachts zwei Brot, genannt Knechtbrot, die sie mit heimnehmen durften. Falls das Kloster von diesen Frondiensten in natura keinen Gebrauch machte, mußten die Pflichtigen dafür bestimmte Geldbetraege erlegen. Beim Verkauf eines Lehens hatte das Kloster als Lehensherr ein Vorkaufsrecht. Wenn dieses an dem Erwerb des Lehens nicht interessiert war, hatte es der Lehensträger demjenigen anzubieten, der an dem Gut einen Anteil besaß. Nur wenn ein solcher Teilhaber an dem Lehen gleichfalls kein Interesse bekundete, konnte es der Inhaber frei veräußern. 
Rechtswidrige Handlungen wurden mit bestimmten, dem Kloster zustehenden Geldbußen geahndet. Je nach Schwere der Delikte wurde unterschieden zwischen einer Gewalt, das heißt einer Gewalttat, einem taetlichem Angriff auf offener Straße (Buße 3 Pfund), einem Blutfrevel oder Großen Frevel (Buße 7 Schilling 6 Heller), einem Kleinen Frevel (Buße ebenfalls 7 Schilling 6 Heller), einem Lügenfrevel (Buße 3 Schilling Heller> und einem Frauenfrevel (Buße 7 Schilling 6 Heller). 
Die starke Flößerei auf der Kleinen Kinzig nützte das Kloster durch die Erhebung eines Floßzolls, den es Wasserlaub nannte. Von jedem Floß und von jedem Gefährt Trömen (Balken), das in Zwingen und Baennen, das heißt auf der Markung von Reinerzau, angemacht wurde, erhielt es 9 Schilling Heller Fünferwährung oder 17 Kreuzer 1 Heller Wasserlaub. Ausgenommen vom Zoll oder lediglich einer ermäßigten Wasserlaub unterworfen waren Flöße, deren Holz aus bestimmten Walddistrikten kam. 
Die Verleihung der Konzession zum Ausschenken von Wein und Bier behielt sich das Kloster vor, und es erteilte sie gewöhnlich auf ein Jahr demjenigen Interessenten, der das höchste Teffegeld bot (Teffer, Taefer, auch Taferne: Schildwirtschaft, in der Getraenke und warme Speisen gereicht und Gaeste beherbergt durften). 
Von seinen Leibeigenen beanspruchte das Kloster beim Tode das Hauptrecht (Leibfall, Todfall). Dies bedeutete: Wenn ein Leibeigener starb, fiel dem Kloster das beste Stück Vieh aus seiner Hinterlassenschaft zu, oder aber, falls er kein Vieh besessen hatte, ein entsprechender Vermögensanteil. Vom Hauptrecht befreit waren ledige Leibeigene (Hagestolze), deren hinterlassenes Eigengut. soweit sie älter als 50 Jahre waren, dem Kloster gehörte*. Hingegen wurde eine Witwe,die ueber zinsbare Güter verfügte, wie ein Mann besteuert. Bei den sonstien den Leibeigenen auferlegten Abgaben zeigte sich Alpirsbach großzügig. Mannsteuer in Höhe von 5 Schilling oder 9 Kreuzer 3 Heller 3 brauchten lediglich Leibeigene zu bezahlen, die außerhalb des Klosterterritoriums wohnten. Ebenso verhielt es sich mit leibeigenen Frauen. Diese waren zur Ablieferung der jährlichen Leibhenne nur verpflichtet, wenn sie aus dem Bereich der Alpirsbacher Herrschaft wegzogen.

Als gerichtsherrliche Gebühr erhob das Kloster von den lnhabern der vier Höfe in der Wüste je 3 Vierling, zusammen also 3 Simri Vogthaber. Diese vier Höfe hatten im Unterschied zu den anderen 8 Bauerngütern auf Reinerzauer Markung der Alpirsbacher Klosterherrschaft gegenüber eine freiere Stellungbehauptet:Sie gaben nicht ihr, sondern Kloster Wittichen den Zehnt. Außerdem waren sie der diesem Kloster inkorporierten Kirche auf dem nahen Roßberg zinspflichtig**. von jeder überbauten (bezimmerten) oder auch leeren Hofstatt - 1564 waren es insgesamt 20 - jährlich eine alte Henne auf Martini (11. November) und ein junges Huhn im Herbst. Als Jahressteuer, die an Martini fällig war, hatten die Einwohner von Reinerzau 20 Pfund aufzubringen. Der Große und der Kleine Zehnt stand der der hl. Margarete geweihten Kirche zu, die dem Kloster Alpirsbach inkorporiert war und bis 1561 von dort aus versehen wurde. Lediglich die vier Höfe in der Wüste gaben, wie bereits erwähnt, den Zehnt dem Kloster Wittichen. 
Dem Dorf stand ein Vogt (Schultheiß) vor. Dieser, ein angesehener Bauer des Orts, zog aus seinem Amt nur bescheidenen Nutzen. Er brauchte aus seinen Gütern keinen Zins zu bezahlen und bekam von des Klosters wegen zu Opfergeld 5 Schilling Heller Fünferwährung. Auch durfte er ebenso wie der Pfarrer und der Müller nach altem Herkommen ein Essen Fische fangen. Diese Vergünstigung war übrigens auch schwangeren Frauen eingeräumt, so sie eines Fischs Gelust ankam, und den Bürgern, sooft sie einen Floßweiher anlegten.

Im Lagerbuch von 1564 läßt sich in Reinerzau kein Beilharz als Inhaber eines Lehens nachweisen. Dies ist erst 1642 der Fall***. In jenem Jahr besaß Hans Beilharz (Hannß Beihelhartz) ein Lehen, das 78 Jahre vorher Hans Oberfeldt innegehabt hatte. Wir wissen nicht, wie das Lehen an Hans Beilharz gelangt war. Möglicherweise war es zuvor im Besitz seines Vaters Benedikt gewesen. Indessen vermochte sich der Mannesstamm der Familie Beilharz nicht lange auf dem Hof zu behaupten. Bereits Hans oder Johannes, geboren am 1.Januar 1585, war der Letzte seines Namens auf dem Hof. Im Jahr 1658 befand sic Lehen im Besitz des Michael Schwenk, des Mannes der jüngsten Tochter von Johannes, Lucia, 30 Jahre spaeter in dem des Sohnes von Michael Schwenk, Johannes Schwenk, und 
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*Gerhard Krienke S.44; Kar J. Glatz, Geschichte des Klosters Alpinbach S.240. 
**Albert Riß S.213.. 
***HStASt: H 102 Kl. Alpirsbach Bd. 51 
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1716 in dem von dessen Enkel, Michael Schwenk*. Im Jahr 1800 hieß der Inhaber des Hofs Hans Joerg Armbruster und der Vorbesitzer Jakob Schwenk** 

Der von alters Bernharts Bühel, die Hohenstruot und Hadgers Lehen genannte Alpirsbacher Erblehenhof, der mit jährlichen Abgaben von 3 Schilling 2 Heller Fünferwährung sowie 3 Simri 2 Vierling Haber belastet war, ist im Lagerbuch von 1564 näher beschrieben**. Er bestand damals aus Haus, Scheuer, Hofraiten, Garten, Acker, Wiesen, Zahm- und Weidfeld, auch Holz und Wald, alles an- und beieinander in einem Stück zwischen Martin Schwenckhen Wiesen, Wildfeld und Wald zur einen Seiten und Mathis Schwenckhen Wildfeld und Wald, auch Paulin Dietterichs Struotwiesen zur andern Seiten gelegen, stosst oben auf des Klosters Alpirsbach Wald und unten auf den Bach, genannt die Rienhartzaw. Zu dem Hof gehörte auch ein Stück Wald samt einem Egart und einem Stückchen Zahmfeld jenseits der Rienhartzaw gegen den Roßberg, das rings von dem Wald Paulin Dietterichs umgeben war, ferner eineinhalb Tagwerk Wiesen, die Struwt genannt, die gleichfalls jenseits des Bachs lagen und sich zwischen Mathis Schwenckhen und Paulin Dietterichs Wald, Wiesen und Reithecken befanden. 
Die Beschreibung gibt Aufschluß über die damals wie noch Jahrhunderte später in Reinerzau übliche Form der landwirtschaftlichen Bodennutzung: die Feldgraswirtschaft. Die an den Talabhängen gelegenen Grundstuecke, deren Untergrund die Urgesteine Granit und Gneis bildeten und deren Boeden nicht

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*Angaben von Georg Albrecht, Alpirsbach (1964). 
**HStASt: H 102 Kl. Alpirsbach Bd. 87. 
***Ebd.Bd.51. 
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unfruchtbar waren, wurden in etliche Jahre umfassenden Turnus teils als Äcker, teils als Wiesen und Weiden genutzt. Sie waren das Zahmfeld. Daneben gab es noch das Weidfeld und am Übergang zum Wald das Wildfeld, das weiter oben lag und einen unfruchtbaren Buntsandsteinuntergrund aufwies und nur als Weide diente*. Das Lagerbuch vom Jahr 1800** unterscheidet zwischen Wildäckern und Weidfeldern, zwei- bzw. einmähdigen Wiesen (Wiesen, die zwei- bzw. einmal im Jahr abgemäht wurden), Weid- und Frönzfeld sowie Wald. Bei den Wildäckern und Weidfeldern dürften es sich um die im Wechsel als Acker, Wiesen und Weiden genutzten Grundstücke handeln, beim Weid- und Frözfeld um Dauerweiden. Der Hof umfaßte im Jahr 1800 159 Morgen 3 Viertel 14 1/4 Ruten. Von diesem Areal waren 25 Morgen 1/2 Viertel 18 Ruten Wildäcker und Weidfelder, 2 Morgen 1 Viertel zweimähdige und 15 Morgen 3 1/2 Viertel 2 1,/2 Ruten einmähdige Wiesen, 16 Morgen 2 1/2 Viertel, 1/2 Weid- und Frözfeld sowie 99 Morgen 3 Viertel 12 Ruten Wald. Annaehernd zwei Drittel des Hofs bestanden danach aus Wald, der auch die wichtigste Erwerbsquelle für den Inhaber bildete. Neben der Waldwirtschaft besaß nur die Viehzucht noch eine gewisse Bedeutung. DerAckerbau spielte eine gänzlich untergeordnete Rolle. An Getreide wurden vornehmlich Haber, Roggen und etwas Gerste angebaut. Die Ertraege waren gering. Daneben wurde noch Hanf angepflanzt. Die Einfuehrung der Kartoffel dürfte wie anderwärts erst um die Mitte des 18.Jahrhunderts erfolgt sein.***

Der 1642 von Johannes Beilharz bewirtschaftete Alpirsbacher Erblehenhiof hat sich bis in die Gegenwart erhalten. Er führt seit dem 18. Jahrhundert den Name Bühlhof. DieserName ist erstmals in einem Protokoll des K!osteramtes Alpirsbach vom 28. September 1789 ueberlioefert.**** Das insbesondere auch ortsgeschichtlich interessante Protokoll hält eine Besichtigung des Anwesens des Bühlhofs durch den Reinerzauer Stabsvogt Johannes Armbruster sowie durch den Klosterzimmermann und Feuerschauer Jakob Rometsch fest. Der damalige Besitzer des Hofs, Jakob Schwenk, sollte veranlaßt werden, in seinem Haus sprechend den Bestimmungen der Württembergischen Feuerordnung einen Kamin einzubauen. Das Gebäude befand sich damals in schlechtem Zustand, es war alt und baufällig. Der Eigentümer schätzte es auf ungefähr 300 Jahre. Gegenüber dieser Altersangabe ist jedoch Vorsicht geboten. Sicher ist lediglich, daß das Haus damals schon sehr lange stand und daß niemand zu sagen vermochte, wann es erbaut worden war. Sehr wahrscheinlich hatte es schon Johannes Beilharz um 1642 bewohnt.

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*Karl Goeriz, Die im Koenigreich Württemberg üblichen Feldsysteme und Fruchtfolgen S.30 ff. 
**HStASt: H 102 Kl Alpirsbach Band 87. 
***Gerhard Krienke S.70. 
****HStASt: A 470 (L) Bue. 41. 
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Wie bereits ausgeführt, blieb der Bühlhof nur kurze Zeit im Besitz der Familie Beilharz. Der Hofinhaber Johannes erscheint wie sein juengerer Bruder Michael (geb. 1607) im Fronregister des Klosteramts Alpirsbach von 1629/30. Auch im Fronregister von 1632/33 ist er verzeichnet (HStASt: A 470 Bue. 96.) Im Jahr 1639, also in der Zeit der Wiederbesiedlung des Klosters Alpirsbach durch katholische Mönche (1530 - 1632 und 1634 - 1648) und der Unterdrückung des evangelischen Gottesdienstes im Klostergehiet (Kleines Alpirsbacher Heimatbuch S.51f.), war er Ortsvorsteher, Vogt, in Reinerzau (HStASt: A 470 (L) Bue...... 58). Dies war damals sicher kein leichtes Amt, zumal sich zu der Bedrängnisin kirchlichen Dingen die Not eines langwierigen wechselhaften Krieges gesellte. Johannes muß ein Mann des Ausgleichs und der Mäßigung gewesen sein, sonst wäre es unverständlich, daß er in gleicher Weise das Vertrauen seiner Mitbürger wie das des katholischen Alpirsbacher Abts auf seine Person vereinigen konnte. Leider ist nicht bekannt, wie lange er das Amt des Ortsvorstehers bekleidete. 1642 war Thomas Frick Vogt (HStASt: H 102 Kl. Alpirsbach Band 51).

Aus der Ehe des Johannes Beilharz mit Anna Schwenk gingen sechs Töchter und ein Sohn hervor (vergleiche Stammtafel im Anhang). Von den Töchtern scheinen einige bereits im Kindesalter verstorben zu sein. Angaben fehlen, da das Reinerzauer Totenregister erst seit 1147 erhalten ist. Die beiden jüngsten Töchter heirateten in die Bauernfamilien Armbruster und Schwenk ein. Der am 22. April 1621 geborene Stammhalter Georg erlangte offenbar kein größeres bäuerliches Anwesen, betätigte er sich doch nach Ausweis der Kirchenbücher außer in der Landwirtschaft als Barbier. Er war mit Barbara, der Tochter des Hans Schatz in Ehlenbogen, verheiratet, die nach seinem vor 1678 erfolgten Tod Martin Schwenk, genannt den Roten, ehelichte. Georg hatte vier Kinder: die Töchter Anna und Lucia sowie die Söhne Jakob und Johannes. Der ältere Sohn Jakob. geboren am 13.Juli 1671, erlernte das Schneiderhandwerk und ließ sich in Stuttgart nieder, wo er am 9.Juli 1705 das Bürgenecht erwarb. Mit ihm fand der Familienname Beilharz in der württembergischen Haupt- und Residenzstadt, wo er bis dahin unbekannt gewesen war, Eingang. (Helmut Maier in seinen Bemerkungen zur Stammtafel Beilharz) Jakob vermählte sich am 18. August 1705 in Stuttgart mit MariaMagdalena, der Tochter des Bernhard Steinlin aus Untertürkheim. Bernhard Steinlin war 1680, als Maria Magdalena das Licht der Welt erblickte, Geistlicher Verwalter undAlpirsbacher Klosterpflegerin Sulz am Neckar. Er starb bereits 1683 als kaiserlicher Proviant-Kommissar in Preßburg. Die Ehe mit der Tochter eines Mannes, der in der damaligen Beamtenhierarchie eine nicht unwichtige Stellung innegehabt hatte, bedeutete für den Schneider Jakob Beilharz ohne Zweifel einen sozialen Aufstieg. Bemerkenswert ist vielleicht, daß mit seinem am 23. Dezember 1714 geborenen Sohn Johann Jakob erstmals ein Vertreter der Beilharz-Sippe im öffentlichen Dienst des Herzogtums Württemberg Aufnahme fand. Johann Jakob bekleidete bis zu seinem Tod am 4. Mai 1765 in Stuttgart die Stelle eines Oberkriegskommissariats-Skribenten (Eberhard Emil von Georgii-Georgenau, Wuerttembergisches Dienerbuch S. 102; Walther Pfeilsticker, Neues Wuerttembergisches Dienerbuch par. 1488).

I. Generation

    I. OTMAR, * ca. 1535, + ... Reinerzau 
    Bauer in Reinerzau 
    Heirat vor 1559 mit Anna Pfeiffer 
    Kinder: 
    Benedikt * 5.März 1559, siehe II,1 
    und vermutlich: 
    Andreas * ca. 1570 (nicht im Taufbuch Reinerzau)
II. Generation
    II,1 BENEDIKT, * 5.März 1559 Reinerzau, + nach 1609, vermutlich 1612 
    Bauer in Reinerzau, als Pate 1606 erwähnt als ,,Die Beylhartz", letztmals Dezember 1609 
    Heirat ca. 1584 mit Maria, Tochter des Martin Heinzelmann in Reinerzau 
    Kinder: 
    Johannes * 1.Januar 1585, verh.vor 1613 Anna Schwenk siehe III,1 
    Martin * 27. Februar l589 
    Gertraude * 20. Februar 1592 
    Magdalena * 21.September 1594 
    Georg * l0.September 1594 
    Ursula * 24. Februar 1601 
    Barbara * 8. Maerz 1604 
    Michael * 13.Januar 1607 

    II,2 ANDREAS, * ca. 1570, + ... 
    Bauer in Reinerzau 
    Heirat in Reinerzau ca. 1596 mit Catharina 
    Kinder: 
    Ursula * 29.Juni 1597 
    Johannes * 30. November 1598 
    Jakob * 18.JuIi 1600

III. Generation
 
    III,1 (aus II,1) JOHANNES, *1. Januar 1585, + nach 1658, vor 1664 
    Bauer in Reinerzau 
    Heirat vor 1613 mit Anna Schwenk 
    Kinder: 
    Ursula * 1.April l6l3 
    Maria , *12.Januar 1615 
    Katharina, * 22. November 1616 
    Barbara, *23. Dezember 1618 
    Georg, *22. April 1621, siehe IV,1 
    Anna, *15.Januar 1623, verh. 17. Oktober 1653 mit Michael Armbruster 
    Lucia * 19. Oktober 1683, verh.26. Oktober 1658 mit Michael Schwenk

    III,2 (aus II,1) MICHAEL, *13.Januar 1607, + in Alpirsbach

IV. Generation
    IV,1 (aus III,1) GEORG, * 22. April 1621, + vorOktober 1678 
    Bauer in Reinerzau, Barbier 
    Heirat 17.Januar 1664 mit Barbara, Tochter des Hans Schatz in Ehlenbogen, 
    *...,+.. .. (sie heiratete in zweiter Ehe am l. Oktober 1678 Martin Schwenk, genannt der Rote, Reinerzau) 
    Kinder: 
    Anna, * l. November 1664 
    Lucia, * 11.Oktober 1665 
    Jakob * 13.Juli 1671, verh. 1705 nach Stuttgart, siehe V,1 
    Johannes * 25.JuIi 1675, verh. 1703 nach Reutin, siehe V,2
V. Generation
    V,1 (aus IV,1) JAKOB, * 13. Juli 1671 Reinerzau, + 18.August 1732 Stuttgart 
    Schneider in Stuttgart, Bürgerrecht vom 9.Juli 1705 
    Heirat am 18. August 1705 Stuttgart mit Maria Magdalena, Tochter des 
    Bernhard Steinlin in Untertürkheim (1680 Geistlicher Verwalter und Alpirsbacher Klosterpfleger in Sulz, 
    + November 1683 in Preßhurg als kaiserlicher Proviant-Kommissar), 
    * 1680, + 18.Dezember 1759 
    Kinder: 
    Johann Friedrich * 2. August 1707 
    Susanne Barbara * 3. Dezember 1709 
    Magdalena Barbara * 23.Juli 1712 
    Johann Jakob * 23.Dezember 1714, siehe VI,1 
    Maria Dorothea * 17. März 1717

    V, 2 JOHANNES, *25. Juli 1675 Reinerzau, + 19. Mai 1758 Reutin 
    Schmied und Heiligenpfleger in Reutin 
    Heirat am 7. Mai 1703 in Reutin mit Barbara, Tochter des Christoph Kopp 
    in Rötenbach, * 8. April 1668 Rötenbach, + 21.Dezember 1743 Reutin 
    (verh. in erster Ehe: 3. Oktober 1694 mit Jakob Schmider, 
    + 10.Januar 1702, 36jährig) 
    Kinder: 
    Anna Barbara * 17. Februar 1704 
    Matthäus * 4. Dezember 1707, siehe VI, 2

VI. Generation
    VI, 1 (aus V,1) JOHANN JACOB, * 23. Dezember 1714, + 4. Mai 1765 Stuttgart 
    Oberkriegskommissariats-Skribent 1752 - 1765 
    Heirat (vor 1745) mit Katharina Heinrike Mayer, *..., +... 
    Kinder. 
    Sibylle Magdalene * 1.Januar 1745, + 20.Juni 1803 
    Friederike Luise * 30.März 1748 
    Johann Friedrich * 26. November 1750 
    Friedrich Jakob * 26April 1752 
    Rosine Katharine * 25. September 1754, ledig + 2.Juni 1790 
    Elisabeth Henriette *26.Mai 1757 

    VI, 2 MAITHÄUS, * 4. Dezember 1707, + 30.Juni 1771 
    Huf- und Waffenschmied, 1740 Hofbeständer in Reutin 
    Heirat I: 18. November 1732 mit Reutin, Anna Catharina, Tochter 
    des Jakob Beck, Hofbauern in Reutin, * 20.Juli 1708, + 14. Oktober 1739 
    Heirat II: 21.August 17 0 in Reutin mit: Salome, Tochter des Michael Schmider, 
    Bauer und Richter in Rötenberg,*...,+...

    Kinder aus l. Ehe:

    Johann Jakob * 10. August 1733, + 19. September 1741 
    Anna Barbara * 21. November 1734 
    Hans Jörg * 17. September 1736 
    Johannes * 19. September 1737, + 28. September 1737 
    Anna Magdalena * 7. September 1738, + 8. September 1740

    Kinder aus 2. Ehe:

    Anna Catharina * 6. September 1741 
    Hans Jakob * 2l.September 1742, + 22.November, 1142 
    Maria Ursula * l5. November 1743 
    Hans Adam * 9. März 1745, + 20. März 1745 
    Anna Maria * 29. November 1746 
    Salome * 7. Mai 1748 
    Magdalena * 10. Oktober 1749 
    Matthäus * 9. August 1751, siehe VII,1 
    Christiane * 18. April 1753 
    Jakob Friedrich * 17. September 1754 
    Sybille * 5. März 1758, + 27. April 1795 Römlinsdorf

VII. Generation
     

    VII, 1 (aus VI,2) MATTHÄUS, * 9. August 1751 in Reutin, + 14. Dezember 1793 in Gruental 
    Hafner in Grüntal 
    Heirat 8. September 1778 in Gruetal mit Christiane Margarethe, Tochter des Christoph Pfeiffer, Hirt, 
    * 21. Dezember 1762, + 15. Dezember 1811 
    (heiratete in zweiter Ehe am 20.Oktober 1795 Johann Martin Hamann, Maurer) 
    Kinder: 
    Johannes * 5.Juli 1780, + 5. Oktober 1787 
    Johann Michael * 5. Februar 1783, siehe VIII, 1 
    Johann Martin * 16Oktober 1787, Weber, ledig + 17.März 1811 
    und 1 Sohn, 2 Töchter früh gestorben

VIII. Generation
 
    VIII, 1 JOHANN MICHAEL ~ b. Februar 1783 Grüntal, + 7. September 1838, Aach 
    Maurer, 1824-1826 Schultheiß in Aach 
    Heirat I: 16. April 1809 in Aach mit Catharina Margarethe, Tochter des 
    Johann Martin Würfelin, * 20. September 1789, + 21.Oktober 1823 
    Heirat II: 29. Juni 1824 Rosina Barbara, Tochter des 
    GeorgFriedrich Gäßler, *19. August 1805 in Aach, + 19. März in Aach 
    (sie heiratete in zweiter Ehe am 22.August 1830 Georg Springmann aus Haliwangen)

    Kind aus 1.Ehe:

    Jakob Friedrich * 6. Oktober 1815, geht 1847 nach Amerika

    Kinder aus 2. Ehe:

    Christian * 14. Februar 1825, siehe IX,1 
    Johannes * 12. Dezember 1829, geht 1854 nach Amerika 
    Matthäus * 14. September 1834, geht 1854 nach Amerika 
    Rosine Barbara * 25. November 1838 (postuma) 
    und 1 Sohn, 6 Töchter früh gestorben

IX. Generation
     
    IX, I CHRISTIAN, *14. Februar 1825 in Aach, +23. Februar 1891 in Haifa 
    Maurer und Schultheiß in Aach, geht 1870 mit Familie nach Palästina (Templer) 
    Heirat I: 30. Mai 1850 mit Christiane Luise, Tochter des Johann 
    Adam Bauer, Schulmeister in Aach und Wittenhausen, 
    * 21.Mai 1823 Aach, + 19. Oktober 1855 in Aach 
    Heirat II: 22. April 1856 mit Rosine Christine, Tochter des 
    Johann Martin Kaupp, Sattler und Stadtschultheiß in Dornstetten, 
    * 4.November 1834 Domstetten, + 23. August 1917 Haifa, Palestine
    Kind aus l. Ehe:

    Friederike Luise * 13. November 1851 Aach, + 2. August 1895 Haifa

    Kinder aus 2. Ehe:

    Christian * 16. März 1857 Aach, + 12. Juli 1945 Bethlehem bei Haifa 
    Rosine Christine * 10.Juni 1860 Aach, + 22.Januar 1942 Betlehem bei Haifa 
    Johannes * 23. Februar 1862 Aach, + 10. September 1905 Haifa 
    Friedrich * 19.Mai l864 Aach, +18. Februar 1937 Haifa, siehe X,1 
    Christiane * 9. Dezember 1867 Aach, + 28. Mai 1900 Stuttgart 
    Immanuel * 28. Februar 1873 Haifa, + 3. Oktober 1913 Haifa 
    Gottlob * 30. März 1879 Haifa, + 22.Januar 1936 Lorch 
    und 4 früh ventorbene Kinder

X. Generation
    X,1 (aus IX,1) FRIEDRICH, * 19.Mai 1864 in Aach bei Freudenstadt im Schwarzwald, + 18.Februar l937 Haifa 
    Heirat I: 16. Oktober 1888 mit Wilhelmine Friederike Schumacher, 
    Stuttgart-Wangen, * 17.Januar 1864 Stuttgart-Wangen, + 28.Mai 1912 Haifa 
    Heirat II: 26. Mai 1914 Stuttgart mitKaroline Gräter, Buttenhausen 
    * 29.Juli 1864 Wasserstetten bei Münsingen, + 23. September 1916 Jerusalem 
    Heirat III: 17.März 1918 Damaskus mit Helene Seeboth, *7. Mai 1882 Celle, + 29.Juli 1964 Stuttgart 

    Kinder aus l. Ehe:

    Gottlieb * 30. August 1889 Haifa, + 2. Dezember 1938 Haifa 
    Emilie * l. Februar 1892 Haifa 
    Frieda * 30. August 1893 Haifa 
    Fritz * 3. Oktober 1895 Haifa 
    Wilhelm * 25. Oktober 1898 Haifa 
    Reinhardt * 16. Februar 1901 Haifa 
    Ludwig * 16. Februar 1903 Haifa, siehe XI,1 
    Konrad * 23März 1906 Haifa 
    Heinrich * 23. März 1906 Haifa

    Kinder aus 3. Ehe:

    Werner * 8.November l9l9 Haifa, gefallen vor Berlin 17.April 1945 
    Ursula Adelheid * 23. November1921 Celle bei Hannover

XI. Generation
    XI,I (aus X,1) LUDWIG JOHANNES * 16. Februar 1903 Haifa 
    Kaufmann in Stuttgat-Vaihingen 
    Heirat 21. Oktober 1926 in Stuttgart mit Eugenie, Tochter des 
    Eugen Müller in Stuttgart. * 8.Januar 1906 Stuttgart

    Kinder:

    Hannelore *8. Oktober 1927 
    Rose Emilie * l. Februar 1929 
    Eugen Friedrich * 20. Maerz 1933, + l. September1955 
    Dorothea * 5. Oktober1940 
    Ludwig * 28. Oktober 1942

Q u e l l e n u n d L i t e r a t u r

A. Archivische Quellen

Hauptstaatsarchiv Stuttgart (HStASt)

    A 28a Muster-Register 
    A 54a Steuerlisten 
    A 281 Kirchenvisitionsakten 
    A 503 Geistliche Ämterrechnungen 
    A 470 Kloster Alpirsbach 
    H 101 Altwuerttembergische weltliche Lagerbucher 
    H 102 Lagerbuecher der altwürttembergischen Klöster und Klosteraemter


Generallandesarchiv Karlsruhe (GIA)

    Abt 5 Urkunden Konstanz-Reichenau 
    Abt 229 Spezialakten der kleineren Ämter und Städte und der Landgemeinden
Staatsarchiv Ludwigsburg (StAL) 
    F 165 Oberamt Freudenstadt
Fürstlich Fuerstenbergisches Archiv (Donaueschingen) 
    Kloster Wittichen
Archiv der Tenipelgesellschaft Deutschland (Stuttgart Degerloch)
    Unterlagen über die Rückkehr der Templer nach Palästina 1919-1921 
    Unterlagen über die Entschaedigungsverhandlungen mit Israel 1952-1962
Gemeindearchiv Aach
    Gemeinderatsprotokolle 19.Janrhundert
Gemeindearchiv Gruental
    Inventuren und Teilungen 
    Verkaufsbuecher l8.Jahrnundert
Evangelisches Pfarrarchiv Alpirsbach
    Kirchenkonventsprotokolle 18.Jahrnundert
Evangelisches Pfarrarchiv Erbstetten (Rems-Murr-Kreis)
    Akten ueber die Tempelgemeinde Kirschenhardthof 1858-1873
Landeskirchliches Archiv Stuttgart
    A 26 Band 497. Allgemeine Kirchenakten, Jerusalemsfreunde


B. Gedruckte Quellen und Literatur

    Bach, Adolf: Geschichte der deutschen Sprache. 1949, 
    Beschreibung des Oberamts Freudenstadt 1858. 
    Beschreibung des Oberamts Oberndorf.1868 
    Braeuhaeuser, Manfred: Altwuerttembergs Bergbau im Im Alpirsbacher Klosteramt, in: Wuerttemb. Jahresbuecher fuer Statistik und Landesurkunde 1910 S.341 ff.

    Carmel Alex: Geschichte Hafas in der türkischen Zeit 1516-1918 (Abhandlungen des deutschen Palästinsvereins). 1975. 
    Carmel, Alex: Die Siedlungen der wuerttembergischen Templer in Palästina 1868-1918 (Veroeffentlichungen der Kommission fuer geschichtliche Landeskunde Reihe Band 77), 1973.

    Fischer, Hermann: Reinhardtau-Reinerzau. Ein stilles Schwarzwaldtal - mit den Auge Kenners betrachtet, in: Stuttgarter Zeitung Nr.114 vom 20. Mai 1964 Seite 17.

    Georgii-Georgenau, Eberhard Emil von: Württembergisches Dienerbuch, 1877 
    Glatz, Karl J.: Geschichte des Klosten Alprsnbach. 1877. 
    Göriz, Karl: Die im Königreich Wuerttemberg üblichen Feldsysteme und Fruchtfolgen.. 1848 
    Grimm, Jakob: Weistuemer. 7. Bd. 1840 (Nachdruck 1957). 
    Günter, Karl-Heinz: Zur Geschichte von Reinerzau, in: Freudenstädter Heimatblaetter 8. Band Nr.3 vorn 4. Februar 195. 

    Haag, Karl: Die Grenzen des Schwäbischen in Württemberg (Schwäbische Volkskunde Folge 8. Buch). 1946. 
    Heinzelmann Oswald: Geschichte der Kirche und Pfarrei Grüntal. 1965. 
    Heinzelmann, Walter: Reinerzau in Vergangenheit und Gegenwart, Maschinenschriftlich. 
    Hiss, Albert: Kaltbrunn-Wittichen einst und jetzt 1966. 
    Hitzfeld, Karl Leopold: Hornberg an der Schwarzwaldbahn o.J. ([1970). 
    Hummel, Karl-Martin: Reutin - Aus der Geschichte eines Schwarzwalddorfes, Festvortrag 1971. 
    Hummel. Karl-Martin: Von der Rodesiedlung zur Sonmerfrische - 900 Jahre Reutiner Geschichte. Manuskript vom 28.Juni 1973. 
    Kleines MAlpirsbacher Heimatbuch, bearbeitet von Karl Martin Hummel, o.J. (1969).

    Knapp, Theodor: Neue Beitraege zur Rechts- und Wirtschaftsgeschichte des wuerttemb. Bauernstandes, 1919 
    Knödler. Gotthold:: Witschafs- und Siedlungsgeographie des nordöstlichen Schwarwaldesz und der angrenzenden Gaeulandschaften (Erdlgesch:ichtliche und landeskundliche Abhandlungen aus Schwaben und Franken, Heft 11)... 1930 
    Das Königreich Wuerttemberg 1904-1907. 
    Krieger, Albert: Topographisches Wörterbuch des Großherzogtums Baden. 
    Herausgegeben von der Badischen Historischen Kommission. 1904-1905. 
    Krienke, Gerhard: Ehlenbogen. Zur Struktur und Geschichte. 1974.

    Lange, Dietrich: Die Tempelgesellschaft 1848-1941. Manuskript im Besitz der Tempelgesellschaft Deutschland. 
    Lange, Friedrich: Geschichte des Tempels 1899.

    Miller, Max: Die Auswanderung der Württernberge:r nach Westpreußen und dem Netzegau, 1776-1786 (Veröffentlichungen der wuerttembergischen Archivverwaltung, Heft 1). 1935.

    Pfeilsticker, Walther: Neues Württembergisches Diererbuch 2. Bd. 1953-1963. 
    Pönicke, Herbert: Die Hedschas- und Bagdadbahn erbaut von Heinrich August Meissner-Pascha (Beitraege zur Technikgeschichte). 1958.

    Rieger, Georg Konrad und Immanuel Gottlob Brastberger: Predigtenund Zeugnisse (Zeugnisse der Schwabenvaeter IX und X). Herausgegeben von Julius Roeslle. 1964. 
    Roessle, Julius: Von Bengel bis Blumthardt. Gestalten und Bilder aus der Geschichte des schwaebischen Pietismus. 1966. 
    Rommel, Hans: Aus den Anfaengen von Reinerzau. Zu seiner ersten Nennung im Jahr 1254, in: Freudenstaetter Heimatblaetter 8. Band Nr. 2 vom 12. November1955.

    Sawatzky, Heinrich: Templer rnennonitischer Herkunft. 1955.

    Der Tübinger Verlag vom 8.Juli 1514. Faksimili aus Anlaß der 450-Jahrfeier. 1964.

    Wössner, Johannes und Karl Bohn: Heimatbuch der Stadt und des alten Amts Dornstetten. 1968. 
    Wuerttemb. Staatshandbuecher 1807/08,1854,1928. 
    Wunder, Gerd: Die Tuerkensteuerlisten von 1545 als genealogische Quelle, in: 50 Jahre Familienforschung in Suedwestdeutschland. 1970.

Bildnachweis (Die Zahlen beziehen sich auf die Seiten des Buches)
    Hauptstaatsarchiv Stuttgart: 13,17,22,50,48,49,67,84

    Stuttgarter Luftbild Elsäßer& Co., Stuttgart.Flughafen: 15 (Freigegeben durch Reg. Präs Nord-Württemberg Lizenz Nr.9/17499), 51 (Freigegeben durch Reg.Praes. Nordwuerttemberg Lizenz Nr.9/14281), 55 (Freigegeben durch Reg.Praes.Nordwürttemberg Lizenz Nr.9/891)

    Generallandesarchiv Karlsruhe: 19

    Luftbild Albrecht Brugger, Stuttgart-Flughafen: 29 (Freigegeben vom Innenministerium Baden-Wuerttemberg Nr.2/12542), 35 (Freigegeben vom Innenministerium Baden-Württemberg Nr.2/12554), 65 <Freigegeben vom Innenministerium Baden.Wuertttemberg Nr.2/5763), 68 (Freigegeben vom Innenministerium Baden-Wuerttemberg Nr.2/17598)

    Photo-Bessler, Alpirsbach: 32

    Ludwig Beilharz, Stuttgart-Vaihingen: 40,41,46,70, 71,80,85,85,87,89-97, 101,107,109-111, 115-117, 119-122, 125,126,128,129,154, 139 (oben), 142,143, 147, 150,153, 155-158,160, 165,167,168, 170, 174-176,178, 180-182, 186, 187,189-191

    Gemeindearchiv Gruental: 56,58

    Staatsarchiv Ludwigsburg: 65

    Landeskirchliches Archiv Stuttgart: 76,7

    Dr. A Petermanns Mitteilungen aus Justus Perthes' Geographischer Anstalt, Ergaenzungsband XXXIII (Heft 154-157), 1907: 99, 102, l03 (unten)

    Bayerisches Hauptstaatsarchiv München Abteilung IV: Bestand Palaestina-Bilder: 100 (Nr.1236), 103 (oben) (Nr.1229), 104 (Nr. 481), 152 (Nr.526), 137 (Nr.806)

    Elisabeth Engler, Reutingen, Postfach 5:139 (unten)

    Stadtarchiv Stuttgart, Stadtgeschichte Sammlungen: 166

    Alex Carrnel, Die Siedlungen der württembergischen Templer in Palästina 1868-1918 (Veröffentlichungen der Kommission fuer geschichtliche Landeskunde in Baden-Wuerttemberg Reihe B Band 77) S.300: 183