Von Castel:

Das Staedtchen mit der Burg Bliescastel in der heutigen Bayerischen Rheinpfalz war der Stammsitz von folgenden vier verschiedenen Rittergeschlechtern von Castel, Vasallen und Burgleuten der dortigen Grafen.

1) von Castel mit dem Loewen:

Wappen: Im Schilde ein Loewe, derselbe wachsend auf dem Helme wiederholt.

Nachstehende Personen erscheinen aus dieser Familie, welche von dem Geschlechte von der Bruecken (de Ponte) zu Trier abstammt, urkundlich:

Rudolfus de Castello Ende des 12. Jahrh.
Johannes miles de Castello, filius Udonis de Ponte 1225.
Im J. 1281 Lambertus de Castel miles.
Im J. 1326 tragen Johannes, filius Lamberti senioris militis de Castele, ferner Lambertus und Lg., Soehne des Hennelinus de Castele militis, ihre Allodien zu Onewilre, Hoven bei Lautzkirchen, Alsbach, Forbach bei Limbach, Contwich bei Zweibruecken, Udenweiler bei Hornbach, Reckeringen bei Moerchingen und Daylhem dem Erzbischof Balduin von Trier zu Lehen auf.
Als Letzter erscheint Ludmann von Castel - Edelknecht im J. 1380.

2) von Castel mit dem Zickzackbalken:

Dieses ritterliche Geschlecht des Westrichs scheint, dem Wappen nach zu urtheilen, mit den benachbarten Herrn von Kirkel und von Siersberg eines Stammes zu sein.
Zu Bliescastel bei Zweibruecken waren sie Burgleute.
Urkundlich erscheinen im J. 1282 Fridericus de Castris miles, 1294 Reinhardus von Kastel nebst Tochter Beatrix.
Am 18. Januar 1332 verkauften Arnold von Castele und uxor Catharina an Erzbischof Balduin von Trier ihre GUeterrechte zu Hemmersdorf und Bueren bei iersberg und eine Rente aus den Zehnten zu Waldervingen (Wallerfangen). Ebenso im J. 1339 die Haelfte ihres Antheils am Walde Mulenbom bei St. Wendel.

Im J. 1341 uebergaben Reyner und Wyrich Gebrueder Edelknechte von Castel dem Reyner, Eidam der Frau im Hofe zu Celle, ihre Gueter zu Grachen (Graach), Wehlen, Berncastel und Henerode und mehr dergleichen an der Mosel.
Im J. 1352 erscheint ein Johann von Castell, 1362 Arnold (todt) und seine Soehne Nicolaus und Johann und deren beide gleichnamige Vettern, 1387 Niclas von Castel, Vogt im Nalbacher Thal und Margarethe von Castel Eheleute. 1395 verkaufen dieselben dem Erzbischof von Trier ihren Stall in der Burg zu Bliescastel.

Endlich erscheinen noch im J. 1429 ein Lambrecht von C. und 1438 ein Albrecht von C., Saarbrueckischer Amtmann zu Saarbruecken, ferner 1479 Lamprecht von C, belehnt von Trier mit demselben Gericht zu Castel. Im J. 1578 +Jobst von Castel, begraben zu St. Avold, wahrscheinlich der letzte maennliche Sprosse der Familie.

Wappen: Schild silbern, darin ein rother Zickzackbalken.
Helm: Dergleichen offener Flug.

Im J. 1362 siegelt Johann de Castel mit einem weissgekleideten Engelsrumpf, die Fluegel wie der Schild gezeichnet.
Johann von Castel 1467 hat statt des Engelrumpfes zwischen dem geschlossenen Fluge einen Loewenrumpf.
Margarethe von Castel fuehrt im J. 1391 im Schilde ueber dem Zickzackbalken einen vierlaetzigen Turnierkragen.

3) Streuf von Castel, ein Zweig der vorigen Familie

Lambrecht genannt Streufe, Burggraf zu Castel, Edelknecht und Consorten (darunter sein Bruder Johann) uebergeben im J. 1337 im Namen des Heinrich Herrn zu Vinstingen die Feste Castel an die Bevollmaechtigten des Erzbischofs Balduin von Trier.
Das Wappen war ein von dreilaetzigem (wahrscheinlich blauen) Turnierkragen ueberhohter (rother) Zickzackbalken im (silbernen) Schilde.
Auf dem Helme der silberngekleidete Engelrumpf zwischen zwei mit dem Zickzackbalken bezeichneten Fluegeln.
Dagegen siegelt im J. 1380 Lamprecht Streuf von Castel, Edelknecht mit zwei Bueffelhoernern auf dem Helme, welche je mit dem Schildes-Zickzackbalken bezeichnet sind.

4) von Castel mit den Hufeisen

Wappen: Im Schilde schraeg hintereinander 3 Hufeisen.
Kleinod:?
So siegelt im J. 1304 und 1340 Rothardus de Castele.
Weitere Mitglieder sind nicht bekannt.

5) Steuf von Castel

Quellen: *Der Adel in Deutsch-Lothringen* - J. Siebmacher's grosses Wappenbuch, Seiten 19,20, Tafel 15.