Chronica des Hauses Hugo 

(relatives of Ingeborg Brigitte Gastel) 
 

darin Herkummen und Geschichte / so auss alten und 
newen Manuscripts von dreyen Saeculis zusammen getragen 
worden / dargestellt ist. 
Ingleichen eine Genealogia von denen badischen Herren 
und teutschen Keysern / so dermahlen regieret / sampt einer 
Chronica von gar besonderlichen Weltgeschenussen selbiger Zeyt / 
was massen Teutschland belanget. 

Verfasst und der Familie gewidmet 

von 

Michael Conrad Theodor Hug 

Lahr (Baden), 1913 

-Seite 3- 

              Vorwort 
Auf Grund der nachstehend in Urschrift abgedruckten Familienpapiere (die Originale befinden sich im Besitz des Herrn Emil Hugo in Paris, Frankreich) aus dem 17. - 18. Jahrhundert, sowie einer durch Freifrau von Waechter-Spittler nach Aufzeichnungen ihres Herrn Vaters im Jahre 1895 verfassten Stammtafel, unternahm ich es, die Geschichte der Familie Hugo zu beschreiben und vermochte durch vielseitige Nachforschungen noch ein recht ansehnliches Material fuer meine Arbeit zu sammeln. 

Allen, die mich in freundwilliger Weise darin unterstuetzten, sei auch an dieser Stelle gedankt. 

Wegen Raummangels musste ich mich auf die Angabe der Geburts- und Sterbjahre, unter Weglassung von Monat und Tag, beschraenken. Letztere sind mir aber in den Hauptlinien groesstenteils bekannt, sowohl aus eigenen Familienpapieren, als durch Mittheilung seitens noch lebender Anverwandten und -besonders von den fruehern Generationen- durch zahlreiche Auszuege aus Kirchenbuechern (Abschriften von Geburts-, Trau- und Sterbe-Urkunden), welche sich nun bei den Familienpapieren befinden. Interessenten stelle ich die betreffenden Daten, soweit ich dazu im Stande bin, auf Anfrage gern zur Verfuegung.

Schluss der Chronik im November 1913 , -moege sie eine gute Aufnahme finden! 

                  Der Verfasser 
-Seite 5- 

*Ein kleiner Ring begrenzt unser Leben, 
Und viele Geschlechter reihen sich dauernd 
n ihres Daseins unendliche Kette.* 

                  Goethe. 
Hugo'sches Familienwappen.

Aeltester Stammbaum der Familie Hugo 

1605-1718 

-Seite 7- 

-Seite 8- 

      Grabmal des Johann Jacob Burckhard Hugo zu Rhodt.
          Uebersetzung der Grabinschrift: 
        Dem theuersten Vater von vier ueberlebenden Kindern, 
          Johann Jacob Burckhard Hugo
        der 50 Jahre lang ein aeusserst treuer Amtmann 
        der Durchlauchtigsten Fuersten von Baden-Durchlach war, 
        geboren am 26. Februar 1685, gestorben am 13. Dezember 1758, 
        liessen die Kinder in frommer Liebe dieses Grabmal errichten. 
-Seite 9- 
        Zur Geschichte des Hauses Hugo.
Die Wiege unsres Geschlechts stand zu Esslingen in Schwaben und soll erstmals einem Georgius Hugo gedient haben, der zu Beginn der Reformation gelebt und sich ihr angeschlossen hatte. Naeheres von ihm konnte aber nicht erforscht werden als der Name seiner Frau und der im Kirchenbuch Bd. V, S. 12 eingetragene Tauftag seines Sohnes Georg, waehrend ein mutmasslich juengerer Sohn Vitus (Veit) in den damals sehr mangelhaft gefuehrten Kirchenbuechern zu Esslingen nicht vorkommt. Dieser Vitus Hugo ist aber nachweislich der Vater unseres Ahnherrn Michael, wie aus des letztern Trauurkunde vom 26. April 1652 der Muensterpfarrei zu Strassburg hervorgeht, woring er als ehelicher Sohn des weiland Vitus Hugo, Buergers zu Esslingen, eingetragen ist. 

Eine sichere und im Mannesstamm lueckenlose Kunde von unsern Vorfahren, ihren Abkoemmlingen und deren Lebenslauf, womit sich diese Chronik befassen soll, haben wir erst seit Michael Hugo I., geb. 1605. Er war der Begruender einer badischen Beamtenfamilie, da sowohl er wie sein Sohn, Enkel und Urenkel Amtmaenner waren, die drei erstern zu Rhodt bei Landau, damals Baden-Durlach'scher Besitz in der Kurpfalz (Rhodt musste 1796 an die franzoesische Republik abgetreten werden und kam erst 1816 zu Bayern, wogegen Baden 1803 durch rechtsrheinische Gebietstheile entschaedigt wurde). Erst durch die Soehne von Johann Michael Hugo, geb. 1718, wird der seit mehreren Generationen bestandene Einzelstamm in drei Hauptlinien abgezweigt, deren erste, die Karlsruher Linie, zunaechst wieder zwei Beamte aufweist, sich in der Folge aber dem Kaufmannsstande zuwandte. 

Letztern hat sich die groessere zweiteLinie gleich zum Beruf erwaehlt und ist demselben -mit Ausnahme eines Sohnes, der Offizier wurde- bis zum heutigen Tage im Mannesstamm treu geblieben; eie groessere Anzahl Fabrikanten ist daraus hervorgegangen. Die zahlreichen Toechter haben aber dieser kaufmaennischen Lahrer Linie durch Heirath einen wertvollen Zuwachs anderer Staende gebracht, so eine Reihe angesehener Theologen und Schulmaenner, auch mehrere Beamte, einen in seiner Vaterstadt hochgeschaetzten Arzt und eine ganze Apothekerfamilie, zuletzt ein Seemann, sowie zwei weitere Offiziere. 

Die dritte, Goettinger Linie, zeichnet sich durch drei beruehmte Gelehrte aus, welchen wieder einige Beamte folgen, ist aber im Mannesstamm wie durch Heirath bald zum Militaerstand uebergetreten und zaehlt darin eine Anzahl hoeherer Offiziere zu den ihrigen. 

Andere als die vorerwaehnten Berufe waren bisher in keiner der drei Hauptlinien unseres Hauses vertreten, das auch an seinem angestammten Glauben unentwegt festgehalten hat. 

-Seite 10- 

Stammtafel (nicht gedruckt) 

-Seite 11- 

Das Haus Hugo, 1605 - 1913.
*Nebelbilder steigen daemmernd aus der Vorzeit dunkeln Tagen, 
Wispern hoer' ich ihre Lieder, bald wie Jubel, bald wie Klagen.* 




Georgius Hugo, Buerger zu Esslingen a.N. und seine ersame Hausfraw Catharina, nata Baeuerlin, liessen ihren ehel. Sohn Georg den 16. Martii 1567 ebenda taufen. Gevatter war Georgius Palinger, procurator stipendii, Gevatterin Peter Mautz, Becken Hausfraw. Ein mutmasslich juengerer Sohn war 

Vitus Hugo, der etwa um 1570 geboren sein mag und jedenfalls vor 1652 gestorben ist. Er wird ebenso als Buerger von Esslingen bezeichnet und ist der Vater unseres Ahnherrn 

Michael Hugo I, 1605-1692. Als letzter in Esslingen geboren, trat er in badische Dienste und wurde 1651 Markgraevisch Baden-Durlacher Amptmann zu Rhodt bei Landau. Er freiete Maria Ursula Beckerin von Strassburg im Elsass, geb. 1625, und wurde am 26. April 1652 uff der Herrenstub allda mit ihr copuliert. Sie war die Tochter des Burgers und geschworenen Wundarzts Paul Becker, auch Beisitzers im kleinen Rath zu Strassburg, und starb 1695 in "Rhodt. Von ihren vier Kindern ist 

Hans Michael, geb. 1655, ledig verstorben.

Anna Sara, 1659-1686m verheirathete sich mit Daniel Weiss in Speyer u;nd

Anna Margaretha, geb. 1661, mit Johann Heinr. Seif in Mannheim. Der ueberlebende Sohn war 

Stanislaus Jacobus Hugo, 1657-1722, buertig zu Rhodt. Er heurathete 1684 Maria Catharina, nata Fleckin, 1652-1689, des Joh. Hasseur, weyland Leutnants der Churpfaelz.Land-Companie zu Pferd, nachgelassene Wittib in Neustadt a.H. und Tochter des Burgers und Kuefers Joh. Heinr. Fleck ebenda. Nach deren Tode nahm er Margarethe Calvin zur Fraw, von welcher er keine Kinder hatte (siehe Anmerkung). Er war churpfaelz. Zoller, spaeter Renovator genannt, zu Neustadt a.H. und erhielt 

Anmerkung: -Seine Sterbe-Urkunde lautet woertlich: 

*-1722, den 7. Febr. Wurde morgens nach 7 Uhr tod im Bett angetroffen Herr Stanislaus Jacob Hugo, gewesener Renovator, ein Mann von schoenen Gaben. Er wurde den 9. Ejusd. Begraben, seines Alters 65 Jahre.* 

Anders aber lautet die Sterbe-Urkuknde seiner zweiten Frau: 

*-1721, den 22. Dezember ist gestorben Frau Margarethe Calvin, Herrn Stanislaus Jacob Hugo's uxor, ein recht boess Weib, wie Sie von ihm bis in den Tod angegeben worden und ist den 24. Ejusd. Begraben worden.* 

-Seite12- 

nach seines Vaters Tode die Amtmannsstelle in Rhodt. In einer noch im Landesarchiv vorhandenen Eingabe, vom 13. Dezember 1708, bittet er um Uebertragung seines Dienstes auf seinen einzigen Sohn 

Johann Jacob Burckhard Hugo , 1685-1758, buertig zu Neustadt a.H. Derselbe studierte in Strasburg mit Bartenstein (Joh. Christoph Freiherr von Bartenstein, Oesterr. Staatsmann, geb. zu Strassburg 1689, gest. zu Wien 1767, war unter Kaiser Karl VI. Und Maria Theresia in wichtigen Aemtern von grossem Einfluss) und heurathete 1709 Anna Barbara Messerschmidtin, 1680-1733, Wittib Conrad Wagner's und einzige Tochter des Schultheissen Joh. Michael Messerschmidt von Rhodt. Er wurde 1709 Nachfolger seines Vaters im Dienst und Praefect zu Rhodt.

In zweiter Ehe freite er 1739 des weyland Tobiae Sartorii, Pastors zu Nussdorf nachgelassene Eheliebste, Maria Sybilla, 1692-1749, welche kinderlos blieb. 

Sein *monumentum* ist an der Pfarrkirche zu Rhodt neben der Hauptthuer angebracht und noch gut erhalten (siehe Abbildung). 

Aus seiner ersten Ehe stammen 4 Kinder: 

1. Anna Barbara Hugo, 1710-1792, nahm 1726 Zacharias Folz aus Langenkandel, Weinhaendler in Rhodt, 1693-1770, zum Manne. Von Ihren 3 Kindern war der Sohn 

    Michael Folz, 1738-1809, Kaufmann zu Rhodt, mit Christina Henriette Mueller verheirathet und hatte 3 Kinder: 

    a. Anna Christina, geb. 1766, spaetere Frau ihres Vetters Johann Jacob Hugo in Lahr, 

    b. Johann Jakob Folz, 1773-1797 und 

    c. Michael Folz, geb. 1777. 

2. Johann Michael Hugo, 1718-1799, geb. Zu Rhodt, war 1743 Hof- und Ehegerichtssekretaer in Karlsruhe, 1746 Rat und Amtmann zu Stein, 1750 Oberamtmann des Oberamts Roetteln zu Loerrach, 1764 Landschreiber der Landgrafschaft Sausenberg und Herrschaft Hochberg mit dem Sitz in Loerrach und 1784 Geh. Hofrat in Karlsruhe. Er wurde 1791 mit dem Titel eines Geheimrats 3. Klasse pensioniert und versah noch provisorisch das Directorium des Kirchenrats. 

Er war seit 1746 verheirathet mit Sophia Elisabetha Magdalena Morstadt, 1725-1784, Tochter des Stadtpfarrers Christian Heinr. Morstadt (dessen Grabstein, sowie derj. Seines Vaters Johann Morstadt, Kirchenrat und Superintendent zu Lahr, gest. 1719, mit gut erhaltenem Wappen und latein. Inschriften, befinden sich an der noerdlichen Mauer des alten Kirchhofs in Lahr. Diese Familie ist ausgestorben zu Lahr, gest. 1735, und dessen Ehefrau Maria Magdalena, einer Tochter des Altbuergermeisters Georg Mueller zu Lahr. 

Die Stufenfolge dieser Familie ist aus dem vorn abgedruckten aeltesten Stammbaum ersichtlich. 

-Seite 13- 

Sie hatten 6 Kinder und sind die Stammeltern der heute noch bestehenden 3 Linien Hugo; beide starben in Karlsruhe. 

3. Anna Maria Hugo, 1721-1794, ehelichte 1736 den Apotheker Friedrich Pauli, nachmaligen Buergermeister zu Landau, geb. 1711, und hatte 5 Kinder.

Von dieser Seitenlinie hat ein Nachkomme, Hewrr Hauptmann Otto Hoffmann, z.Zt. im Infant.- Reg. No. 169 in Lahr, einen Stammbaum angelegt. 

4. Georg Ludolph Hugo, 1723-1772, war Rat und Amtmann zu Stein und starb ledig. 

        ----------------------------------------------------- 
    Die Kinder des Stammvaters Johann Michael Hugo:
1. Christian Gottlob Michael Hugo, 1750-1804, geboren zu Loerrach, war Oberamtmann in Mahlberg, Landschreiber in Loerrach und Geheim Hofrat in Karlsruhe, seit 1767 verheirathet mit Julianne Christine Friedericke Wieland von Muellheim, 1758-1816. Sie hatten 5 Kinder und sind dieBegruender der ersten Linie Hugo. (Siehe deren besondere Stammrolle). 

2. Sophie Mangdalena Hugo, 1765-1820, war verheirathet mit Geheim Hofrat Junker in Karlsruhe, gest. 1808, und hatte 2 Kinder: 

    a. Luise, heirathete den Generalkassier Sievert in Karlsruhe, 5 Kinder: 
    Fritz, Edmund, Julius, Jenny und Gustav

    b. Fritz Junker, + 

3. Johann Jacob Hugo, 1757-1827, geb. Zu Loerrach, Kaufmann in Lahr, ehelichte 1783 die Tochter seines Vetters, Anna Christina Folz von Rhodt, 1766-1836 (sie starb am 17. Juli in der evangelischen Kirrche zu Weil, wo sie bei ihrer Tochter E.R. Hoyer im Pfarrhaus zu Besuch war). Sie hatten 9 Kinder und sind die Stammeltern der durch ihren Kinderreichtum so viel verzweigten zweiten Linie Hugo. (Siehe deren besondere Stammrolle.) 

Er begruendete 1781 mit Joh. Autentrieth unter der Firma Authenrieth & Hugo eine Schnupftabakfabrik in Lahr, setzte sie 1784 auf eigenen Namen und seit 1786 mit seinem Bruder Carl Wilhelm unter der Firma Hugo Gebrueder fort (jetzt Stoesser'sches Haus, welches die Brueder Hugo von 1783-1790 durch einen Strassburger Architekten erbauen liessen und dessen Kosten sich auch 36-36,000 Gulden belaufen haben sollen; es bildet noch heute eine Zierde der Stadt (siehe Abbildung.) 

4. Friedericke Dorothea Hugo, 1759-1820, heirathete den Staatsrat Wieland in Karlsruhe und hatte 2 Kinder: 

    a. Gustav, geb. 1820, Kriegsrat in Krlsruhe, verheirathet mit Caroline Stolz von Lahr und kinderlos. 

    b. Luise, war verheirathet mit Kaufmann Meyer und hatte 2 Kinder. 

-Seite 14- 

5. Carl Wilhelm Hugo, 1761-1841, Kaufmann in Lahr, ehelichte Susanne Barbara Birr von Strassburg, 1768-1851, und associerte sich mit seinem Bruder Joh. Jacob Hugo. Anlaesslich eines Besuchs, welchen Grossherzog Leopold im Oktober 1832 der Stadt Lahr abstattete, wurde ihm, als Enior des Hauses Hugo fuer dessen Verdienste in der Handelszunft und im oeffentlichen Leben der Zaehringer Loewenorden verliehen, -eine damals noch seltene Auszeichnung fuer Nichtbeamte. Seine Tochter, Sophie Caroline, 1791-1871, heirathete den Kaufmann Carl Ferdinand Diehl in Lahr, 1781-1841, welcher als Theilhaber in das Geschaeft seines Schwiegervaters und Onkels eintrat. Ihre Sommerresidenz war der sogenannte Dieh'sche Garten, jetzt Emil Waeldin'sche Villa. 

Von ihren drei Kindern wurden Julie und Emilie 1830 in der Bluethe ihrer Jugend, 20 bzw. 18, durch Scharlach dahingerafft. 

    Deren Grabschrift lautet: *Beide starben ein Bild der Unschuld, Guete und kindlichsten Liebe. Weinet mit ihren beklagenswerthen Eltern und Grosseltern.*

    Der Sohn Ferdinand, 1811-1899, ehelichte die Tochter Marie des Staatsrats Wolf in Karlsruhe. 5 Kinder: 

    1. Emilie heirathete den pract. Arzt Dr. Dambacher in Karlsruhe. 
    2. Frieda, verehelichte Clavel, starb in Muenchen. 
    3. Marie, Wittwe des Kaufmanns Gustav Heidlauff, wohnt in Basel, ebenso 
    4. Carl Ferdinand und 
    5. Caroline, welche unvermaehlt sind. 

Ferdinand Diehl wurde als Nachfolger seines verst. Vaters Theilhaber der Firma Hugo Gebrueder und gruendete 1849 eine Filialfabrik in Basel, welche er 1854, als er aus dem Lahrer Geschaeft austrat, fuer eigene Rechnung uebernahm. Diesselbe ist heute noch (1913) im Besitz seines Sohnes Carl Ferdinand und dessen Theilhabers Rudolf Gageur (frueher Lahr), und fuehrt den Namen Diehl, Gageur & Co., vormals Hugo Gebrueder. 

6. Gustav Conrad Hugo, 1765-1844, geboren zu Loerrach, Professor und Geheim Justizrat in Goettingen. Beruehmter Lehrer des roemischen Rechts und Begruender der historischen Juristenschule. Er erhielt seine akademische Vorbildung zu Montbellard und Karlsruhe, studierte 1782-85 zu Goettingen, neben Jurizprodenz mit Vorliebe Philosophie und Geschichte, wurde 1786 Lehrer des Erbprinzen Leopold Friedrich Franz von Dessau und war seit 1788 Professor der Rechte an der Universitaet Goettingen. Seine durch Scharfsinn, Forschung und Gelehrsamkeit gleich ausgezeichneten juristischen Lehrbuecher finden sich im Conversations-Lexicon verzeichnet.

Er heirathete 1792 Julie Mylius von Berlin, 1777-1821. Sie hatten 3 Kinder und schufen die dritte Linie Hugo (siehe deren besondere Stammrolle). 

-Seite 14a- 

        Die Stammeltern der drei Linien Hugo.
Johann Michael Hugo und Sophia Elisabetha Magdalena Morstadt. 
1718-1799 1725-1784. 
        Erlaeuterungen zur Morstadt'schen Stammtafel. 
Johannes Morstadt I. (Siehe Seite 5 (aeltester Stammbaum) und 12, - Seite 19 dieser Chronik), Kirchenrat und Superintendent, 35 Jahre Stadtpfarrer in Lahr. Dessen Vorfahren konnten nicht ermittelt werden, weil die alten Kirchenbecher bei der Zerstoerung der Stadt durch die Franzosen am 15. September 1677 verbrannten und die neuen erst mit 1680 beginnen.

Seiner Ehe mit Anna Elisabetha Mez, des Apothekers Tochter und einziges Kind, ensprossen 2 Soehne und 1 Tochter: 

1. Johannes Morstadt II, welcher 39 Jahre Pfarrer in Hugsweier und mit Susanna Catharina Zanckel, Tochter des Handelsmann und Buergermeisters Mathias Zanckel in Lahr, verheiratet war. Dessen Sohn 

     
    Johannes Morstadt III. loeste zunaechst seien Vater im Amte ab und wurde dann Pfarrer in Broggingen. Er ist der Vater des dort geborenen 
    Johann Gottlieb Morstadt I., Handelsmann in Lahr, der in erster Ehe mit Sophia Christina Preu und in zweiter mit Dorothea Pannifex verheiratet war. 
2. Susanna Christina Morstadt, Frau des nur 30 Jahr alt gewordenen Diakonus und Praezeptors Johann Christian Zangmeister in Lahr. Ihr Bruder 
3. Christian Heinrich Morstadt war Diakonus und Stadtpfarrer in Lahr und mit Maria Magdalena Mueller, Tochter des Handelsmanns und Altbuergermeister Georg Mueller in Lahr verheiratet. Von ihren 6 Kindern ehelichte 
    Sophia Elisabetha Magdalena Morstadt (siehe Seite 3 0aeltester Stammbaum) und 12) den damaligen Amtmann in Stein und spaeteren Geheimrat in Karlsruhe Johann Michael Hugo; sie sind die Stammeltern der 3 Linien Hugo. 

    Zu dem umstehenden Stammbaum zaehlen ferner: 

Wilhelm Morstadt, Kaufmann in Lahr (1797-1874), verheiratet mit Albertine Meister, Tochter des Farikanten Franz Meister in Heiligenzell (gebuertig aus Goettingen) und der Anna Christina Hugo (siehe Seite 19 dieser Chronik) -II. Linie mit ihren Nachkommen, worunter auch ihr Sohn, Kaufmann Wilhelm Morstadt in Karlsruhe (1829-1893), spaeter Landtagsabgeordneter der Stadt Lahr. Ihr Anschluss muesste aber noch naeher ermittelt werden. 
          Das Morstadt'sche Wappen um 1600. 

-Seite 15- 

            Die drei Linien Hugo. 
-Seite 15a und Seite 16 nicht gedruckt- 

-Seite 16a- 

        Hofrat Christian Gottlob Michael Hugo 
Landschreiber und Oberamtmannin Loerrach. 

Als die franzoesiche Armee des Generals Moreau im Juli 1796, aus Schwaben kommend, ins badischeOberland einfiel, hatten die Bewohner durch die Requisition des Fuehrers General Jung schwer zu leiden, nachdem schon die bisherige oesterreichische Besatzung auf ihrem Rueckzuge sich zahlreicher gemacht hatte. 

Jung, ein leidenschaftlicher *Jakobiner*, hatte den Plan gefasst, die badischen Oberbeamten ausser Taetigkeit zu sehen. Verwirrung und Unordnung zu stiften und die Untertanen zum Aufruhr zu veranlassen. Einer der ersten, die ihm bald vum Opfer fielen, war Hofrat Hugo in Loerrach. Jung hatte an das Oberamt die unberechtigten Forderungen gestellt, welche Hugo in hoeflichster Form ablehnte. 

In der folgenden Nacht gegen 1 Uhr erschien vor seinem Hause Jung in eigener Person, begleitet von seinem Adjutanten und 26 berittenen Dragonern, und liess aufs heftigste pochen, bis Hugo die Haustuer oeffnete. Jung trat ein und schrie ihn an: *malheureux coquin, je crois que tu veuz te jouer de moi!* Jedes seiner Worte begleitete er mit einem Faustschlag auf Gesicht und Brust des Hofrats. Frau Hugo, die angstvoll herbeieilte, schlug er so, dass sie ruecklings auf die Treppe field. Es wurde dem Hofrat vorgeworfen, er habe die franzoesischen Emigranten unterstuetzt, er sei im Einverstaendnis mit den rebelischen Blanchards und ein Verraeter an der franzoesischen Nation. 

Unter brutalen Beschimpfungen und Misshandungen wurde er zu Fuss von 12 Dragonern nach Hueningen geschleppt; der ihn eskoriterende Unteroffizier drohte, ihn an den Pferdeschwanz zu binden. Alle Berufungen auf seinen Landsherrn, den Markgrafen Karl Friedrich von Baden, nach dessen Instruktionen er zu handeln habe, halfen nichts. *Je te montrai qui plus est que le margrave* war die einzige Antwort. Die uebrigen Dragoner blieben in Loerrach in der Staatskanzlei und schlemmten an sechs Tage und Naechte lang. Freilich kamen auch Ortseinwohner und zehrten mit; sie freuten sich ueber den Vorfall und meinten, es wuerden bald die uebrigen Oberamtspersonen ebenfalls abgefuehrt und Freiheit und Gleichheit eingefuehrt werden (solches Gesindel gibt es ueberall und zu allen Zeiten). Allein das Oberamt sandte sogleich eine Stafette an den Obergeneral Moreau und beklagte sich beim Direktorium in Paris. Schon am 26. August erfolgte die Entscheidung. Hofrat Hugo wurde aus der Haft entlassen, und General Jung nach Paris abgerufen, um wegen dieser und noch anderer Gewalttaetigkeiten vor ein Gericht gestellt zu werden. 

-Seite 16b- 

Sein Nachfolger im Wiesental, General Desanfans, war das gerade Gegenteil seines Vorgaengers. Hilfreich, freundlich und gerecht, suchte er dem ungluecklichen Lande die schwere Kriegslast soviel als moeglich zu erleichtern. Es ist nicht zuviel gesagt, wenn von ihm in einem Bericht behauptet wird, General Desanfans hat im Heren der Loerracher ein Denkmal hinterlassen. Er hat es voll verdient. 

Obige Episode ist einem Tagebuch des damaligen Pfarrers Philipp Jakob Herbst in Steinen entnommen und 1907 herausgegeben von dessen Urenkel Stadtpfarrer A. Schmitthenner in Heidelberg, welcher ein Nachkomme aus unserm Hause Pannifex (Aline Wagner) zur Frau hatte. 

Sie kennzeichnet die Franzosen als das unkultivierte Volk, als welches es sich auch nach dem Weltkriege im besetzten Deutschland benahm, nur mit dem Unterschiede, dass die jetzigen Schandtaten vom dermaligen Gewalthaber Poincare und seinen Genossen in Paris gebilligt und angeordnet sind. -Der Verfasser- 

4. Ergaenzungsblatt, Juli 1923, im Zeichen des hoechsten Elend und - Schwindels. 

-Seite 17- 

            Die I. (Karlsruher) Linie. 
Nachkommen von Christian Gottlieb Michael Hugo. 

1. Caroline Juliane Hugo, geb. 1777, verehelichte Maurer, deren Tochter Friedericke, verehelichte Kuehner. 

2. Gustav Wilhelm Hugo, 1782-1863, geb. Zu Mahlberg, studierte in Goettingen und Jena, war Ministerialsekretaer beim Fiskalamt und Archivar der I. Kammer der badischen Landstaende zu Karlsruhe. Seine Frau war Rosine Wagner von Koenigsbach. 2 Kinder: 

    a. Adelheid, 1826-1894, starb unvermaehlt zu Karlsruhe. 
    b. Leopold Wilhelm Gustav, 1835-1895, lernte in Coeln und Lyon die Kaufmannschaft und trat in das Geschaeft seines Vetters, Tabakfabrikant Griesbach in Karlsruhe, ein. 
    Er war zweimal verheiratet: 

    1, mit Lina Steinmetz, gest. 1878, 

    2. mit Sophia Seyfried aus London und hinerliess einen Sohn erster Ehe: 

    Emil Leopold Gustav Wilhelm, geb. 1877, Kaufmann in Paris, welcher noch unvermaehlt und der einzige Nachkomme der ersten Linie Hugo im Mannesstamme ist. 

3. Christian Hugo, geb. 1783, hat studiert und starb vor seiner Anstellung. 

4. Fritz Hugo, geb. 1784, war Theilhaber des Hauses Merian-Burkhardt in Basel und starb ledig in Sulz i.Eis. 

5. Friedericke Wilhelmine Hugo, 1786-1842, ehelichte den notaire und maire Philipp Fr. Muentz in Sulz und Wald (Elsass) und hatte 5 Kinder: 

    Fritz, Adolf, Eugen, Julie und Eduard

    Ein Enkel von Eugen war der bedeutende Kunsthistoriker Eugene Muentz in Paris, 1845-1902.

-Seite 18- 
      Stammtafel der II. (Lahrer) Linie Hugo. (Nicht gedruckt)
-Seite 19- 
            Die II. (Lahrer) Linie. 

            Nachkommen von Johann Jacob Hugo.

1. Anna Christine Hugo, 1784-1859, war verheirathet mit Kaufmann Franz Meister von Goettingen, Buerger in Lahr und Fabrikant in Heiligenzell, gest. 1837. - Sie starb als Wittwe bei ihrer Tochter in Legelshurst und hatte 6 Kinder: 
    1. Mina, erste Frau des Diakonus Kroell in Lahr, starb im ersten Jahr ihrer Ehe, kinderlos. 
    2. Lisette, ehelichte den Oberfoerster Bickel in Ichenheim und hatte 5 Kinder. 
    3. Albertine, ehelichte Kaufmann Wilhelm Morstat in Lahr und hatte 7 Kinder. 
    4. Ferdinand, verheirathet und gestorben in Nuernberg, hinterliess 2 Toechter. 
    5. Emilie, war verheirathet mit Dekan Haeusser in Legelshurst und hatte 4 Kinder. 
    6. Pauline, ehelichte den Kaufmann Scheuermann in Schiltach, ihr einziger Sohn Alfred war in Basel verheirathet.
2. Michael Hugo, 1785-1858, ehelichte Friedericke Pannifex (beerdigt in unserer Familiengruft), 1789-1863, Tochter des Handelsmanns Georg Friedrich Pannifex, gestorben 1828, und der Maria Dorothea, geb. Griesbaum in Lahr, welche das jetzige Haus Moritz Unger besassen. Ueber ihre 6 Kinder wird in einem besondern Abschnitt berichtet, ebenso ueber die Familie Pannifex. Michael uebernahm mit seinem Bruder Carl Ludwig die elterliche Schnupftabakfabrik Hugo Gebrueder in Lahr, unter der Theilhaberschaft ihres Vetters Carl Ferdinand Diehl in Lahr und Elias Burkhardt's in Basel. 
    Amtmann Stein schreibt in sener Geschichte der Stadt Lahr (1827): 

    *Hugo Gebrueder fabrizieren Rauch- und Schnupftabak und zeichneten sich seit ihrem 46 jaehrigem Bestehen durch strenge Redlichkeit, Fleiss und Eifer aus.* 

Der Geschichte dieser Firma ist ein besonders Kapitel gewidmet. 

3. Gustav Friedrich Wilhelm Hugo, 1788-1835, war Kaufmann in Lahr und ehelichte ElisabethBucherer von da, 1795-1838. Ihr einziges Kind Lisette was verheirathet mit Kaufmann Georg Friedrich Lagay in Lahr und hatte 3 Kinder. 

-Seite 20- 

4. Elisabetha Rosina Hugo, 1791-1858, war verheirathet mit Johann Friedrich Hoyer von Muellheim, Pfarrer in Diersburg, spaeter in Weil und Altenheim, 1778-1845, und starb als Wittwe bei ihrer Tochter in Toetteln; sie hatten 4 Kinder: 

    1. Lisette Hoyer, starb ledig. 
    2. Victor Hoyer, starb ledig. 
    3. Julie Hoyer, 1814-1850, ehelichte den Professor und Diakonus Ludwig Fesenbeckh in Lahr; deren Tochter Emma lebt unvermaehlt in Lahr. 
    4. Hermine Hoyer, 1815-1885, ehelichte Friedrich Specht, Pfarrer in Loerrach, spater in Roetteln und Wittenweier; ihre 6 Soehne, welche sich ebenfall in den Dienst der Kirche und Schule stellten, sind: 
      Hermann Specht, Kirchenrat in Heidelberg, 
      Gustav Specht, Hofrat in Krlsruhe, frueher Director der hoeheren Toechterschule in Lahr, 
      Karl Specht, Stadtpfarrer in Durlach, 
      Julius Specht, Pfarrer in Wittenweier, 
      Emil Specht, Dr.phil., Zollbeamter in China, 
      Max Specht, Reallehrer in Karlsruhe, von welchen die vier letzteren nicht mehr leben. 
5. Carl Ludwig Hugo, 1793-1870, war Theilhaber der Firma Hugo Gebrueder und ehelichte Elisabeth (genannt Lisette) Wentz in Lahr, 1806-1846. 4 Kinder: 
    1. Camilla, war verheirathet mit Christian Friedrich Mueller, Hofbuchhaendler und Buchdruckereibesitzer in Karlsruhe. Deren Tochter Lina starb ledig. 
    2. Bianca, dessen zweite Frau, hatte 2 Kinder:
      Arthur Mueller, verheirathet und gestorben in Australien, war Kaufmann und hinterliess 2 Kinder. 
      Anna Mueller, starb ledig. 
    3. Oscar Hugo, war Kaufmann und starb in Barcelona, und 
    4. Mathilde, starb 1892 in Lahr, beide unvermaehlt. 
6. Caroline Hugo, 1797-1876, war in kurzer und kinderloser Ehe verheirathet mit Kaufmann
Carl Ruppert in Schopfheim und verbrachte nach dessen Tode eine Reihe von Jahren in geschaetzter Stellung bei der Familie Bachofen in Basel. Spaeter in ihre Vaterstadt Lahr zurueckgekehrt, erfreute sie sich waehrend eines noch langen Lebensabends wegen ihres edlen Characters und ihrer grossen Naechstenliebe allgemeiner Wertschaetzung. Von starkem Familiensinn durchdrungen, war sie den zahlreichen Kindern und Enkeln ihrer Geschwister eine allezeit guetige Tante und Grosstante. Ehret ihr Andenken!

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7. Sophie Amalie Hugo, 1799-1854, ehelichte den Kaufmann und Gerbereibesitzer Johann Samuel Fingado in Lahr, 1803-1869, und hatte 3 Kinder: 

    1. Amelie Fingado, geb. 1830, heirathete ihren Onkel Johann Friedrich Schaaff, 1799-1882, Rentner in Kehl, spaeter in Lahr wohnhaft (jetzt Stautz'sches Haus). 3 Kinder: 
      a. Karl, war Besitzer der Lenz'schen Porzellanfabrik in Zell a.H. und lebt als Rentner in Freiburg. Er ist verheirathet mit Marie Heinrich von Karlsruhe und hat 3 Kinder. 
      b. Fritz, Rechtspraktikant, starb 1880, 26 Jahre alt. 
      c. Helene, heirathete Oberregierungsrat Ruoff in Karlsruhe und hat 2 Kinder. 
    2. Elise Fingado, geb. 1833, ehelichte ihren Vetter Hyppolyt Hugo, Tabakfabrikant in Lahr, 5 Kinder (siehe unter Michael Hugo-Pannifex). 

    3. Hugo Fingado, 1834-1867, uebernahm das vaeterliche Geschaeft und heirathete Pauline Mylius in Lahr, 1845-1868. Sein Sohn Hugo war Gutsbesitzer in Bayern und lebt verheirathet als Rentner in Heppenheim. 

8. Johann Jakob Hugo, 1801-1863, Kaufmann und spaeter franzoesischer Sprachlehrer in Lahr. Er wurde Jacques genannt und machte in seinen jungen Jahren Reisen in's Ausland, auch nach Nord-Amerika. Er blieb unverheirathet, war ein wenig Sonderling, und lebte bis zu seinem Tode bei seiner Schwester Caroline, verwitwete Ruppert. 

9. Friedericke Luise Hugo (erste Frau von C.F. Jamm), 1802-1833, ehelichte den prakt. Arzt Carl Friedrich Jamm (begraben in unserer Familiengruft) in Lahr und hatte 2 Soehne: 

    Carl, Kaufmann, starb ledig in Havana, Cuba, 1854. 
    Hermann, Kaufmann, starb ledig in Vera Cruz, 1856 beide am gelben Fieber. Ersterer war imn Geschaeft von C.W. Jamm in Havana, des unverheirathet gebliebenen Vetters seines Vaters, der Ende der 50er Jahre in seine Vaterstadt Lahr zurueckkehrte (Villa Jamm, jetzt Stadtpark) und dieselbe bei einem 1875 erfolgten Tode zur Universalerbin einsetzte (Stadtpark mit Stadtbibliothek, Christuskirche und kuenftiges Pfruendnerhaus). 
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        Die Firma Hugo Gebrueder in Lahr, 
          ihr Anfang, Werdegang und Ende. 
        (Zum Theil aus den betreffenden Stammrollen wiederholt.) 
Johann Jacob Hugo begruendete 1781 mit Johann Authenrieth eine Schnupftabakfabrik in Lahr. Sie ersteigerten zu diesem Zwecke einen ausserhalb des Dinglinger Thors gelegenen Garten, um darauf gemeinschaftlich ein Doppelwohnhaus, sowie rueckwaerts die erforderlichen Fabrikgebaeude zu erstellen. Ehe aber mit dem eigentlichen Bau begonnen war, zerfielen diese beiden Socii und trennten sich. Hugo erwarb nun auch die Authenrieth gehoerende Haelfte des grossen Bauplatzes und setzte das Geschaeft auf eigenen Namen fort. Nachdem er 1786 seien Bruder Carl Wilhelm als Theilhaber aufgenommen hatte, konnte der Bau zu Ende gefuehrt werden, was 1790 geschah. 

Diese unternehmenden Kaufleute gruendeten dann 1810 unter ihrer bisherigen Firma Hugo Gebrueder, mit dem Sitz in Lahr, noch eine Cichorienfabrik in dem eine kleine Stunde entfernten Orte Heiligenzell. Dies geschah unter Mitwirkung ihres Schwagers Franz Meister in dem von letzterm uebernommenen Anwesen, dem frueher der Benediktiner-Abtei Schuttern gehoerenden Kloster, worin derselbe seit 1806 eine Seifenfabrik betrieben hatte. Anfangs der zwanziger Jahre wurde saselbst auch der schon im Lahrer Hause begonnenen Fabrikation von Rauch- und Kautabak eine groessere Ausdehnung gegeben. 

Nach dem Tode Johann Jacob's (1827) wurden dessen Soehne Michael und Carl Ludwig seine Geschaeftsnachfolger, waehrend sich Carl Wilhelm in's Privatleben zurueckzog, und seinem Schwiegersohn Carl Ferdinand Diehl seinen Platz und Antheil im Geschaeft einraeumte, welchen nach dessen Tode sein Sohn Ferdinand uebernahm. Zur bessern Foerderung ihrer vielseitigen Unternehmungen nahmen dieselben Herrn Elias Burckhardt in Basel als Commanitaer auf. 

Da die Schweiz als Hauptabsatzfeld fuer Schnupftabak und Carotten in Betracht kam, wurde 1849 eine Zweigfabrik in Basel unter der gleichnamigen Firma Hugo Gebrueder durch den Sohn Ferdinand Diehl errichtet, welche 1854 in dessen Besitz ueberging, als die Schnupftabakfabrikation in Lahr nach dem 1849 erfolgten Austritt des Theilhabers Carl Ludwig Hugo eingestellt worden war. 

Michael Hugo (beerdigt in unserer Familiengruft) war schon frueher zur Leitung der dortigen Fabrik nach Heiligenzell gezogen, wo 1850 noch die Cigarrenfabrikation in groesserem Masstabe aufgenommen wurde. Er starb daselbst 1858 und ist in der Familiengruft zu Lahr bestattet. Schon 5 Jahre vor seinem Tode (1853) ist die Firma in M. Hugo & Co., Lahr, abgeanedert worden. 

Das Wohn- und Geschaeftshaus in Lahr wurde 1859 an Stoesser-Fischer und die Cichorienfabrik in Heiligenzell 1863 samt Firma an Hermann Graumann von Lahr verkauft, waehrend die Cigarrenfabrik vom Sohne Hippolyt Hugo uebernommen und unter seinem Namen nach dem benachbarten Friesenheim verlegt wurde. 

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              Pannifex. 
Wie der erste Pannifex nach Lahr kam und der Stammvater muetterlicherseits von Michael Hugo's Nachkommen (2. Linie) wurde, auch Einies aus seinem Leben und Wirken. 

Als um Pfingsten 1659 ein sehr tuechtiger Lehrer fuer die Deutsche Schule in Lahr, Johannes Pannifex, angestellt wurde, findet er kein Schulhaus vor, weil es durch Lindwurm's, des gewesenen Schulmeisters Liederlichkeit abgebrannt war. Man haelt jetzt Schul im Spital, nahe am Dinglinger Thor. Pannifex war geboren den 6. Juni 1629 zu Beela in Ungarn. Seinen ersten Unterricht erhielt er in seiner Heimath, spaeter besuchte er die Universitaeten zu Jena und Strassburg, hat auch Kinder hin und wider informirt. Ist mit allerley feinen, besonders guten Theologischen Buechern versehen und ist beides, ein guter Vocalis und instrumentalis Musicus, in der Kirchen schlaegt er die Orgell, sowohl wenn man figuraliter als auch der choraliter singt, mit maenniglich contento und begnuegen (zu allgemeiner Zufriedenheit). Ist ein wenig auslaefisch, aber er versaumpt darum nie in der Schuhl, die Kinder lernen wohl bey ihm, denn er ist fleisig und eufferig bey ihnen; wissen nichts Ungebuehrliches zon ihm zu sagen. Er beklagt sich, das der Pfarrer zwar visitirt, aber dem Lehrer nicht sage, wenn etwas nicht recht ist, dagegen ihn beim Junker verklage. Pfarrer Caroli sagt, er thue es damit er ihn in mehrer Forcht und Fleiss erhalte. 

Im Winter 1672/73 hat er ueber 100 Schulkinder gehabt, anjetzo in Sommerszeit noch bey 80, beyuderlei, Knaben und Meydlin, zusammen. 

Welche faehig, kommen nicht allein im lesen und schreiben, sondern auch im chatechismo, fragstueckhlin, spruechen und Gebetten fein forth; massen Ew. Pannifex ein gar gutes Donum informandi (Unterrichtsgabe) hat. 

Im Jahre 1661 verehelichte sich Pannifex mit Salome Maria Zanckel, des Schultheissen zu Lohr Tochter, hatte 1673 einen Sohn, so bereits die Orgell schlagen kann, auch 3 Toechter. Er starb den 26. Oktober 1681, als langjaehriger Schulmeister allhier ehrlich begraben. Sein Sohn Johannes wurde 1689 Pfarrer in Roetteln und 1710 in Schopfheim. (Diese Schilderung kam aus den Visitationsberichten jener Zeit, welche im Landes-Archiv aufbewahrt sind, ist dem kuerzlich erschienenen interessanten Buche *J.H. Buettner, ein Bild evang. Glaubenstreue zur Zeit des 30jaehrigen Krieges* von Kirchenrat D.F. Bauer in Lahr mit der Erlaubnis des Herrn Verfassers entnommen.) 

Dieser war der Urgrossvater von Friedericke Pannifex, welche Michael Hugo (beide in unserer Familiengruft begraben) 1809 zur Lebensgefaehrtin erkor; sie wohnten sich gegenueber, was ihrem Liebesverhaeltnis nur foerderlich war. Ihr aelterer Bruder Wilhelm Pannifex war Kaufmann, freite eine Tochter aus dem Hause Trampler und wurde in Folge dessen Theilhaber der FirmaC. Trampler, Cichorienfabrik in Lahr; er starb 1833. 

Anmerkung: *Pannifex* ist lateinischen Ursprungs und wurde anfaenglich wohl nur mit einem n geschrieben, denn das Wort besagt *Brodmacher* und ist demnach auf einen Baecker zurueckzufuehren. 

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Heiligenzell 

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    Die Nachkommen von Michael Hugo-Pannifex (II. Linie):
1. Marie Hugo (begraben in unserer Familiengruft), 1810-1891, heirathete ihren Onkel Dr. Carl Friedrich Jamm (zweite Ehefrau von Jamm), spaeter Amtsarzt und Medizinalrat in Lahr, 1807-1875. Ihre einzige Tochter Marie (begraben in unserer Familiengruft), 1836-1863, war seit 1857 verheirathet mit Kaufmann Carl Buehler von Lahr, Rohtabakhaendler in Mannheim, 1823-1892, und hinterliess 2 Toecher: 
    1. Marie Buehler, geb. 1857, gest. 7. Jan. 1933, ehelichte 1875 ihrer Mutter Vetter Theodor Hug, Kaufmann in Lahr. Deren einzige Tochter 
      Laura Maria Hug, geb. 1876, heirathete 1901 den Fabrikanten 
      Max Sievert, geb. 1870, Theilhaber der Firma C.F. Dreyspring in Lahr; 
      sie haben 3 Kinder: 
        Lotte, geb. 15. November 1902, 
        Herta, geb. 6. Dezember 1904, verh. mit Albert Hug, 
        Claus, geb. 4. Februar 1912. 
(Marie Buehler, Theodor Hug, Laura Maria Hug und Max Sievert sind alle in unserer Familiengruft begraben) 
    2. Pauline Buehler, geb. 1858, gest. 19. Juni 1937, ehelichte Jacques Bader, Rohtabakhaendler in Lahr, 1851-1887 und hat 4 Soehne: 
      a. Adolph Bader, geb. 1878, ist Direktor der Sueddeutschen Disconto-Gesellschaft, Filiale Lahr, und noch unverheirathet. 
      b. Theodor Bader, geb. 1879, ist Hauptmann im 2. Oberhessischen Infantrie Regiment *Kaiser Wilhelm* No. 116 in Giessen und seit 1913 vermaehlt mit Alice von Bernuth, Tochter des Obersten von Bernuth in Trier. 
      c.Jacques Bader, geb. 1883, gest. 23. Jannuar 1989, Dr.jur. Regierungs-Assessor in Karlsruhe, wurde zum Kurkommisaer in Badenweiler ernannt, verheiratet mit Margarete Ringwald. 2 Kinder:
        Margrit, Wolf Friedrich 
      d. Paul Bader, geb. 1883, ist Oberstleutnant und Regiments-Adjutant im 3. Oeberelsaessischen Feldartillerie-Regiment No. 80 in Colmar, verheiratet mit Lotte Spiller. 2 Kinder: 
        Doris, und ... 
(Jacques und Paul waren Zwillingsbrueder.) 

2. Fanny Hugo, 1811-1856m war verheirathet mit dem in Karlsruhe verstorbenen Rentner Johann Mezger in Lahr, 1811-1881 (jetzt Heidlauff'sches Anwesen). 3 Kinder: 

    1. Babette Mezger, geb. 1847, gest. 1916, ehelichte Julius Dedekind, Regierungsrat in Helmstedt. 3 Kinder: 
      Johanna, verheirathet mit dem pract. Arzt Bendig in Wilhelmshaven und hat keine Kinder. 
      Ludwig, war Rechtsanwalt und starb 1911 ledig. 
      Gustav, gest. 1914, ist Kaufmann in Leipzig und mit Frieda Eckert von da verheirathet. 3 Kinder. 
    2. Hans Mezger, geb. 1848, gest. 1914, Kaufmann in Port-au-Prince, jetzt in Elbing wohnhaft, heirathete in erster Ehe Missilia Andreville von 
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    Gonaives (Haiti) 1858-1883. 1 Sohn: Hans, welcher Kaufmann in Elbing und mit Suse Fruehling verheirathet ist. 2 Kinder. 
    -in zweiter Ehe mit Minna Moeller von Hamburg, geb. 1860. 3 Kinder: 
      Emily, Otto und Hildegard. 
    3. Emilie Mezger, geb. 1851, ist unvermaehlt und wohnt in Wlfenbuettel. 
3. Elisa Hugo, 1813-1887, ehelichte 1846 den Apotheker Andreas Muench in Kork, 1808-1868, dessen Beruf auch fuer seine Nachkommen vorbildlich war. Sie starb als Wittwe in Lahr und hatte 2 Kinder: 
    1. Frieda Muench, geb. 1848, war verheirathet mit Apotheker Julius Moser in Metz und lebt als Wittwe in Kirchzarten. 3 Kinder: 
      Julius, Apotheker in Kirchzarten und Philipp sind ledig. Else ist verheirathet mit WilhelmWeidenkorff, Fabrikant in Muenchen und hat 2 Kinder.
    2. Carl Friedrich Michael Muench, starb 1869 an Vergiftung als Apothekerlehrling in Langensteinbach, 15 1/2 Jahre alt. 
4. Alexander Hugo, 1819-1869, (begraben in unserer Familiengruf), Grossh. Bad. Hauptmann in Karlsruhe, machte den Feldzug von 1864 in Schleswig-Holstein mit und starb als Major a.D. in Lahr, ledig. 

5. Pauline Frieda Hugo, 1824-1909, ehelichte 1845 den Kaufmann Theodor Conrad Hug in Lahr, 1821-1903. Beide starben in Canstatt und sind auf dem Uffkirchdorf beerdigt. 3 Kinder: 

    1. Michael Theodor Conrad Hug, geb. 1847, gesto. 7. Januar 1933, Kaufmann und Cantonnagenfabrikant in Lahr, heirathete 1875 die Tochter seiner Cousine Jamm, Marie Buehler. 1 Tochter Laura (siehe unter Marie Hugo). 

    2. Pauline Hug, geb. 1853, war seit 1875 verheirathet mit dem Buchdruckereibesitzer Carl Mueller in Falkenau a.d.Eger (Boehmen), gest. 1896, und lebt als Wittwe in Cannstatt. 2 Kinder:

      Carl, geb. 1876, besuchte zuerst die Handelsschuhle in Nuernberg, hatte aber ausgesprochene Neigung zum Seemannsberufe und erheilt seine Ausbildung auf dem deutschen Schulschiff *Stein* und der *Arkona.* Heute ist er Obersteuermann bei der Handelsmarine und faehrt in australischen Gewassern. 
      Elsa, starb wenige Wochen nach dem Tode ihres Vaters, 14 Jahre alt, - ein schwerer Schicksalsschlag fuer ihre beklagenswerte Mutter. 
    3. Hermann Hug, geb. 1857, wanderte nach seinem einjaehrigen Militaerdienst 1878 nach den Vereinigten Staaten von Amerika aus und ist Fabrikant in New York (The New York Label- und Box-Works). Er heirathete dasselbst 1882 Katie Jann, gest. 1889, unf in zweiter Ehe 1904 Anna Huber von Horgen (Schweiz). Von den beiden Soehnen erster Ehe ist 
      Walter, geb. 1884, ledig, Hermann, geb. 1888, verheirathet mit Dora Edelhoff von Hoboken und im Geschaeft seines Vaters. 
    Die Kinder zweiter Ehe sind Gustav, verheiratet mit Nelly Rudishauser, und Anna Maria, geb. 1905 u. 10. (verheiratet mit Luis de Gerbea
-Seite 27- 

6. Hyppolyt Hugo, 1827-1887, trat in das buergerliche Geschaeft ein und ehelichte 1854 seine Cousine Elise Fingado in Lahr, welche als Wittwe in Freiburg lebt. 5 Kinder: 

    1. Max Hugo, 1855-1906, uebernahm die Cigarrenfabrik seines Vaters in Friesenheim und ehelichte Magdalena Fuener von da. 8 Kinder. 
    2. Amelie Hugo, 1857-1882, war verheirathet mit Carl Hermann Gluege, Cigarrenfabrikant in Lahr, ihre Tochter Amelie ehelichte Dr.phil. Wilh. Scharf, derzeit Professor an der Oberrealschule in Mannheim. 
    3. Fanny Hugo, geb. 1859, ehelichte Gustav Braun, geb. 1852, Goldleistenfabrikant in Lahr. Von ihren 3 Kindern ist Else verheirathet mit Professor Carl Seyfried, Kreisschulrat in Lahr, Brunhilde und Gustav noch im Elternhause. 
    4. Anna Hugo, 1864-1888, heirathete ihren Schwager Hermann Fluege, 1851-1885, und hinterliess Kinder: 
      Clara, ist mit Zahnarzt Julius Zeller in Offenburg verheirath 
      Hermann, Bankvorstand in Lahr, ehelichte Lisa Himmelsbach von da. 
    5. Clara Hugo, geb. 1873, ist verheirathet mit Fritz Pfeiffer, frueher Fabrikant in Lhr, jetzt in Freiburg wohnhaft und kinderlos. 

    Die beiden Soehne von Max Hugo,

      Max, geb. 1884, Fabrikant in Chemnitz, verheirathet mit Ida Haubner von Markt-Redwitz, und 

      Fritz, geb. 1886, lediger Kaufmann in Lahr und Besitzer des vaeterlichen Anwesens in Friesenheim, gest. 1916, sind die einzigen Nachkommen dieser zweiten Linie Hugo im Mannesstamm. 

Wohn- und Geschaeftshaus von Hugo Gebr. In Lahr, 179-1859. 

-Seite 28- 

Stammtafel der III. (Goettinger) Linie Hugo (nicht aufgefuehrt) 

-Seite 29- 

          Die III. (Goettinger) Linie. 

          Nachkommen von Gustav Conrad Hugo. 

1. Aemil (Aemilius) Hugo, 1802-1860, Justizrat in Goettingen, war seit 1829 verheirathet mit Christiane von Linsingen, 1806-1877, und hatte 4 Kinder: 
    1. Gustav Wilhelm Hugo, 1830-1895, machte 1866 als hannoev. Offizier die Schlacht von Langensalza mit, trat 1867 als Rittmeister in preussische Dienste ueber und wurde 1880 Oberst und Kommandeur des 16. Ulanan-Regiments in Salzwedel. Er heirathete 1859 ebenfalls eine Christiane von Linsingen, geb. 1833, welche als Wittwe in Hannover lebt. Ihr Sohn
      Carl Heimart Aemil Hugo, geb. 1861, trat 1880 in das Regiment seines Vaters ein, ist Oberstleutnant und seit 1910 Kommandeur des 2. Rhein. Husaren-Regiments, No. 9 zu Strassburg. Er heirathete 1886 seine Cousine Cornelia Moeller, geb. 1866, und hat 2 Kinder: 

      a. Gustav Wilhelm, geb. 1887, trat 1905 als Seekadett in die Kaiserliche Marine ein und ist Oberleutnant zur See in Kiel. Er vermaehlte sich 1913 mit Gabriele Freiin von Ziegesar in Strassburg und ist berufen, die dritte Linie Hugo fortzusetzen. 1914 ein Sohn, Eberhard.

      b. Cornelia, geb. 1889 lebt im Elternhause zu Strassburg.

    2. Cornelia Hugo, 1832-1905, ehelichte 1853 ihren Vetter Wilhelm von Linsingen, Hauptmann im Garde-Regiment zu Hannover, 1824-1903, und hatte 3 Kinder: Christiane, Agnes und Carl von Linsingen, von welchen der letztere als Oberst a.D. gestorben ist. 

    3. Julie Hugo, geb. 1836, ist unvermaehlt und wohnt in Darmstadt. 

    4. Sophie Hugo, geb. 1841, ehelichte 1879 ihren Vetter Wilhelm von der Horst, geb. 1817, gest. 1900 als Oberstleutnant a.D. zu Darmstadt, wo sie als Wittwe lebt. 

2. Pauline Hugo, 1804-1947, war seit 1824 verheirathet mit Geheim Hofrat und Professor Carl Otfried Mueller in Goettingen, hervorragender Altertumsforscher udn Geschichtsschreiber, 1797-1840. Er war geboren zu Brieg in Schlesien, wo sein Vater damals Feldprediger war, und widmete sich den philologischen Wissenschaften im weiteesten Umfange. Er studierte seit 1814 zu Breslau, wo er 1818 am Magdalenum seine erste Anstellung fand. 1819 erhielt er einen Ruf nach Goettingen fuer das Fach der Altertumskunde und der Archaelogie der Kunst. 1839 unternahm er eine Forschungsreise nach Italien und Griechenland, auf welcher er nach nahaltenden Nachgrabungen zu Delphi am 1. August 1840 einem Wechselfieber in AthenGriechenland erlag (er wurde auf einem Felshuegel der Akademie feierlich bestattet; spaeter errichtete die Universitaet zu Athen eine Stele (griechische Saeule) auf seinem Grabe. Ueber seine umfangreiche schriftstellerische Taetigkeit gibt das Conversations-Lexicon Aufschluss) und hinterliess neben seiner Wittwe in der Heimath 3 Kinder: 
    1. Julie Mueller, 1826-1907, vermaehlt sich 1846 mit Geheim Justizrat Dr. Burkhard Wilhelm Leist, 1819-1906, Professor in Jena, frueher in Basel und Rostock, bedeutender Romantist (siehe Conversations-Lexicon). 2 Soehne. 

    2. Agnes Mueller, geb. 1828, vermaehlt 1848 mit Regierungsrat Freiherr Carl von Waechter-Spittler, 1823-1861, lebt als Wittwe (gest. 1915) in Stuttgart und hat 1 Sohn und 2 Toechter.

    3. Carl Mueller, 1830-1908, vermaehlt 1858 mit Emma Bauer, 1828-1891, war Schatzrat und Landesdirector in Hannover. 1 Sohn und 1 Tochter. 

3. Alexander Hugo, 1807-1830, war ledig und ertrank beim Baden in Kunersdorf. 

Gustav Conrad Hugo, 1764-1844, Begruender der III. Linie. 

Gustav Conrad Hugo, 1764-1844, Begruender der III. Linie. 

-Seite 31- 

Hie hat die Chronica ein Ende / es kann aber selbige / 
sintemalen etzliche paginae frey gelassen worden / 
hinfuehro ergaentzet und continuiert werden zu nutz und 
frommen unserer Nachkummen. 

Also geschrieben und mit beygesetzter Unterschrift und 
sigillum bekraeftigt / den 1 Decembris im Jahr da man 
zaehltet 1913 nach Christi Geburt. 

Theodor Hug (aus dem Geschlechte der Hugo zu Lahre). 

-Seite 33- 

        Johann Michael Hugo, 1718-1799 

        der Stammvater der drei Linien Hugo. 

(Ergaenzung zu Seite 12.) 

Da es die Nachkommen interssieren duerfte, mehr von ihrem gemeinsamen Stammvater zu erfahren, lasse ich hier einen gedraengten Auszug aus seiner Lebensbeschreibung folgen, die in dem von seinem juengsten Sohne, Universitaetsprofessor Ritter Gustav Conrad Hugo in Goettingen (zu den Hoerern des Universitaetsprofessors Gustav Conrad Hugo in Goettingen zaehlte auch Otto von Birmarck, der nachmalige Kanzler des Deutschen Reichs), herausgegebenen *Civilistischen Magazin* 1815 (Band IV) erschienen ist und mir erst nachtraeglich zu Gesicht kam. -Der Verfasser- 

Er war, wie schon mitgeteilt, im Maerz 1718 zu Rhodt bei Landau geboren, das mitten unter franz., pfaelz., bischoefl. Speyerischen und andern Gebieten des linken Rheinufers lag. Seine Voreltern waren da schon in der dritten Generation Beamte gewesen und hatten alle Jura studiert. Er selbst kam aus der Ortsschule auf das Gymnasium zu Idstein im Nassauischen, wo er unter dem damaligen Rektor Crano sich einen solchen Schulsack sammelte, dass er noch 60 Jahre nachher als ein lebendiged lateinisches Woerterbuch galt. Aber er war auch gewoehnlich der Primus in seiner Klasse und erzaehlte, dass er Sommer und Winter morgens in aller Fruehe eine Privatstunde hatte. Seine Gesundheit war schon von da an nicht die festeste, was ihn aber nicht gehindert hat, ueber 81 Jahre alt zu werden. 

Von da ging er 1737 auf die Universitaet nach Jena und dann nach Wetzlar; auch ein Aufenthalt in Frankreich gehoerte damals zu den unentbehrlichen Vorbereitungen eines rechten Juristen. So kam er nach Nancy und Paris und das Franzoesische ward ihm auf Lebenszeit eine zweite Muttersprache, was ihm sehr zu statten kam. Von seinen 6 Kindern hatte er auch 5 nach Frankreich geschickt, um die Sprache zu erlernen. 

Nach seiner Zurueckkunft galt es nun eine Anstellung zu suchen und da kam zunaechst eine Empfehlung an den kaiserlichen Minister von Bartenstein in Wien, der ein Studienfreund seines Vaters war, in Frage. Die erste Bedingung, die aber dort gestellt wurde, war der Uebertritt zum Katholizismus, nach dem Beispiel des Ministers selbst, und damit fiel der Vorschlag weg. 

Johann Michael Hugo liess sich nun in Karlsruhe vum Advokaten examinieren und wurde 1743 Hochgerichsadvokat. Damals gab es fuer das ganze Baden-Durlach'sche Gebiet von etwa 100tausend Menschen gerade 3 studierte Advokaten, und es wird ihm zur Ehre nachgesagt, dass er die meisten Prozesse durch Vergleich beigelegt habe. Das Jahr 1745 brachte ihm die Ernennung zum Sekretarius der Regierung und 1746 die Beforderung zum Amtmann in Stein bei Karlsruhe, wohin er sich verheiratete. 

Als er anno 1750 eine freigewordene Diensstelle in Loerrach, um die er sich beworben hatte, erhielt, usste er sein Gehalt mit seinem Vorgaenger als dessen Ruhegehalt teilen; die Haupteinnahme ruehrte allerdings von Gebuehren 

-Seite 34- 

her, da die Besoldung neben Naturalien nur gerig war. Die 1764 erhaltene Landschreiberei in Loerrach, welche eien Distrikt von 2 Staedtchen und wohl 50 Doerfern umfasste, gab ihm viel zu tun; trotzdem fuellte er die freien Abende mit Lektuere aus und schaffte sich neben den Schriften von Gellert und Klopstock die grosse Erdbeschreibung von Buesching an. Klopstocks *Messias* konnte er jedoch keinen Geschmack abgewinnen, daher er ueber ihn das Wortspiel skandierte: 

    *Klopfet den Stockfisch so lang als ihr koennet und wollet, 
    Dennoch bleibet sein Fleisch hart und beschweret den Magen.* 
Nachdem Hugo im Jahre 1784 als Geheim Hofrat nach Karlsruhe versetzt worden war, konnte er erst 1791 nach langem *sollicitieren* seine Pensionierung erhalten. Ein Ruhegehalt betrug dann 500 Gulden, ungefaehr der sechste Teil seines bisherigen Einkommens. Kene Regierung, schrieb sein Sohn Gustav, hat wohl je die Pension fuer eine 45jeahrige Dienstzeit in einem schmnaehlichern Verhaeltnis bestimmt, auch wenn sie weiss, dass jemand zur Not selbst ohne diese leben kann. Indessen seine Freude, dass endlich seine Erloesung nahe, wie er es nannte, war gross und sein Sohn bekam einen stattlichen Verweis, als er in einem Briefe sich ueber die *gnaedigst bewilligte Gnadenpension* so abfaellig aeusserte. Ueberhaupt bezeugte er ob des letztern literarischen Streitigkeiten wenig Freude, was diesen aber nicht abhielt, Stolberg's 
*So du kaempfest ritterlich, freut dein alter Vater sich* 
auf sich und ihn anzuwenden. 

Der Geburtsort Joh. Mich. Hugo's, seines Vaters und Grossvaters

Rhodt, zu welchem der Rietberg mit der Rietburg (Rippurg) gehoert, wird schon im 13. Jahrhundert in Verbindung mit einem adeligen Geschlecht gleichen Namens, wahrscheinlich seiner Herren, der Ritter von Rhodt, und hundert Jahre spaeter als querttembergischer Besitz erwaehnt. Aus diesem kam es 1603 im Tausch an den Markgrafen von Baden-Durlach, von welchem es dessen Vasallen, die Freiherren von Zyllenhardt, bis 1752 fuer geleistete Krietsdienste zu Mannlehen hatten, und verblieb is 1796 bei Baden. (Siehe Seite 9) 

-Seite 35- 

              Nachtrag
          zur *Chronik des Hauses Hugo* (1913). 
Bald nach Erscheinen der *Chronik des Hauses Hugo* ist mir aus dem Verwandtenkreise mitgeteilt worden, dass unsere Esslinger Vorfahren -nach einer Ueberlieferung der Familie- aus der ehemals freien Reichsstadt Schwaebisch-Gmuend stammen sollen. Dafuer sprach die Tatsache, dass in den Esslinger Kirchenbuechern vor 1567 keine Eintraege auf den Namen Hugo vorkommen. 

Es konnte sich also nur um einen Zweig des seit alters in Gmuend ansaessigen, katholischen Geschlechtes der Hugo handeln, der nach der protestantisch gewordenen freien Stadt Esslingen abgewandert war und sich dort der Reformation angeschlossen hatte. Meine in dieser Richtung angestellten Nachforschungen haben denn auch Anhaltspunkte ergeben, welche unsere Zgheoerigkeit zu dieser Familie, die aber in beiden Staedten laengst ausgestorben ist, verbuergen. 

Weiterhin konnte ich die interessante Feststellung machen, dass dieselben Hugo in alten Urkunden auch Hauggeschrieben sind, was jedoch ein und dieselbe Familie bedeutet, da beide Namen die gleiche Wurzel haben, naemlich das althochdeutsche hugu (Gedanke, Sinn, Geist). Dies laesst darauf schliessen, dass der deutsche Name urspruenglich Haug war und zunaechst nur die *studierten* Hugo genannt wurden oder sich gern so nannten, welcher Name dann in ihrer Familie beibehalten wurde, wie man ueberhaupt in frueherer Zeit die deutschen Namen haeufig *latinisiert* hat. 

In der Reihe der umstehend verzeichneten Hugo von Gmuend, welche in der Mehrheit der im Jahre 1733 in zweiter Ausgabe gedruckten zweibaendigen *Schwaebischen Chronik* von Martin Crusius (dessen deutscher Name Krauss war) entnommen sind, haben wir demnach unsere fruehesten Vorfahren zu suchen. 

Lahr, im Dezember 1914. -Der Familienchronist- 

Berichtigungen zur *Chronik des Hauses Hugo.* 

Auf Seite 19 ist der Mutternname von Friedericke Hugo-Pannifex irrtuemlich Griesbaum statt Griesbach gedruckt. 

Auf Seite 20 soll es unter Carl Ludwig Hugo heissen: 

1. Camilla, war verheiratet mit Carl Mueller, Teilhaber der Chr.Friedr. Mueller'schen Hofbuchhandlung und Buchdruckerei in Karlsruhe. 

-Seite 36- 

    Die Hugo von Gmuend, im 14. - 16. Jahrhundert. 
1536 Heinrich Hugo und Johann Vetzer, Burger zu Gmuend, verpflichten sich an St. Veitstag dem Kloster zu Lorch einen gewissen Zins aus ihrem Hof zu Waldenburg bestaendig zu geben. Cr.I,932.

1382-1407 Johannes Hugo, Abt in Blaubeuren. 

1384-1405 Johann Hugo, Buergermeister zu Gmuend. Cr.I, 957 u. Cr. II, 14. 

1417 Hans Hugo, Stadtmueller und 

1419-1429 Heinrich Hugo, Buergermeister zu Gmuend, Soehne des vorigen. Cr. II, 21. 

1436 Hans Hugo, Staettmeister zu Gmuend (der obige). 

1475 Jacob Hugo, Magister und Schulrector zu Gmuend. Cr. II, 100. 

1484 Johann Hugo lebt als Richter zu Stuttgart. Cr. II, 122. 

1528 Richard und Hugo Hugonis, Brueder aus Gmuend, werden in die Tuebinger Universitaetsmatrikel eingeschrieben und am 30. April 1532 magistri artium, d.i. sie werden Doktoren. (Akten) 

1533 Franciscus Hugo von Hechingen wurde zum Magister creirt. Cr. II, 236. 

1537 Eberhard Hugo aus Gmuend wird in die Heidelberger Universitaetsmatrikel eingeschrieben und 1539 baccalaureus artium. (Akten).

1546 Leonhardus Hugo, *der hochgelert medicus und Statarzt zu Gmuend ist bey der Belagerung durch die Schmalkaldener ausgepluendert, auch unschultig und meichlen weggefuehret worden und nicht mehr zurueckgekehret; so vermuttet in der Gefengnis gestorben.* Cr. II, 263 und Akten. 

1550-1569 was Reinhard Hugo, ein Sohn des vorigen, ebenfalls Stadtarzt in Gmuend (Akten). 

1571 Johann Hugo im groesseren Landschaftsausschluss des Herzogthurms Wirttenberg fuer das Amt Brackenheim. Cr. II, 323. 

1587 Wolfgang Theodorich Hugo und 

1589 Johann Bernhardt Hugo, beide Brueder in Tuebingen magistriet. (Blum.) 

1595 Balthasar Hugo, ein Burger im Dorfe Gemmrigheim, hat mir seiner Frauen 58 Jahre in der Ehe gelebt. Nachdem er das 50. Jahr seines Ehestandes zurueckgelegt, sollte er sich gewohnlichermassen in der Kirchen wiederumb einsehnen lassen, dessen er sich aber weigerte; und wurde, um dieser Hartnaeckigkeit willen, von den Weibern uebel tractieret. Cr. II, 478. 

1596 und 97 Wolfgang Teodorich Hugo (der obige), Adjunctus beim fuerstlichen Hofgericht zu Stutgardt. (Akten.) 

Siehe nun die Esslinger Hugo auf Seite 11 dieser Chronik. 

Demnaechst erscheint vom gleichen Verfasser: 

*Stammbuch der Hugen und Preuen, 500 Jahre Hausgeschichte*. 

Ferner ist, als Folge zur *Chronik des Hauses Hugo,* in Vorbereitung: *Die Familie Pannifex, seit 1629.* 

-Seite 37- 

Geschichtlicher Anhang aus der Zeit
unserer Chronik.

-Seite 39- 

        Kurzer Umriss der aeltern Geschichte der 
              Stadt Lahr. 
Lare, das auf eine roemische Niederlassung hinweist, finden wir im Mitttelalter im Besitz der Herren von Hohengeroldseck, welche es 1274 zur Stadt erhoben und ihm 1320 den ersten Freiheitsbrief verliehen. Nach Aussterben dieser Geroldsecker Linie kam Lahr, wozu noch die Herrschaft Mahlberg gewoerte, im Erbgang an die Grafen von Moers und dann an das Haus Nassau, welches jedoch mit den kahol. Markgrafen von Baden-Baden in stetem Streit um die Herrschaft gelegen und sie auch zeitweise gemeinsam mit denselben ausgeuebt hatte. Erst durch den Theilungsvertrag von 1629 wurde die Herrschaft Lahr endgueltig dem Grafen von Nassau zugesprochen, von diesem aber 1667 an die evangelischen Markgrafen von Baden-Durchlach schuldenhalber verpfaendet und ihm 1727 wieder zurueckgegeben, bis sie im Jahre 1803 nach dem Luneviller Friedensvertrag dem vereinigten Haus Baden zugetheilt wurde. 

Unter der weien Regierung dieses Zaehringer Fuerstenhauses konnte sich die vielgepruefte Stadt von den schweren Schicksalsschlaegen, welche ihr der dreissigjaehrige Krieg (Pluenderung durch die Schweden), der Raubzug des franzoesischen Marschalls Crequi (Niederbrennung am 15. September 1677) und auch innere Zwistigkeiten, Prozesse und Aufstaende zugefuegt hatten, wieder erholen und durch Fleiss und Ausdauer ihrer Buerger Handel und Gewerbe zur Entfaltung bringen. 

-Seite 40- 

Die fruehern und zeitgenoessischen
badischen Fuersten
aus dem Hause Zaehringen. 

Die Markgrafen Hermann I. 1052 bis Christopf I. 1527. 1535 Theilung der Markgrafschaft Baden in Baden-Baden, kahtolische Linie, und Baden-Durlach, evangelische Linie. 

Die Markgrafen von Baden-Durlach: 

Ernst, seit 1527 

Karl I., seit 1553 

Ernst Friedrich, seit 1577 

Georg Friedrich, seit 1604 

Friedrich V., seit 1622 

Friedrich VI., seit 1659 

Friedrich Magnus, seit 1677 

Karl Wilhelm, seit 1709, gruendete 1715 Karlsruhe 

Karl Friedrich, seit 1738, der Musterfuerst, vereinigte 1771 alle badischen Lande, wurde 1803 Kurfuerst und 1806 Grossherzog. 

Alls solche folgten ihm: 

Karl, seit 1811, gab 1818 die Verfassung 

Ludwig, seit 1818 

Leopold, seit 1830 

Friedrich I, seit 1853 

Friedrich II, seit 1907-1918 

-Seite 41- 

    Die fruehern und zeitgenoessischen
    Deutschen Kaiser.
Heilig Roemisches Reich Deutscher Nation, 
von Karl dem Grossen 768 bis Franz II. 1806. 

Die Kaiser aus dem Hause Habsburg: 

Albrecht II., seit 1438 

Friedrich III., seit 1440 

Maximilian I., seit 1493 

Karl V. Von Spanien, seit 1519 

Ferdinand I., seit 1556 

Maximilian II, seit 1564 

Rudolf II., seit 1576 

Mathias, seit 1612 

Ferdinand II., seit 1619 

Ferdinand III., seit 1627 

Leopold I., seit 1658 

Joseph I., seit 1705 

Karl VI., seit 1711 

Karl VII., seit 1742 

Franz I., seit 1745 

Joseph II., seit 1765 

Leopold II., seit 1790 

Franz II., seit 1792-1806 

Neues Deutsches Reich. 

Die Kaiser aus dem Hause Hohenzollern: 

Wilhelm I., 1871-1888 

Friedrich III., 1888 (99 Tage) 

Wilhelm II., 1888-1918 

Krieg, 1914, Revolution 1918, Republik 1918. 

-Seite 42- 

            Kleine Chronik 
Deutschland beruehrender Zeitereignisse, von der Reformation
bis zum deutsch-franz. Krieg. 

1517 Beginn der Reformation. 

1521 Luther's Auftreten im Reichstag zu Worms und seine Achterklaerung.

1530 Reichstag zu Augsburg. Uebergabe des protestantischen Glaubensbekenntnises an den Kaiser. 

1555 Religionsfriede zu Augsburg. 

1598 Das Edikt von Nantes zu Gunsten der Protestanten. 

              ----------- 
1618-1648 Der Dreissigjaehrige Krieg. 

1630 Gustav Adolph, Koenig von Schweden, kommt mit seien Truppen den Protestanten in Deutschland zu Hilfe, sie haben aber spaeter uebel daselbst gehaust. 

1648 Der Westfaelische Friede zu Muenster und Osnabrueck macht dem 30jaehrigen Krieg ein Ende. Gleichstellung der Protestanten mit den Katholiken. Abtretung des Oesterr. Eilsass an Frankreich. 

1667 Der franz. Marschall Turenne erobert das linke Rheinufer bis Coblenz und kaempft 1672 erfolgreich in der Pfalz. 

1681 Wegnahme von Strassburg durch die Franzosen. 

1683 Wien wird durch die Tuerken belagert. 

1685 Aufhebung des Edikts von Nantes durch Ludwig XIV, Emigration von 700tausend Hugenotten nach Deutschland. 

1689 Franzoesische Horden u;nter General von Melax verwuesten auf Befehl Ludwigs XIV. Die Pfalz und zerstoeren u.a. das Schloss Heidelberg. 

              ------------
1701 Preussen wird mit Brandenburg vereinigt und zum Koenigreich erhoben; Friedrich I., Sohn des Grossen Kurfuersten, erster Koenig. 

1740-1786 Friedrich II., der Grosse, erhebt Preussen zur europaeischen Grossmacht durch glueckliche Kriege und teffliche Verwaltung. 

1749-1832 Wolfgang von Goethe } Deutschlands Dichterfuerst 

1759-1805 Friedrich von Schiller } Deutschlands Dichterfuerst 

1756-1763 Der Siebenjaehrige Krieg. 

              ---------------
1806 Aufloesung des 1000jaehrigen Deutschen Reichs und Errichtung des Rheinbunds. Krieg Napeoleons mit Preussen und Russland. Die Preussen werden bei Jena geschlagen, Belrin wird von den Franzosen besetzt. 

1807 Beginn der Continentalsperre. Friede zu Tilsit. Preussen muss alles Land zwischen Rhein und Elbe an Frankreich abtreten. 

1810 Napeoleon auf dem Gipfel seiner Macht, Deutschland in tieffster Erniedrigung. 

1812 Der russisch-franzoesische Krieg endet mit dem fluchtartigen Rueckzug der verbuendeten *Grossen Armee*. 

1813-1814 Der Befreiungskrieg. 

1813 Voelkerschlacht bei Leipzig (16.-19. Oktober).*) Napoleon wird vom verbuendeten Preussen, Russland und Oesterreich ganzlich geschlagen und zieht sich eilig nach Frankreich zurueck. 

1814 Einzug der Verbuendeten in Paris am 31. Maerz. 

1815 Siegreiche Schlacht bei Waterloo (Belle Alliance) unter Bluecher am 18. Juni. Zweite Einnahme von Paris. Napoleon wird von den Franzosen abgeetzt und nach St. Helena verbannt, wo er 1821 starb. 

              ------------- 
*) *Die Schlacht bei Leipzig rettete unser Land und Volk von dem abscheulichen Joche der franzoesischen Tyrannei und stellte in Europa die Weltordnung der Gerechtigkeit wieder her. Dass wir wieder ein ganzes Volk werden koennen, dass unser Name von dem Rollen der Weltgeschichte nicht mit Schande weggeloescht worden, dass danken wir jenen ewig denkwuerdigen Tagen.* 

Ernst Moritz Arndt. 

-Seite 43- 

1815 Der Wiener Congress. Deutschland wird Bundesstaat unter Oesterreichs Fuehrung. 

1848 Eroeffnung der deutschen Nationalversammlung zu Frankfurt. Revolutionaere Aufstaende in verschiedenen Teilen Deutschlands, als Rueckwirkung der franzoesischen Revolution. 

1852 Louis Napoleon, bisheriger Praesident der franzoesischen Republik, macht sich zum Kaiser der Franzosen als Napoleon III. 

1861-1865 Der Nordamerikanische Buergerkrieg, in welchem viele deutsche politische Fluechtlinge von 1848 in hervorragenden Stellungen kaempften.

1864 Krieg Oesterreichs und Preussens gegen Daenemark und Besetzung von Schleswig-Holstein. 

1866 Der deutsche Bundeskrieg von Ende Juni bis Ende Ajuli. Schlacht bei Koeniggraetz am 3. Juli. Niederlage Oesterreichs und seiner Verbuendeten. Aufloesung des Deutschen Bundes. Preussen erhaelt Schleswig-Holstein, annektiert das Koenigreich Hannover, sowie einige kleinere gegnerische Bundesstaaten und gruendet mit seinen Alliierten den Norddeutschen Bund. 

1870-1871 Der deutsch-franzoesische Krieg. 

1870 Frankreich erklaert am 17. Juli den Krieg an Preussen, dem sich alle deutschen Staaten anschliessen und wird vollstaendig geschlagen. Blutige Schlachten bei Metz, Sedan und Orleans. Kaiser Napoleon ergibt sich am 2. September dem Koenig von reussen und geht als Gefangener nach Wilhelmshoehe, spaeter in die Verbannung nach England, wo er 1873 starb. Proklamation der Republik in Frankreich am 4. September, Belagerung von Paris, Kapitulation von Strassburg und Metz. 

1871 Koenig Wilhelm von Preussen nimmt am 18. Januar zu Versailles die deutsche Kaiserkrone an. Bismarck wird Reichskanzler. Am 28. Januar kapituliert Paris und findet ein Einzug deutscher Truppenteile statt. Im Maerz herrscht die Commune daselbst. Am 10. Mai Friede zu Frankfurt am Main: Frankreich verliert Elsass und Deutsch-Lothringen und zahlt 5 Milliarden Franken an Deutschland. 

              --------------- 
Kurz und treffend fasst Dr. Friedrich Naumann am Schlusse eines in Nr. 43 vom 23. Oktober 1913 seiner Wochenschrift *Die Hilfe* erschienenen geistvollen Aufsatzes *Der Monarchenhuegel* (auf dem Schlachtfeld bei Leipzig) die Stufenfolge der politischen Entwicklung Deutschlands seit 100 Jahren in folgenden drei Saetzen zusammen: 

1813: Deutschland befreit sich von Frankreich mit Hilfe von Russland.

1870: Deutschland besiegt Frankreich ohne Russland. 

1913: Deutschland steht selbstaendig zwischen Frankreich und Russland.

Lahr, 1620 

Beruehmte Personen Lahrs (Lahrer Stadtbibliothek)

Seiten 16, 17 sowie 31 und 31

Hangartner, Hermann, geb. 1858, gest. 1936. Stadtbauinspektor, er absolvierte die Bauschulen in Karlsruhe und Muenchen. Er hat sich bei der Errichtung der Baulichkeiten des aufstrebenden Gemeinwesens um die Jahrhundertwende grosse Verdienste erworben, namentlich in Hinsicht auf die Kasernen und den Strassenbau. Ihm unterstand auch die Ausrodung des Ruhaule, des Hugsweierer Waldes, der zum Exerzierplatz wurde. Verfasser kann sich noch daran erinnern, wie bei den Sprenungen die Struenke der Eichen bis 100 Meter in die Luft flogen. Hangartner war ein Mann, der ganz in seinem Beruf aufging.

Haarbeck, Lina, geb. 1871 in Lahr. Tochter des Kaufmannes Balthasar Bickel. Als Kind erlebte sie den Lahrer Schulhausbrand vom 18. Juni 1877. Laengere Zeit stand sie im badischen Schuldienst. Nach ihrer Verheiratung lebte sie als Pfarrfrau im Rheinland. Besonders erfolgreich waren ihre *Wildfangbuecher* sowie der Roman *Die Hugenottentreue*.

Hassenkamp, Herbert, Dr.jur. In den Jahren vor dem 2. Weltkrieg wirkte er -Philander- unter welchem Dichternamen er weiter leben wird, als Regierungsrat am Lahrer Landratsamt. Er war es, der 1934 den *Altvater*, die Heimatblaetter der *Lahrer Zeitung* gruenden half. Geboren in Baden-Baden, war er als Verwaltungsbeamter in Heidelberg, Saeckingen, Rastatt und Lahr taetig und starb am 14. August 1953 auf dem Hochsitz im Herrenwald bei Schwende-Herdrangen. Bekannt ist u.a. seine *Ode an Lahr.*

Haenle, Georg Friedrich, Apotheker, 1788-1815.

Haenle, Christian Friedrich, 1815-1855. Apotheker, bedeutender Chemiker und Praktiker, hat viel geschrieben in Fach- und Chemieliteratur, Ehrenmitglied zahlreicher, nassauischer Gesellschaften.

Haenle, Hermann Friedrich, 1855-1889.  Apotheker.

Haenle, Fritz, 1889-1905. Apotheker. Trat in 1905 die Loewenapotheke an Apotheker Nessler ab.

Hauser, Karl, Direktor des Gymnasiums 1867-1877. In dieser Zeit lehrten an der Schule die Professoren: Durban, Biehler, Heck, Holzmann und Zengerle.

Heidinger, Rudolf, Fabrikant in Lahr-Dinglingen, geb. 1873, gest. 1934, besuchte das Gymnasium bis zum *Einjaehrigen*. Im Geschaeft seines in Lahr-Dinglingen unvergesslichen Vaters erlente er die Kaufmannschaft und den Geschaeftsbetrieb in der Tabakbranche mit strebsamer, gewissenhafter Regsamkeit. Nach dem Tode seines Vaters fuehrte er das Geschaeft weiter und seiner intellektuellen Taetigkeit hatte er es zu verdanken, dass er den Fabrikbetrieb mit einigen Filialen auf bluehende Hoehe fuehrte. Am buergerlichen und gesellschaftlichen Leben nahm er lebhaften Anteil. Mitglied des des Buergerausschusses und des Gemeinderats. Lange Zeit Vorstandsmitglied der Handelskammer Lahr, zuletzt ihr Vizepraesident. Er war ein guter Demokrat.

Heidlauff, Max, Kommerzienrat, geb. 1858. Einer alten Lahrer Familie entsprossen und von Haus aus unabhaengig, widmete er sich opferwillig dem allgemeinen Wohl und entfaltete auf wirtschaftlichen, kommunalen Gebiet, auch auf dem staatlichen eine umfassende Taetigkeit, die seine ganze Kraft in Anspruch nahm und ihm weit ueber die Grenzen unserer Stadt hinaus Ansehen verschaffte. Die verschiedenen Aemter und Posten, die er begleitete, versah er stets mit grosser Gewissenhaftigkeit und erwarb sich dadurch den Dank und die Anerkennung seiner Mitbuerger. Seit 1889 Mitglied der Handelskammer, war er zunaechst deren Vizepraesident, seit 1906. Handeslrichter war er von 1902 bis 1905. Dem Eisenbahnrat gehoerte er seit 1895 an. Von 1898 bis 1919 war er Mitglied des Kreisausschusses. Im Lahrer Stadtrat hatte er von 1893 bis 1915 einen Sitz. Eine Zeitlang war er Mitglied der 1. Kammer des Badischen Landtages. 1914 wurde er von dem Landesherrn durch den Titel Kommerzienrat geehrt.

Henselmann, Willi, geb. 1896 in Offenburg, jetzt Lehrer an der Malerfachschule in Lahr, kam auf die Kunstgewerbeschule und an die Akademie in Karlsruhe. Seine entscheidenen Eindruecke empfing er in Paris und auf Studienreisen in der Normandie, in der Provence, in Italien und in Finnland. Er lebte als freischaffender Kuenstler in Karlsruhe und Muenchen. Mit Lahr verbinden ihn seit Jahrzehnten enge, persoenliche Beziehungen. In der Jugend begeisterten ihn Corot und Cezanne. Heute beschaeftigt er sich mit stark abstrakten Malern. Er haelt Picasso fuer den genialsten, aber auch fuer den am meisten verkannten Maler der Gegenwart. In seinem eigenen Schaffen bleibt Henselmann ganz gegenstaendlich. Feinsinniger Portraetist.

Hepp, Richard, Landrat 1925-1929. Vor 1925 in Muellheim.

Hepting, Franz, Oberstudiendirektor am Gymnasium, geb. 1883. Seit 1953 im Ruhestand. Hervorragender Graezist und Interpret der antiken Klassiker.

Herrmann, Georg, Oberamtmann, Dr.jur., 1923-1925; vor 1923 in Breisach.

Hetzel, David, Rektor, geb. 1872. 1912 kam er nach Lahr. Viele Jahre Bibliothekar der Schillerbibliothek und Betreuer der Bibliothek des Bezirkskrankenhauses. Mehrere Jahre fuehrte er die Stadtchronik. Von 1920-1934 war er Mitglied der Bezirkssynode und des Bezirkskirchenrats der Dioezese Lahr.

Hug, Michael Conrad Theodor, der Chronist von Lahr. Seine *Chronik von Lahr in Wort und Bild* 1215-1915 ist eine hervorragende Leistung. Er war 1847 geboren.

Hugo, Fabrikant, 1804 und 1805 erster Buergermeister in badischer Zeit. Nach Lotzbeck 1778 Gruender der 2. Tabakfabrik mit Autenrieth zusammen, welche 1781 den Namen Hugo, Gebrueder, annahm.

Hueglin, Wilhelm, Rektor, geb. 1853, gest. 1930, 1886-1919 an der hiesigen Volksschule bzw. bis 1907 an der damaligen Buergerschule ...

Ottinger, Otto, Dr.med. praktischer Arzt, gest. 1938.

Pannifex, Johannes, wurde 1659 in Lahr als Lehrer angestellt. Er ist aus Bela in Ungarn; er fand hier kein Schulhaus, weil es durch Lindwurms, des gewesten Schulmeisters Luederlichkeit abgebrannt war. Man haelt jetzt Schule im Spital, nahe am Dinglinger Tor. Pannifex hat ein gar gutes donum informandi, d.h. Unterrichtsgabe. Die Familie Pannifex war um die Mitte des 12. Jahrhunderts unter dem nach ihrem frueheren Gewerbe gefuehrten Namen Tuchmacher aus Flandern nach Ungarn eingewandert. Sie wurden durch Obigen, der in Strassburg studierte, der nach damaliger Sitte einen Namen latinisiert hatte, nach Lahr verpflanzt und hat sich im Mannesstamm durch zwei Jahrhunderte in hohem Ansehen gehalten. Auch heute noch sind Angehoerige dieser Familie hier ansaessig. Vgl. Hug, *die Familie Pannifax* (Exemplar in der Lahrer Stadtbibliothek).

Pannifex, Georg Friedrich, Amtsbuergermeister 1754/1756.

Pfaff, Alfred, geb. 1877, Inhaber der Graphischen Kunstanstalt, Buch- und Steindruckerei. 1911 schied er aus dem vaeterlichen Betrieb aus, und gruendete 1913 in der Voelckerstrasse unter seinem Namen eine Graphische Kunstanstalt. 1920 erwarb er sich in der Weiherstrasse ein groesseres Anwesen. Viele Jahre gehoerte er dem Pruefungsausschuss der Handwerkskammer an und war mehrere Jahre Stadtrat.

Pfaff, Hermann, geb. 1871, Chef der Firma Lithographische Kunstanstalt und Kartonagenfabrik. Aus kleinen Anfaengen heraus hat er sein Unternehmen zu einem der fuehrenden graphischen und papierverarbeitenden Betriebe in Baden gestaltet, der weit ueber die Landesgrenze hinaus und auch im Ausland besten Ruf geniesst. Er ist Mitbegruender des Radfahrervereins *Germania* Lahr, Mitglied und Ehrenmitglied des Turnvereins, ein grosser Wander- und Naturfreund. Er ist ein Foerderer des Landesvereins *Badische Heimat*, Ehrenmitglied des Musikvereins und der beiden Maennergesangvereine *Concordia* und *Liederkranz*.

Pfeiffer, Hermann, Geheimer Regierungsrat 1914-1923, trat wegen des Krieges den Dienst 1917 an. Ihn vertraten Oberamtmann Dr. Hofheinz und Geheimer Regierungsrat Jacobi in Freiburg.

Pfisterer, Georg Gottlob, hat 1755 die Stadtmuehle als Erblehen, er starb 1796. Die Pfisterer erscheinen vorher als Pfistert, Pfister.

Preu, Karl, 1821 genannt als Besitzer des Biergartens am Brestenberg.

Rau, Johannes, wird mehrmals als regierender Buergermeister genannt: 1715/16, 1720/21,, 1724/25, 1728/29, 1733/34, 1736/37. An ihn erinnert das Grab Nr. 25 im Denkmalshof mit Inschrift bei der Stiftkirche.

Reichhardt, Hermann, Sparkassenamtmann, geb. 1875, gest. 1932. Er erlag den Folgen einer schweren psychischen Depression. Er war ein pflichttreuer, ueberaus gewissenhafter Beamter.

Reinhard, Alois, geb. 1874. Seit 1899 im Dienst der Stadt. Die von Pfarrer Neu begonnene Ordnung der Archivalien der Stadt hat er bis zu Ende gefuehrt, dass es nun jedem Forscher leicht ist, sich in den reichen Bestaenden des Stadtarchivs zurechtzufinden.

Reinhard, Georg, Rechnungsrat, geb. 1874, seit 5 Jahrzehnten im Dienst der Stadt. 1899 erhielt er die Stelle als Buchhalter in der Stadtkasse Lahr. Es wurde ihm namentlich der Rechendienst der staedtischen Stiftungen uebertragen. 1920 Leiter des neuerrichteten staedtischen Rechnungsamtes. 1924 Nachfolger des in den Ruhestand getretenen Stadtrechners Stegmann. Nachher kommissarische Leitung des staedtischen Ernaehrungs- und Wirtschaftsamtes, anschliessend Neuordnung des Archivs und der Registratur der Stadt. 1926 bis 1932 gehoerte er zum Stadtverordnetenvorstand. Seine Dienstzeit repraesentiert einen Teil der Lahrer Stadtgeschichte.

Rinderspacher, Fritz, Studienrat, Dr.rer.oec., geb. 1909 zu Hugsweier, Besuch der Oberrealschule Offenburg und der Aufbauoberrealschule Lahr bis zum Abiturium. Er studierte die Wirtschaftswissenschaften und Paedagogik an den Universitaeten Freiburg, Berlin und Heidelberg. An letzterer promovierte er zum Dr.rer.oec. aufgrund seiner Dissertation: *Das Arbeits- und Lohnproblem in der Landwirtschaft.* Waehrend und nach dem Studium war er kaufmaennisch praktisch taetig in der Lahrer Industrie und auf Banken. 1936 war er Fachlehrer an der Landespolizeischule in Karlsruhe, anschliessend Diplomhandelslehrer in Eisenach. 1939 wurde er zum Studienrat befoerdert. Oktober 1941 wurde er eingezogen, brachte es zum Offizier, kam in Gefangenschaft und verbrachte diese in England und den USA bis 1946. Seit 1947 ist er an der Hoeheren Handelsschule Lahr als Studienrat. Im Jahre 1953 waehlte ihn das Vertrauen der Buergerschaft in den Stadtrat. Er ist Vorstand des Ortsvereins Lahr und des Kreises Lahr der Sozialdemokratischen Partei.

Roeder von Diersburg, Heinrich, gest. 1432. 1953 wurde die Grabplatte im Burgheimer Kirchlein entdeckt. Diese Grabplatte nennt ihn *Collator* d.h. Lehensherr. Wir wissen, dass der *Eselshof* den Roedern gehoerte. Er bestand aus Haus, Hof und Garten und war mit einer Ringmauer umgeben. Er lag nach den Forschungen Adolf Ludwigs am Sonnenplatz. Schon die Ritter von Thiersperg hatten Beziehungen zu Lahr und Burgheim. Von Adeligen, die in Lahr wohnten, weil sie entweder das Schultheissenamt oder die Vogtei dasselbst verwalteten oder hier beguetert waren, nennt Ruppert, Geschichte der Mortenau, die Ritter Heinrich und Herrmann von Thiersperg.

Roeder von Diersburg, Karl Johann, starb 1685 in Lahr, studierte in Strassburg, wurde Graeflich-Nassau-Saarbrueckenscher Geheimer Rat zu Idstein. Besitzer eines Hauses in Lahr. Sein Bild befindet sich im Germanischen Museum zu Nuernberg. Er vermaehlte sich mit Helene Sibylle von Westernhagen.

Roeder von Diersburg, Friedrich Wilhelm, der Sohn von Karl Johann Roeder von Diersburg. 1674 geboren zu Lahr. Hessen-Kasselscher Hofrat, kaempfte mit im Spanischen Erbfolgekrieg, wohnte der Belagerung von Hanau bei. ......

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