Schenk von Castel

Das Stammhaus dieses uradeligen Geschlechtes aus der Schweiz, ist das Bergschloss Castel im ehemaligen Fuerstenthum Constanz. Dasselbe hat einerlei Ursprung mit den Freiherrn von Castelen im Aargau und gehoerte zu den Herrngeschlechtern in Schwaben.

Udalrich II., +1140, wird als Stifter von Constanz betrachtet. Die Familie bekleidete lange Zeit das Erbschenkenamt bei den Hohfenstauf'schen FUersten, daher der Name. Kaiser Leopold I. bestaetigte derselben am 19. Juni 1665 den Freiherrnstand, der Reichsgrafenstand aber kam am 1. Maerz 1681 an das Haus. Max Joachim Schenk von Castell machte sich 1612 in Freiburg angesessen.

In Wuerttemberg sind die Grafen reichsritterschaftlich beguetert und in Baden besassen sie die Herrschaft Gutenstein, Engelwies und Altheim im Amte Stetten und finden sich noch 1834 in dem Verzeichnisse der badischen Grundherrn.

Stammwappen: in S. ein r. achtendiges Hirschgeweih, an der ausgeschnittenen Hirnschale.
Kleinod: das Hirschgeweih.
Decken: r.-s.

Vermehrtes Wappen: gevirt mit s. Mittelschild, darin drei r. Pfaehle. I. u. IV. Stammwappen, II. u. III. uebereinander zwei r., oefter gekroente, leopardirte Loewen (Landeck).
Kleinode: zwei gekroente Helme (muessten heraldisch 3 sein), dazwischen eine Krone (offenbar auf den mittleren, fehlenden Helm gehoerend), darauf ein s. rautenfoermiges, oben mit s. Kugel bestecktes Schirmbrett, darin drei r. Pfaehle (zum Mittelschild?). Helm I. zum Stammwappen, II. armloser r.-gekleideter Juenglingsrumpf mit sieben g. Knoepfen, wachsend.
Decken: beiderseits r.-s.

Graefliches Wappen (1681): gevirt mit geviertem s. Mittelschild, darin I. u. IV. Stammwappen, II. u. III. uebereinander, die beiden r.-leopardirten Loewen von Landeck. Hauptschild: I. u. IV. von S. u. R. fuenfmal schraeglinks getheilt, oder auch drei s. linke Schraegbalken (Schelklingen), II. und III. gespalten, vorn von B. und G. gerautet, hinten r. (Berg).
Kleinode: vier Helme. I. offener r. Flug mit drei s. Schraegbalken (Schelklingen), II. gekroent, Stammwappen, III. gekroent, wachsend ein r.-gekleideter armloser Mannesrumpf mit s. Kragen (Landeck?), IV. gekroenter armloser wachsender Mannesrumpf, rechts b., links r.-gekleidet mit drei s. Knoepfen. Die rechte Seite des Anzugs auch b.-g. gerautet (Berg).
Decken: I. II. III. r.-s. IV. b.-g.

(Gritzner, Mittheilungen. Hof- und Staatshandb. Dr. Schreiber, Geschichte von Freiburg S. 156 etc. Historisches Handbuch zum Taschenbuch d. graefl. Haeuser S. 125 etc.).

Quellen: *Die Wappen des Adels in Baden, Elsass-Lothringen und Luxemburg* (Der Adel in Baden)
- J. Siebmacher's grosses Wappenbuch, and 24, Seite 37 und Tafel 23