Paul Sauer
vom 15. Jahrhundert bis heute in Deutschland, Palaestina und Australien Landrat a.D. Helmuth Maier, Nuertingen, hat 1965 in langwieriger gruendlicher Forschungsarbeit aufgrund der Standesamtsunterlagen und der Kirchenbuecher die Kette der Vorfahren von Ludwig Beilharz (geboren am 16. Februar 1903 in Haifa) bis ins 16. Jahrhundert zurueckverfolgt. (Die Stammtafel ist im Besitz von Ludwig Beilharz, siehe Anhang). Der frueheste Ahne, den er ermitteln konnte, war der Bauer Otmar Beilharz in Reinerzau (Gemeinde Alpirsbach). Otmar und seiner Frau Anna, geb. Pfeiffer, wurde am 5. Maerz 1559 ein Sohn Benedikt geboren. Bereits ein Jahr zuvor war Otmar im Musterungsregister des Amts Alpirsbach zusammen mit Jung Hanns Beilhartz (Bilhartz) aufgefuehert (HStAst: A 28a Liste 198). Nach 1559 laesst er sich freilich nicht mehr nachweisen. Vermutlich ist er bald gestorben. Ein Wegzug an einen anderen Ort ist wenig wahrscheinlich, da der Sohn Benedikt spaeter in Reinerzau ansaessig war. Nun war Otmar nicht der erste Traeger des Namen Beilharz in dem kleinen zur Klosterherrschaft bzw. seit der Reformation zum wuerttembergischen Klosteramt Alpirsbach gehoerenden Dorf. Wir wissen nicht, wann sich der erste Beilharz hier niederliess. Sehr wahrscheinlich ist dies erst um oder bald nach 1500 der Fall gewesen. 1460 jedenfalls war, wie das Lagerbuch des Klosters Alpirsbach von jenem Jahr ausweist (HStASt: H 102, Klein Alpirsbach, Band 48), noch kein Angehoeriger des Geschlechts in Reinerzau ansaessig. Das Herdstaettenverzeichnis von 1525 nennt als Einwohner und Hausbesitzer Hans Bylhartz (HStASt: A 54a Steuerliste 51). Nach der Behausung (Herstaette) im Wert von 10 Gulden, die Hans Bylhartz besass, duerfte er nur ueber ein bescheidenes Vermoegen verfuegt haben. Allerdings scheinen die Haeuser in Reinerzau damals insgesamt von mehr oder minder armseliger Beschaffenheit gewesen zu sein. Lediglich eines von den 17 Haeusern des Dorfes war mit 25 Gulden veranschlagt. Der Wert von drei Wohngebaeuden wurde mit je 20 Gulden, der von fuenf mit je 15 Gulden sowie der von acht mit je 10 Gulden angegeben. Alle diese Haeuser zaehlten damit, vergleicht man sie mit den fuer die Herdstaetten anderer Orte festgesetzten Werte, zu den niedrigsten Kategorien der Wohnbauten jener Zeit im Herzogtum Wuerttemberg. Drei Buerger besassen uebrigens keine Behausung. Das Herdstaettenverzeichnis stellt fest: Haben nichz. Hans Beilharz duerfte der erste Angehoerige der Beilharz-Sippe gewesen sein, der kuerzere oder laenger Zeit in Reinerzau wohnhaft war. Woher er kam bzw. woher er stammt, laesst sich nicht klaeren. Darueber hinaus bleibt die Frage offen, ob eine enge verwandschaftliche Beziehung zwischen ihm und den GUtacher Beilharz bestanden hat. Diese Frage laesst sich auch bei Mathis Beilharz (Bilhartz) nicht beantworten, der 1527 bezeugt ist: Mathis uss dem Kaltbrunnen, also aus naechster Naehe von Reinerzau, war vom Alpirsbacher Abt ins Gefaengnis geworfen worden, weil er gegenueber Hanssmann Spitz in Reinerzau (Rennhartzow) in einer Lehensangelegenheit vertragsbruechig geworden war. Er erlangte seine Freiheit zurueck, nachdem er geschworen hatte, mit Weib und Kindern aus der Klosterherrschaft zu ziehen und nur mit ausdruecklicher Erlaubnis des Abts zurueckkehren. (HStASt: A 470 Bue. 82). Im Jahr 1542 wird Michel Beilharz (Bulhartz) in Reinerzau die Entrichtung von 1 Gulden, d.h. von einem Zweihundertstel seines Vermoegens, als Tuerkensteuer auferlegt (HStASt: A 54a Steuerliste 168). Sein Gesamtvermogen war danachauf 200 Gulden geschätzt. Michel gehörte zu den begüterten Bürgern des armen Dorfes, von dessen 32 Steuerpflichtigen die zwei wohlbabendsten eine Steuer von je 2 Gulden, weitere vier eine solche von je 1 bis 2 Gulden aufbrachten. Die Steuerleistung der Einwohnerschaft betrug insgesarnt 15 Gulden 2 Kreuzer. Drei Jahre später hatten sich die wirtschaftlichen Verhältnisse der Reinerzauer Bürger noch verschlechtert. Das Aufkommen der 32 Steuerpflichtigen des kleinen Ortes an Türkensteuer sank auf 13 Gulden 18 Kreuzer ab. Nur noch ein Einwohner versteuerte ein Vermögen von 400 Gulden, vier weitere ein solches zwischen 200 und 400 Gulden. Die Vermögenswerte der übrigen 27 Steuerpflichtigen lagen alle unter 200 Gulden. Michel Beilharz entrichtete auch diesmal eine Steuer von 1 Gulden*. Durch eine im Jahr 1532 vorgenommene Zinserneuerung der Pfarrkirche auf dem Roßberg wissen wir, daß Michel Beilharz damals zu den Hofbesitzern in der Wüste, im nördllichen Teil von Reinerzau, gehörte**. Sehr wahrscheinlich hatte er den Hof, den er wohl Ende der 1550er Jahre mit einem Gut auf dem nahen Vogelsberg vertauschte, von seinem Vater übernommen. Neben Michel Beilharz werden als Hofinhaber Michel Waltz und Lenntzi Rapp genannt. Lenntzi Rapp muß bald nach 1532 gestorben sein oder sein Gut veräußert haben, denn ein Nachtrag von anderer Hand in der Zinserneuerung der Pfarrkirche auf dem Roß- berg vermerkt als Besitznachfolger Conradt Gluckt, der auch 1564 den Hof noch bewirtschaftete. Ein Vergleich der knappen Angaben der Zinserneuerung von 1532 über die flauem in der Wüste mit den entsprechen den Einträgen in den Lagerbüchern des Klosters Alpirsbach von 1564, 1642 und 1800 ermöglicht den gesicherten Schluß, daß es sich bei dem Hof, der 1532 im Besitz von Michel Beilharz war, um den späteren Jungbauernhof handelte, den 1564 Jerg Sauer innehatte***: Im Alpirsbacher Lagerbuch von 1564 heißen nämlich die Inhaber der drei Höfe in der Wüste Gall Waltz, Conradt Glückht und Jerg Sauer. Da Gall waltz ein Sohn oder ein sonstiger naher Venvandter des Michel Waltz von 1532 gewesen sein dürfte und Conradt Glückht (Glück), wie enrwähnt, bereits früher als Inhaber eines Hofes nachweisbar ist, kann Jerg Sauer nur der Besitznachfolger von Michel Beilharz gewesen sein. Im Besitz des Hofes von Jerg Sauer bzw. Michel Beilharz haben in den
folgenden Jahrhunderten verschiedene Bauemgeschlechter einander abgelöst.
1642 hieß der Inhaber des Hofs Michael Heinzelmann, 1651 Michael
Gruber, 1673 Johann Jakob Schillinger und 1800 Hans Jörg Schillinger.
In der ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts erfuhr der Hof vor allem
durch den Erwerb ausgedehnter Waldungen eine Vergrößerung um
ein Mehrfaches seines früheren Umfangs, wurde aber dann nach 1853
unter neun Erben aufgeteilt.
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sind, damals der Kirche auf dem Roßberg jeweils einen bestimmten
Jahreszins entrichteten und ohne Zweifel einmal zu verschiedenen Besitzeinheiten
gehört hatten. Der erste Distrikt, auf dem sich auch die Wohn- und
Wirtschaftsgebäude befanden, bestand aus 6 3/4 Morgen Wildäckern,
3 Morgen zwei- und 9 3/4 Morgen einmähdigen Wiesen sowie aus knapp
9 Morgen ,Weid- und Frözfeld. Das zweite Areal umfaßte 1 1/2
Morgen Wildäcker und Weidfeld, annähernd 6 Morgen einrnaehdige
Wiesen, ungefähr 6 Morgen Weid- und Frözfeld sowie 45 1/2 Morgen
Wald. Der dritte Bezirk war ein 44 1/4 Morgen großer Wald, der Heilenberger
Wald. Auf die damals wie schon Jahrhunderte früher in Reinerzau betriebene
Art der landwirtschaftlichen Bodennutzung, die Feldgraswirtschaft - das
Vorkommen von Wildäckern ist etwa ein Indiz dafür -, wird noch
in anderem Zusarnmenhang einzugehen sein*.
Wir haben aber - und dies müssen wir nachdrücklich feststellen - keine Gewißheit darüber, daß es sich bei dem zwischen 1532 und 1583 bezeugten Michel Beilharz um ein und dieselbe Person handelt. Schon im Hinblick auf die im Vergleich zur Gegernvart verhältnismäßig kurze durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen des l6.Jahrhunderts ist es durchaus möglich, daß uns hier zwei gleichnamigeMitglieder der Beilharz-Sippe entgegentreten. In den Alpirsbacher Rechnungen ist die Nachricht überliefert, daß im Jahr 1535 ein Mlichel Beilharz (Büllhartz) mit einigen anderen zusammen vom Kloster Roggen kaufte***. ---------------------------------------
------------------------------------------ Es ist kaum anzunehmen, daß ein damals erst etwa zwölf Jahre alter Junge diesen Kauf tätigte. Ferner bereitet es, falls man von einer solchen Trennung in einen älteren und einen jüngeren Michael Beilharz ausgeht, keine Schwierigkeiten, Otmar als Sohn dem älteren Michael zuzuordnen und darüber hinaus in dem im Alpirsbacher Musterungsregister von 1558 unter Reinerzau genannten Jung Hans Beilharz einen zweiten Sohn des älteren Michel zu sehen* Vielleicht war jung Hans Beilharz aber auch ein Sohn des 1525 erwähnten Hans Beilharz. Doch wollen wir diese Überlegungen nicht weiterführen, da die befragten Quellen so oder so nur ein unzulängliches Licht in dieses genealogische Dunkel zu bringen vermögen. Michel Beilharz tauchte im Jahr 1558 plötzlich in dem benachbarten Stab (Gemeinde) Ehlenbogen auf. Er hatte auf dem zu diesem gehörenden Vogelsberg einen größeren Besitzkomplex erworben. Das Lagerbuch des Klosters Alpirsbach von 1560 gibt über die herrschaft lichen Rechte und die Besitzverhältnisse auf dem Vogelsberg eingehend Aufschluß, darunter auch über die Lehen und Güter, die Michel Beilharz damals innehatte ** Diese Beschreibung ist rechts-, sozial- ud wirt schaftsgeschichtlich so interessant, daß wir sie nicht übergehen wollen. Die fünf Bauern auf dem Vogelsberg, auch Meier genannt, trugen ihren Besitz vom Kloster Alpinbäch zu Lehen. Sie waren diesem gegen über zu gemein Dienst und Fron verbunden. In das Belieben des Klosters war es gestellt, die Dienste anzunehmen oder dafür eine Geldpauschale zu fordern. Seit Menschengedenken begnügte sich das Kloster mit einem Geldbetrag von 2 Pfund 10 Schilling Hiervon hatte Michel Beilharz 10 Schilling aufzubringen. Alpirsbach stand weiterhin der Große Fruchtzehnt, nämlich der zehnte Teil des Ertrags an Haber und Roggen zu. Von jedem auf dem Vogelsberg gefallenen (geborenen) Kalb erhielt es 1 Pfennig Fünferwährung Kälbergeld, von jedem Haus, in dem Rauch, das heißt in dem sich eine Haushaltung befand, samt den jeweils zugehörigen Gärten und Gütern 6 Heller Fünferwährung. Michel Beilharz besaß auf dem Vogelsberg der Sultzerin Gut, das zuvor Peter Steltzer, dann Ludwig Legeller und schließlich Anthonius Schuchmacher innegehabt hatten. Aus dem Gut mußte er der Klosterverwaltung an jährlichen Abgaben 7 Schilling 6 Heller Fünferwährung, 1 Scheffel 2 Simri 3 Vierling Haber, drei Fastnachtshennen und vier Herbsthühner entrichten. Das Gut war außerdem mit einem dreifachen Güterfall belastet, das heißt mit einer beim Tod des Inhabers oder beim Verkauf des Lehens zu leistenden Abgabe von drei Stück Großvieh.*** Aus einem zweiten Gut, dem Vöhlinsgut, von dem das Kloster nur einen Güterfall erhob, zinste er 2 Schilling 4'/2 Heller Fünferwährung sowie 3 Simri Haber, aus einer Hube, die nach dem alten Lagerbuch früher geteilt gewesen war, 8 Schilling 2 Heller, als Ersatz für den Heuzehnten 1 Schilling Fünferwährung, 1 Scheffel 7 Simri Haber, vier Herbsthuehner und zwei Schultern Vorderschinken ------------------------------------
(Vorderschinken vom Schwein) *. Geld und Naturalabgaben unterschiedlicher Höhe leistete er ferner aus einer Hofraite am Steg, auf die er sein Haus gebaut hatte, aus einer Hofstatt, ebenfalls am Steg, sowie aus dem sogenannten Kaisers Lehen und dem Waltzen Gut. Alle diese Güter und Lehen waren nachweisbar seit hundert Jahren,
wahrscheinlich aber noch länger, in einer Hand.** Die ihnen jeweils
zugehörigen Grundstücke ließen sich nicht mehr feststellen.
Sie bildeten daher einen einheitlichen Besitzkomplex und wurden gemeinsam
bewirtschaftet.
Das Alpirsbacher Lagerbuch von 1560 beschrieb exakt die Grenzen des
Beilharzschen Gesamtbesitzes auf dem Vogelsberg, wobei es die einzelnen
Grenzzeichen, die Lauchen, die mit dem Beil in Tannen, Birken und Eichen
eingehauen waren, sowie die Grenzsteine angab. Neben Äckern, Wiesen
und Waldungen umfaßte der Güterkomplex auch Wild- und Weidfelder,
die für die in diesem Teil des Schwarzwalds damals betriebene Feldgraswirtschaft
charakteristisch waren und auf die wir in anderem Zusammenhang noch zurückkommen
werden***. Der Anspruch von Beilharz auf einen Anteil an der Vogelsberger
Allmend wurde durch das ihm zur Nutzung eingeräumte Allmendwäldchen
abgegolten.
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Reinerzauerbuch in den Jahren 1570 bis 1574 erwähnt, seine
Frau Anna (Maedchenname nicht bekannt) als Patin noch 1581.*
Die Seßhaftigkeit der Bevölkerung im 16.Jahrhundert war durchaus nicht so stark, wie wir heute anzunehmen geneigt sind. Der Tübinger Vertrag von 1514, das Grundgesetz des Herzogtums Württemberg, hatte den Untertanen der weltlichen Ämter das Recht des freien Zugs, das Recht zur Auswanderung, eingeräumt. Herzog Christoph hatte sodann bei der Bestätigung des Vertrags im Jahr 1550 dieses Recht auf die Hintersassen der Prälaten, also auf die Hintersassen der evangelischen Aebte der württembergischen Mannsklöster ausgedehnt****. Innerhalb des Herzogtums waren die Untertanen in ihrer Bewegungsfreiheit noch weniger beschränkt. Leider sind die Quellen, die uns über die Bevölkerungsfluktuation des 16.Jahrhunderts in Württemberg Aufschlußgeben, sehr lückenhaft. Eine wertvolle Information n sind deshalb schon die Nachträge in dem Alpirsbacher Musterungsregister von 1563 über den Verbleib einzelner Wehrfähiger. Dort kann man etwa lesen: ist tot, ist hinweggezogen, ist aus der Herrschaft gezogen. Die Vermerke über Wegzüge, die wohl in den auf die Anlage des Registers folgenden Jahren ergänzt wurden, sind relativ häufig. - Ein solcher Vermerk bezieht sich, wie wir bereits erwähnten, auch auf den Wegzug von Michel Beilharz aus dem Gerichtsstab Ehlenbogen. - Wir können daraus entnehmen, daß der Wechsel des Wohnsitzes bereits damals nichts Ungewöhnliches war. Besonders regen Gebrauch von ihm machten naturgemäß Bauemsöhne, die zu Hause, weil der elterliche Hof etwa in die Hand von Geschwistern überging, nur bescheidene Lebens- und Erwerbsmöglichkeiten zu erwarten hatten. Doch selbst Familienväter nahmen Gelegenheiten wahr, anderwärts ihre wirtschaftlichen Verhaeltnisse zu verbessern. Freilich boten sich ------------------------------------------
solche Gelegenheiten nur in relativ geringer Zahl, und diese hielten nicht immer das, was sich die hoffnungsvoll gestimmten Interessenten von ihnen versprachen. Klaus Beilharz kam 1545/46 nicht mit leeren Händen nach Betzweiler.
Er erwarb dort sehr wahrscheinlich die untere Mühle und den zugehörigen
Hof, beides Erblehen des Klosters Alpirsbach und bis dahin im Besitz von
Hans Müller. Im Jahr 1560 hatte nämlich Oswald Beilharz Hof und
Mühle inne. Oswald, 1553 erstmals in der Musterungsliste des Klosteramts
Alpirsbach erwähnt, dürfte der Sohn des Klaus, der 1553 und 1558
der Alte genannt wird, gewesen sein. Die untere Mühle war 1560 neu
gebaut. DreißigJahre später gehörte die Mühle
Hans Beilharz, wohl dem Sohn des Oswald. Sie besaß nunmehr zwei Gänge,
die obere Mühle jedoch wie schon 1560 bloß einen Gang*. Es mag
Zufall gewesen sein, daß Klaus Beilharz, neben dem 1553 noch ein
junger Klaus (Clas) Beilharz bezeugt ist, einen Vornamen trug, der bei
den Gutacher Beilharz für das 15./16. Jahrhundert wiederholt belegt
ist. Hierbei kann außer Betracht bleiben, ob es sich bei dem Gutacher
Namenstrager Klaus um ein und dieselbe Person, wofür einiges spricht,
oder um mehrere Personen handelte. Daß die Gutacher im Müllerhandwerk
erfahren waren, beweist der Verkauf einer Sägmühle durch Klaus
Beilharz im Jahr 1499.
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Nach 1550 verbreitete sich der Name Beilharz noch weiter in der Nachbarschaft.
1558 erfahren wir den Namen eines Christian Beilharz,der seinen Wohnsitz
in Alpirsbach oder in Rötenbach hatte. In Dornharn waren in jenem
Jahr ein Clas und ein Hans Beilharz (Beulhartz) wohnhaft. 1560 befand sich
unter den Dornhaner Haken- und Büchsenschuetzen der ebengenannte Hans
Beilharz (Büchelhartz). 29 Jahre spaeter zählten die Waffenfähigen
der Stadt Dornhan bereits vier Beilharz in ihren Reihen: Hans, Marte, Jakob
und Klaus. Klaus ist nach ei ner Erklaerung, die er 1580 gegenüber
dem Dornhaner Vogt Christoph abgegeben hat, aus Betzweiler zugezogen *.
Jakob, über den ein entsprechender Herkunftsnachweis nicht erbracht
werden kann, dürfte großer Wahrscheinlichkeit gleichfalls von
dort gebürtig gewesen sein.
Rienhartzow, Rienhartzauw, Ruejenhartzaw und Renhartzow. Erst
im 18.jahrhundert wandelte sich der Name unter dem Einfluß des auf
der Markung des Dorfes auf dem Höhepunkt befindlichen Bergbaus in
Reinerzau.
Das Erz wurde als entscheidender Bestandteil in
den Ortsnamen eingebracht und ist darin erhalten geblieben, obwohl der
Bergbau vor nunmehr rund hundert Jahren endgültig wieder aufgegeben
wurde.
Das Lagerbuch des Klosteramts Alpirsbach von 1564 führt für Reinerzau 20 Höfe und Lehen auf* Da im oberen Teil des Ortes, in der sogenannten Wüste, in jenem Jahr Gall Walltz ein aus zwei Höfen bestehendes Gut innehatte und im unteren Teil Georg Frickh ein Gut, das aus drei Lehen zusammengewachsen war, bewirtschaftete, so teilten sich insgesamt 17 Bauern in die 20 Höfe. Die hier dargelegten Verhältnisse waren 1642, mitten im Dreißigjährigen Krieg, mehr oder weniger noch dieselben. Die nominelle Hofzahl betrug wie früher 20. Weil jedoch weitere zwei Höfe in eine Hand geraten waren, war die Zahl der bäuerlichen Lehenträger auf 16 geschrumpft**. Dies mag kriegsbedingt gewesen sein. Allerdings wurde das Klosteramt Alpirsbach nicht so schlimm von der Kriegsfurie verheert und erlitt auch keine so hohen Bevölkerungsverluste wie die altwütttembergischen Kernlande um Stuttgart und Tübingen***. 1690 bestand die Gemeinde, der ein Vogt vorstand, aus 16 Bauernhöfen und 11 Taglöhnerbehausungen, 1744 aus 17 Höfen und 18 Taglöhnerbehausungen****. Im Jahr 1800, aus dem wiederum eine Lagerbucherneuerung über Reinerzau vorliegt*****,war ein Teil der alten Lehensgüter in Auflösung begriffen. Einige der Höfe wiesen mehrere Inhaber auf. Die Verwaltung des Klosteramts hatte für diese Höfe Träger bestimmt, die für die ordnungsgemäße Entrichtung der Geld- und Naturalabgaben verantwortlich waren. Eine Reihe von Höfen führte nunmehr auch besondere Hofnamen, die sich meist bis heute erhalten haben: Johannesbauernhof, Gansbauernhof, Hansenbauernhof, Daisbauernhof und andere. Auffallend ist der in den Lagerbüchem zwischen 1564 und 1800 zu beobachtende starke Wechsel der Familiennamen bei den Hofinhabern, der sich auch in der Folgezeit bis zur Gegenwart fortsetzte. Unter den Bauernfamilien, die 1955 in Reinerzau ansässig waren, vermochte nur die Familie Heinzelmann für sich in Anspruch zu nehmen, daß sie seit 400 Jahren hier Grundbesitz hatte. Doch blieb sie während dieser Zeit nicht auf demselben Hof sitzen, vielmehr hatten Ängehörige des Geschlechts bald den einen, bald den anderen Alpirsbacher Erblehenhof auf Reinerzauer Markung inne. Im Jahr 1642 bewirtschafteten die Heinzelmann hier sieben Höfe******. Am längsten hielt sich die Familie auf dem Johannesbauernhof: von 1735 bis zur Gegenwart. Annähernd 200 Jahre, von 1625 bis 1814, blieb der Daisbauernhof in ihrem Besitz*******. Der starke Wechsel der Bauerngeschlechter in Reinerzau dürfte seine Hauptursache in den hier jahrhundertelang beobachteten Erbgewohnheiten haben, auf die schon hingewiesen wurde: Hofübernahme durch das juengste King, gleichgueltig, ob Sohn oder -------------------------------------------
Tochter. Der Mannesstamm einer Familie hatte so keine großen Chancen,
über eine längere Spanne hinweg die ununterbrochene Erbfolge
auf einem Hof zu behaupten. Die wohl im 18. Jahrhundert aufkommende Teilung
einzelner Höfe blieb stets eine Ausnahmeerscheinung, die ungeteilte
Erbfolge war auch im 19. Jahrhundert die Regel. Daß von den Höfen
hin und wieder einzelne Grundstücke für Taglöhnergütchen
abgetrennt wurden, griff die Substanz dieser stattlichen Bauerngüter
kaum an, deren Größe im Jahr 1800 zwischen 48 und 388 Morgen
schwankte und im Durchschnitt bei 150 Morgen 1ag*. Nach dem Württembergischen
Staatshandbuch von 1807/08 gab es in Reinerzau zu Beginn des 19. Jahrhunderts
15 Hoefe, die allerdings, wie wir bereits ausführten, nicht immer
in einer Hand waren. Bis 1936 hatte sich ihre Zahl auf 21 erhöht**.
Ueber die rechtlichen, wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse
in Reinerzau vermitteln das Weistum (Aufzeichnung über das in der
Gemeinde geltende altüberlieferte Recht) von 1539 und das Alpirsbachert
Lagerbuch interessante Einblicke *****.Nach dem Weistum mußten die
Einwohner jedem neugewählten Abt zu Alpirsbach einen Treueid schwören.
Das Kloster hatte vor allen anderen Herrschaften Anspruch auf die ihm zustehenden
Zehnten, Zinsen und sonstigen Abgaben. Ihm stand hier der Kirchensatz (das
Pfarrbesetzungsrecht), das Eigentum über alle Lehen und allen sonstigen
Grundbesitz auf der Markung zu. 1500 erwarb es auch das bis dahin den Herren
von Geroldseck gehoerende Vogtrecht. Damit war es auf Markung Reinerzau
nicht nur Grund- und Zehntherr, sondern auch Gerichtsherr.
Nach der Einführung der Reformation 1534/35 ging die Landesherrschaft
an den Herzog von Württemberg, den Schirmherrn des Klosters, über.
In dem Alpirsbacher Lagerbuch von 1564 waren die Pflichten und Abgaben
der Klosterhintersassen festgelegt: Die Meier, die bäuerlichen Lehensträger,
hatten jeweils an zwei Tagen im Jahr auf den klösterlichen Eigenwiesen
bei der Heu- und bei der Oehmdernte mitzuwirken, mit Ausnahme der Inhaber
der vier Höfe in der oberen Rienhartzow, in der Wüste, die
jeweils bloß einen Tag beim Heuen und Ohmden zu helfen brauchten.
Die Bauern bekamen für diese Dienstleistung vom Kloster morgens eine
Suppe, mittags ziemlich Essen ohne Wein und
des Nachts zwei Brot,
genannt Knechtbrot, die sie mit heimnehmen durften. Falls das Kloster
von diesen Frondiensten in natura keinen Gebrauch machte, mußten
die Pflichtigen dafür bestimmte Geldbetraege erlegen. Beim Verkauf
eines Lehens hatte das Kloster als Lehensherr ein Vorkaufsrecht. Wenn dieses
an dem Erwerb des Lehens nicht interessiert war, hatte es der Lehensträger
demjenigen anzubieten, der an dem Gut einen Anteil besaß. Nur wenn
ein solcher Teilhaber an dem Lehen gleichfalls kein Interesse bekundete,
konnte es der Inhaber frei veräußern.
Als gerichtsherrliche Gebühr erhob das Kloster von den lnhabern
der vier Höfe in der Wüste je 3 Vierling, zusammen also
3 Simri Vogthaber. Diese vier Höfe hatten im Unterschied zu den anderen
8 Bauerngütern auf Reinerzauer Markung der Alpirsbacher Klosterherrschaft
gegenüber eine freiere Stellungbehauptet:Sie gaben nicht ihr, sondern
Kloster Wittichen den Zehnt. Außerdem waren sie der diesem Kloster
inkorporierten Kirche auf dem nahen Roßberg zinspflichtig**. von
jeder überbauten (bezimmerten) oder auch leeren Hofstatt - 1564 waren
es insgesamt 20 - jährlich eine alte Henne auf Martini (11. November)
und ein junges Huhn im Herbst. Als Jahressteuer, die an Martini fällig
war, hatten die Einwohner von Reinerzau 20 Pfund aufzubringen. Der Große
und der Kleine Zehnt stand der der hl. Margarete geweihten Kirche zu, die
dem Kloster Alpirsbach inkorporiert war und bis 1561 von dort aus versehen
wurde. Lediglich die vier Höfe in der Wüste gaben, wie bereits
erwähnt, den Zehnt dem Kloster Wittichen.
Im Lagerbuch von 1564 läßt sich in Reinerzau kein Beilharz
als Inhaber eines Lehens nachweisen. Dies ist erst 1642 der Fall***. In
jenem Jahr besaß Hans Beilharz (Hannß Beihelhartz) ein Lehen,
das 78 Jahre vorher Hans Oberfeldt innegehabt hatte. Wir wissen nicht,
wie das Lehen an Hans Beilharz gelangt war. Möglicherweise war es
zuvor im Besitz seines Vaters Benedikt gewesen. Indessen vermochte sich
der Mannesstamm der Familie Beilharz nicht lange auf dem Hof zu behaupten.
Bereits Hans oder Johannes, geboren am 1.Januar 1585, war der Letzte seines
Namens auf dem Hof. Im Jahr 1658 befand sic Lehen im Besitz des Michael
Schwenk, des Mannes der jüngsten Tochter von Johannes, Lucia, 30 Jahre
spaeter in dem des Sohnes von Michael Schwenk, Johannes Schwenk, und
Der von alters Bernharts Bühel, die Hohenstruot und Hadgers
Lehen
genannte Alpirsbacher Erblehenhof, der mit jährlichen Abgaben
von 3 Schilling 2 Heller Fünferwährung sowie 3 Simri 2 Vierling
Haber belastet war, ist im Lagerbuch von 1564 näher beschrieben**.
Er bestand damals aus
Haus, Scheuer, Hofraiten, Garten, Acker, Wiesen,
Zahm- und Weidfeld, auch Holz und Wald, alles an- und beieinander in einem
Stück zwischen Martin Schwenckhen Wiesen, Wildfeld und Wald zur einen
Seiten und Mathis Schwenckhen Wildfeld und Wald, auch Paulin Dietterichs
Struotwiesen zur andern Seiten gelegen, stosst oben auf des Klosters Alpirsbach
Wald und unten auf den Bach, genannt die Rienhartzaw. Zu dem Hof gehörte
auch ein Stück Wald samt einem Egart und einem Stückchen Zahmfeld
jenseits der Rienhartzaw
gegen den Roßberg, das rings von
dem Wald Paulin Dietterichs umgeben war, ferner eineinhalb Tagwerk Wiesen,
die Struwt genannt, die gleichfalls jenseits des Bachs lagen und
sich zwischen Mathis Schwenckhen und Paulin Dietterichs Wald, Wiesen und
Reithecken befanden.
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unfruchtbar waren, wurden in etliche Jahre umfassenden Turnus teils als Äcker, teils als Wiesen und Weiden genutzt. Sie waren das Zahmfeld. Daneben gab es noch das Weidfeld und am Übergang zum Wald das Wildfeld, das weiter oben lag und einen unfruchtbaren Buntsandsteinuntergrund aufwies und nur als Weide diente*. Das Lagerbuch vom Jahr 1800** unterscheidet zwischen Wildäckern und Weidfeldern, zwei- bzw. einmähdigen Wiesen (Wiesen, die zwei- bzw. einmal im Jahr abgemäht wurden), Weid- und Frönzfeld sowie Wald. Bei den Wildäckern und Weidfeldern dürften es sich um die im Wechsel als Acker, Wiesen und Weiden genutzten Grundstücke handeln, beim Weid- und Frözfeld um Dauerweiden. Der Hof umfaßte im Jahr 1800 159 Morgen 3 Viertel 14 1/4 Ruten. Von diesem Areal waren 25 Morgen 1/2 Viertel 18 Ruten Wildäcker und Weidfelder, 2 Morgen 1 Viertel zweimähdige und 15 Morgen 3 1/2 Viertel 2 1,/2 Ruten einmähdige Wiesen, 16 Morgen 2 1/2 Viertel, 1/2 Weid- und Frözfeld sowie 99 Morgen 3 Viertel 12 Ruten Wald. Annaehernd zwei Drittel des Hofs bestanden danach aus Wald, der auch die wichtigste Erwerbsquelle für den Inhaber bildete. Neben der Waldwirtschaft besaß nur die Viehzucht noch eine gewisse Bedeutung. DerAckerbau spielte eine gänzlich untergeordnete Rolle. An Getreide wurden vornehmlich Haber, Roggen und etwas Gerste angebaut. Die Ertraege waren gering. Daneben wurde noch Hanf angepflanzt. Die Einfuehrung der Kartoffel dürfte wie anderwärts erst um die Mitte des 18.Jahrhunderts erfolgt sein.*** Der 1642 von Johannes Beilharz bewirtschaftete Alpirsbacher Erblehenhiof hat sich bis in die Gegenwart erhalten. Er führt seit dem 18. Jahrhundert den Name Bühlhof. DieserName ist erstmals in einem Protokoll des K!osteramtes Alpirsbach vom 28. September 1789 ueberlioefert.**** Das insbesondere auch ortsgeschichtlich interessante Protokoll hält eine Besichtigung des Anwesens des Bühlhofs durch den Reinerzauer Stabsvogt Johannes Armbruster sowie durch den Klosterzimmermann und Feuerschauer Jakob Rometsch fest. Der damalige Besitzer des Hofs, Jakob Schwenk, sollte veranlaßt werden, in seinem Haus sprechend den Bestimmungen der Württembergischen Feuerordnung einen Kamin einzubauen. Das Gebäude befand sich damals in schlechtem Zustand, es war alt und baufällig. Der Eigentümer schätzte es auf ungefähr 300 Jahre. Gegenüber dieser Altersangabe ist jedoch Vorsicht geboten. Sicher ist lediglich, daß das Haus damals schon sehr lange stand und daß niemand zu sagen vermochte, wann es erbaut worden war. Sehr wahrscheinlich hatte es schon Johannes Beilharz um 1642 bewohnt. -----------------------------------------
Wie bereits ausgeführt, blieb der Bühlhof nur kurze Zeit im Besitz der Familie Beilharz. Der Hofinhaber Johannes erscheint wie sein juengerer Bruder Michael (geb. 1607) im Fronregister des Klosteramts Alpirsbach von 1629/30. Auch im Fronregister von 1632/33 ist er verzeichnet (HStASt: A 470 Bue. 96.) Im Jahr 1639, also in der Zeit der Wiederbesiedlung des Klosters Alpirsbach durch katholische Mönche (1530 - 1632 und 1634 - 1648) und der Unterdrückung des evangelischen Gottesdienstes im Klostergehiet (Kleines Alpirsbacher Heimatbuch S.51f.), war er Ortsvorsteher, Vogt, in Reinerzau (HStASt: A 470 (L) Bue...... 58). Dies war damals sicher kein leichtes Amt, zumal sich zu der Bedrängnisin kirchlichen Dingen die Not eines langwierigen wechselhaften Krieges gesellte. Johannes muß ein Mann des Ausgleichs und der Mäßigung gewesen sein, sonst wäre es unverständlich, daß er in gleicher Weise das Vertrauen seiner Mitbürger wie das des katholischen Alpirsbacher Abts auf seine Person vereinigen konnte. Leider ist nicht bekannt, wie lange er das Amt des Ortsvorstehers bekleidete. 1642 war Thomas Frick Vogt (HStASt: H 102 Kl. Alpirsbach Band 51). Aus der Ehe des Johannes Beilharz mit Anna Schwenk gingen sechs Töchter und ein Sohn hervor (vergleiche Stammtafel im Anhang). Von den Töchtern scheinen einige bereits im Kindesalter verstorben zu sein. Angaben fehlen, da das Reinerzauer Totenregister erst seit 1147 erhalten ist. Die beiden jüngsten Töchter heirateten in die Bauernfamilien Armbruster und Schwenk ein. Der am 22. April 1621 geborene Stammhalter Georg erlangte offenbar kein größeres bäuerliches Anwesen, betätigte er sich doch nach Ausweis der Kirchenbücher außer in der Landwirtschaft als Barbier. Er war mit Barbara, der Tochter des Hans Schatz in Ehlenbogen, verheiratet, die nach seinem vor 1678 erfolgten Tod Martin Schwenk, genannt den Roten, ehelichte. Georg hatte vier Kinder: die Töchter Anna und Lucia sowie die Söhne Jakob und Johannes. Der ältere Sohn Jakob. geboren am 13.Juli 1671, erlernte das Schneiderhandwerk und ließ sich in Stuttgart nieder, wo er am 9.Juli 1705 das Bürgenecht erwarb. Mit ihm fand der Familienname Beilharz in der württembergischen Haupt- und Residenzstadt, wo er bis dahin unbekannt gewesen war, Eingang. (Helmut Maier in seinen Bemerkungen zur Stammtafel Beilharz) Jakob vermählte sich am 18. August 1705 in Stuttgart mit MariaMagdalena, der Tochter des Bernhard Steinlin aus Untertürkheim. Bernhard Steinlin war 1680, als Maria Magdalena das Licht der Welt erblickte, Geistlicher Verwalter undAlpirsbacher Klosterpflegerin Sulz am Neckar. Er starb bereits 1683 als kaiserlicher Proviant-Kommissar in Preßburg. Die Ehe mit der Tochter eines Mannes, der in der damaligen Beamtenhierarchie eine nicht unwichtige Stellung innegehabt hatte, bedeutete für den Schneider Jakob Beilharz ohne Zweifel einen sozialen Aufstieg. Bemerkenswert ist vielleicht, daß mit seinem am 23. Dezember 1714 geborenen Sohn Johann Jakob erstmals ein Vertreter der Beilharz-Sippe im öffentlichen Dienst des Herzogtums Württemberg Aufnahme fand. Johann Jakob bekleidete bis zu seinem Tod am 4. Mai 1765 in Stuttgart die Stelle eines Oberkriegskommissariats-Skribenten (Eberhard Emil von Georgii-Georgenau, Wuerttembergisches Dienerbuch S. 102; Walther Pfeilsticker, Neues Wuerttembergisches Dienerbuch par. 1488). I. Generation
Bauer in Reinerzau Heirat vor 1559 mit Anna Pfeiffer Kinder: Benedikt * 5.März 1559, siehe II,1 und vermutlich: Andreas * ca. 1570 (nicht im Taufbuch Reinerzau)
Bauer in Reinerzau, als Pate 1606 erwähnt als ,,Die Beylhartz", letztmals Dezember 1609 Heirat ca. 1584 mit Maria, Tochter des Martin Heinzelmann in Reinerzau Kinder: Johannes * 1.Januar 1585, verh.vor 1613 Anna Schwenk siehe III,1 Martin * 27. Februar l589 Gertraude * 20. Februar 1592 Magdalena * 21.September 1594 Georg * l0.September 1594 Ursula * 24. Februar 1601 Barbara * 8. Maerz 1604 Michael * 13.Januar 1607 II,2 ANDREAS, * ca. 1570, + ...
Bauer in Reinerzau Heirat vor 1613 mit Anna Schwenk Kinder: Ursula * 1.April l6l3 Maria , *12.Januar 1615 Katharina, * 22. November 1616 Barbara, *23. Dezember 1618 Georg, *22. April 1621, siehe IV,1 Anna, *15.Januar 1623, verh. 17. Oktober 1653 mit Michael Armbruster Lucia * 19. Oktober 1683, verh.26. Oktober 1658 mit Michael Schwenk III,2 (aus II,1) MICHAEL, *13.Januar 1607, + in Alpirsbach
Bauer in Reinerzau, Barbier Heirat 17.Januar 1664 mit Barbara, Tochter des Hans Schatz in Ehlenbogen, *...,+.. .. (sie heiratete in zweiter Ehe am l. Oktober 1678 Martin Schwenk, genannt der Rote, Reinerzau) Kinder: Anna, * l. November 1664 Lucia, * 11.Oktober 1665 Jakob * 13.Juli 1671, verh. 1705 nach Stuttgart, siehe V,1 Johannes * 25.JuIi 1675, verh. 1703 nach Reutin, siehe V,2
Schneider in Stuttgart, Bürgerrecht vom 9.Juli 1705 Heirat am 18. August 1705 Stuttgart mit Maria Magdalena, Tochter des Bernhard Steinlin in Untertürkheim (1680 Geistlicher Verwalter und Alpirsbacher Klosterpfleger in Sulz, + November 1683 in Preßhurg als kaiserlicher Proviant-Kommissar), * 1680, + 18.Dezember 1759 Kinder: Johann Friedrich * 2. August 1707 Susanne Barbara * 3. Dezember 1709 Magdalena Barbara * 23.Juli 1712 Johann Jakob * 23.Dezember 1714, siehe VI,1 Maria Dorothea * 17. März 1717 V, 2 JOHANNES, *25. Juli 1675 Reinerzau,
+ 19. Mai 1758 Reutin
Oberkriegskommissariats-Skribent 1752 - 1765 Heirat (vor 1745) mit Katharina Heinrike Mayer, *..., +... Kinder. Sibylle Magdalene * 1.Januar 1745, + 20.Juni 1803 Friederike Luise * 30.März 1748 Johann Friedrich * 26. November 1750 Friedrich Jakob * 26April 1752 Rosine Katharine * 25. September 1754, ledig + 2.Juni 1790 Elisabeth Henriette *26.Mai 1757 VI, 2 MAITHÄUS, * 4. Dezember 1707,
+ 30.Juni 1771
Kinder aus l. Ehe: Johann Jakob * 10. August 1733, + 19. September 1741
Kinder aus 2. Ehe: Anna Catharina * 6. September 1741
VII, 1 (aus VI,2) MATTHÄUS, * 9. August
1751 in Reutin, + 14. Dezember 1793 in Gruental
Maurer, 1824-1826 Schultheiß in Aach Heirat I: 16. April 1809 in Aach mit Catharina Margarethe, Tochter des Johann Martin Würfelin, * 20. September 1789, + 21.Oktober 1823 Heirat II: 29. Juni 1824 Rosina Barbara, Tochter des GeorgFriedrich Gäßler, *19. August 1805 in Aach, + 19. März in Aach (sie heiratete in zweiter Ehe am 22.August 1830 Georg Springmann aus Haliwangen) Kind aus 1.Ehe: Jakob Friedrich * 6. Oktober 1815, geht 1847 nach Amerika
Christian * 14. Februar 1825, siehe IX,1
IX, I CHRISTIAN, *14. Februar 1825 in Aach, +23. Februar 1891 in Haifa Maurer und Schultheiß in Aach, geht 1870 mit Familie nach Palästina (Templer) Heirat I: 30. Mai 1850 mit Christiane Luise, Tochter des Johann Adam Bauer, Schulmeister in Aach und Wittenhausen, * 21.Mai 1823 Aach, + 19. Oktober 1855 in Aach Heirat II: 22. April 1856 mit Rosine Christine, Tochter des Johann Martin Kaupp, Sattler und Stadtschultheiß in Dornstetten, * 4.November 1834 Domstetten, + 23. August 1917 Haifa, Palestine
Friederike Luise * 13. November 1851 Aach, + 2. August 1895 Haifa Kinder aus 2. Ehe: Christian * 16. März 1857 Aach, + 12. Juli 1945 Bethlehem
bei Haifa
Heirat I: 16. Oktober 1888 mit Wilhelmine Friederike Schumacher, Stuttgart-Wangen, * 17.Januar 1864 Stuttgart-Wangen, + 28.Mai 1912 Haifa Heirat II: 26. Mai 1914 Stuttgart mitKaroline Gräter, Buttenhausen * 29.Juli 1864 Wasserstetten bei Münsingen, + 23. September 1916 Jerusalem Heirat III: 17.März 1918 Damaskus mit Helene Seeboth, *7. Mai 1882 Celle, + 29.Juli 1964 Stuttgart Kinder aus l. Ehe: Gottlieb * 30. August 1889 Haifa, + 2. Dezember 1938 Haifa
Kinder aus 3. Ehe: Werner * 8.November l9l9 Haifa, gefallen vor Berlin 17.April
1945
Kaufmann in Stuttgat-Vaihingen Heirat 21. Oktober 1926 in Stuttgart mit Eugenie, Tochter des Eugen Müller in Stuttgart. * 8.Januar 1906 Stuttgart Kinder: Hannelore *8. Oktober 1927
A. Archivische Quellen Hauptstaatsarchiv Stuttgart (HStASt)
A 54a Steuerlisten A 281 Kirchenvisitionsakten A 503 Geistliche Ämterrechnungen A 470 Kloster Alpirsbach H 101 Altwuerttembergische weltliche Lagerbucher H 102 Lagerbuecher der altwürttembergischen Klöster und Klosteraemter
Abt 229 Spezialakten der kleineren Ämter und Städte und der Landgemeinden
Unterlagen über die Entschaedigungsverhandlungen mit Israel 1952-1962
Verkaufsbuecher l8.Jahrnundert
Beschreibung des Oberamts Freudenstadt 1858. Beschreibung des Oberamts Oberndorf.1868 Braeuhaeuser, Manfred: Altwuerttembergs Bergbau im Im Alpirsbacher Klosteramt, in: Wuerttemb. Jahresbuecher fuer Statistik und Landesurkunde 1910 S.341 ff. Carmel Alex: Geschichte Hafas in der türkischen Zeit 1516-1918
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Fischer, Hermann: Reinhardtau-Reinerzau. Ein stilles Schwarzwaldtal - mit den Auge Kenners betrachtet, in: Stuttgarter Zeitung Nr.114 vom 20. Mai 1964 Seite 17. Georgii-Georgenau, Eberhard Emil von: Württembergisches Dienerbuch,
1877
Haag, Karl: Die Grenzen des Schwäbischen in Württemberg (Schwäbische
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Knapp, Theodor: Neue Beitraege zur Rechts- und Wirtschaftsgeschichte
des wuerttemb. Bauernstandes, 1919
Lange, Dietrich: Die Tempelgesellschaft 1848-1941. Manuskript im Besitz
der Tempelgesellschaft Deutschland.
Miller, Max: Die Auswanderung der Württernberge:r nach Westpreußen und dem Netzegau, 1776-1786 (Veröffentlichungen der wuerttembergischen Archivverwaltung, Heft 1). 1935. Pfeilsticker, Walther: Neues Württembergisches Diererbuch 2. Bd.
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Rieger, Georg Konrad und Immanuel Gottlob Brastberger: Predigtenund
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Sawatzky, Heinrich: Templer rnennonitischer Herkunft. 1955. Der Tübinger Verlag vom 8.Juli 1514. Faksimili aus Anlaß der 450-Jahrfeier. 1964. Wössner, Johannes und Karl Bohn: Heimatbuch der Stadt und des alten
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Stuttgarter Luftbild Elsäßer& Co., Stuttgart.Flughafen: 15 (Freigegeben durch Reg. Präs Nord-Württemberg Lizenz Nr.9/17499), 51 (Freigegeben durch Reg.Praes. Nordwuerttemberg Lizenz Nr.9/14281), 55 (Freigegeben durch Reg.Praes.Nordwürttemberg Lizenz Nr.9/891) Generallandesarchiv Karlsruhe: 19 Luftbild Albrecht Brugger, Stuttgart-Flughafen: 29 (Freigegeben vom Innenministerium Baden-Wuerttemberg Nr.2/12542), 35 (Freigegeben vom Innenministerium Baden-Württemberg Nr.2/12554), 65 <Freigegeben vom Innenministerium Baden.Wuertttemberg Nr.2/5763), 68 (Freigegeben vom Innenministerium Baden-Wuerttemberg Nr.2/17598) Photo-Bessler, Alpirsbach: 32 Ludwig Beilharz, Stuttgart-Vaihingen: 40,41,46,70, 71,80,85,85,87,89-97, 101,107,109-111, 115-117, 119-122, 125,126,128,129,154, 139 (oben), 142,143, 147, 150,153, 155-158,160, 165,167,168, 170, 174-176,178, 180-182, 186, 187,189-191 Gemeindearchiv Gruental: 56,58 Staatsarchiv Ludwigsburg: 65 Landeskirchliches Archiv Stuttgart: 76,7 Dr. A Petermanns Mitteilungen aus Justus Perthes' Geographischer Anstalt, Ergaenzungsband XXXIII (Heft 154-157), 1907: 99, 102, l03 (unten) Bayerisches Hauptstaatsarchiv München Abteilung IV: Bestand Palaestina-Bilder: 100 (Nr.1236), 103 (oben) (Nr.1229), 104 (Nr. 481), 152 (Nr.526), 137 (Nr.806) Elisabeth Engler, Reutingen, Postfach 5:139 (unten) Stadtarchiv Stuttgart, Stadtgeschichte Sammlungen: 166 Alex Carrnel, Die Siedlungen der württembergischen Templer in Palästina 1868-1918 (Veröffentlichungen der Kommission fuer geschichtliche Landeskunde in Baden-Wuerttemberg Reihe B Band 77) S.300: 183 |