(transcribed by Ingeborg Brigitte Gastel Lloyd)
 

- P a u l   V e i t h -

Die Johanneskirche in Weinsberg


 
 

Die Weinsberger Stadtkirche ist neben der Burgruine Weibertreu das hervorragende Wahrzeichen der Stadt. Schon durch ihre Lage an der Nordwestecke der frueher ganz ummauerten Stadt stellt sie die Verbindung zur Burg dar. Sie ist Johannes dem Taeufer geweiht und hat ihre besondere Bedeutung als Mittelpunktskirche im Wuerzburger Bistum, zu dem sie einst gehoerte. Ihre Erbauuung faellt in die Stauferzeit.

Das Auessere der Kirche

An der Westwand finden sich noch die Namen und Wappen der Herren von Enzberg (Encisberk) und Weiler (Wiler), die ebenso wie die Weinsberger und deren Verwandte, die Calwer Grafen, Ministerialen (Dienstmannen der Koenige, dadurch mit wesentlichem Einfluss auf die Reichspolitik) waren. Zwar fehlen die Wappen und Namen derer von Weinsberg; doch wird dies auf die zahlreichen Ausbesserungen und Renovierungen an der Westwand zurueckzufuehren sein. Auf alle Faelle aber hatten die Herren von Weinsberg bis zum Jahre 1440 das Patronatrecht ueber die Kirche. Sie werden den Bau massgeblich gefoerdert haben. 
Die Kirche gliedert sich in drei Bauabschnitte. Waehrend der Ostchor als juengster Teil sich schon durch seine gotischen Formen von dem uebrigen Bauwerk abhebt, ist der Einschnitt zwischen Langhaus und Turm nicht so leicht zu erkennen. Der genaue Beobachter jedoch erkennt, dass die Sockelt sowohl auf der Nord- als auch auf der Suedseite abgesetzt und mit anderen Profilen ausgestattet sind. Ebenso weist die Fortfuehrung des Dachgesimses mit den Rundbogenfriesen kleine Unterschiede auf. Auf der Nordseite zeigt ein Riss vom Dach bis zum Boden die alte Baufuge zwischen den beiden Abschnitten Langhaus und Fortfuehrung zum Turm an. 
Der Schmuck des Westportals zeigt sich in je zwei Saeulen, die versetzt angebracht sind und zur doppelfluegligen Eingangstuer ueberleiten. Die Schaefte der Sauelen sind mit baenderartigen Ranken und Pflanzenornamenten umschlungen. Ueber dem Strickwulst, der den Uebergang vom Schaft zum Knauf markiert, erkennt man Koepfe und Oberkoerper uebereinandersitzender Gestalten, die teils vermenschlichte, teils tierische Zuege aufweisen und recht fratzenhaft wirken. Im oberen Gewaende der Suedseite liegt ein Teufel oder Affe auf der Lauer, um die Menschen beim Verlassen des Gotteshauses zu erhaschen und ihnen das Wort Gottes aus dem Herzen zu nehmen.

Bei den beiden Saeulen naeher dem Eingang zu, wachsen ueber dem Strickwulst aus dem Rankenwerk Palmetten und Fruchtstaende hervor, die die Fruchtbarkeit aller Schoepfung symbolisieren. Schliesslich kroent und verbindet ein abgestuftes Kapitell beide Saeulen und verengt sich zum Eingang hin. Nach einer unteren Zone mit Ranken und Weinlaub leitet es in einen Diamantstab ueber und endet im reich profilierten Obergesims. Das Tympanon ist im Halbkreis ausgebildet und von einem einfachen Strickwulst umrahmt, in der Mitte dagegen durch einen doppelten geteilt. Um diese Umrahmung laeuft eine lateinische Inschrift (Hexameter) mit folgendem Wortlaut:

O QUI TERRENIS INHIAS HOMO DESIPUISTI 
HI QUID IN OBSENIS GAUDES COLE NUMINA CHRISTI +CONRADUS

Gibt man sie auf deutsch wieder, so kann sie lauten:

O Mensch, der du nach dem Irdischen gierst, was bist du so toericht! 
Was erfreust du dich an solchem Unflat? Ehre die Gebote Christi! +Conradus

('numina' bezeichnet nicht nur das goettliche Gebot, sondern auch Gottes Walten und seine Machtfuelle). - Der genannte Conradus ist entweder der Bauherr oder wahrscheinlicher ein Geistlicher, der den Bau der Kirche mit veranlasst hat. Beide Bogenfelder werden je durch ein lateinisches Kreuz beherrscht. Auf der Suedseite wachsen daraus wie aus WUrzelverzweigungen beiderseits Lilien hervor (auch Sprossen als Zeichen des Lebens oder des Lebensbaumes zu deuten). Im noerdlichen Feld steht unter einem Kreuzesarm gleichfalls eine solche Lilie, diesmal aber abgesondert, waehrend unter dem anderen eine Art Grabschaufel eingemeisselt ist, die wohl besser als Steinmetzzeichen angesprochen werden darf, zumalsie sich nicht nur an der aeusseren Umrahmung des Tympanons mehrfach wiederholt, sondern auch im Innern der Kirche zu finden ist und zwar im westlichen Maueransatz des Mittelschiffs, gleich am Beginn der romantischen Rundbogen (Suedseite). Will man diese Zeichen symbolisch deuten, so wird man korrekterweise von einem Pfeil sprechen muessen, was wiederum als Zeichen der Gottheit bzw. des Gottessohnes zu deuten waere. Beide Zeichen, Lilie oder Dreispross und Pfeil sind dann Zeichen des hier gegenwaertigen Heils. Unter Umstaenden koennte der Pfeil auch mit der Zeremonie der Weihe zusammenhaengen und wurde dann ebenso wie die Weihekreuze im Innern alter Kirchen daran erinnern, dass diese Handlung in gueltiger Weise vollzogen worden ist. Die hier verwendeten Formen des Sprosses und der Ranken kommen in mannigfacher Abwandlung auch in dem Rundbogenfries unterhalb des Dachgesims von Haupt- und Seitenschiff vor. Durch zu starke Verwitterung und durch Umbauten der Kirche (man denke an den Anbau der Emporenaufgaenge frueherer Zeit und deren Entfernung) ist dieser Fries beim noerdlichen Seitenschiff ganz verschwunden. AUsser den heute noch erhaltenen Pflanzenornamenten sind auch einige Tierplastiken zu finden. So ist ein Leopard zu sehen, der das Wappentier der Familie von Brauneck (verheiratet mit Konrad von Weinsberg) und auch von Hohenlohe ist. Am suedlichen Fries des Mittelschiffs ist ein Mensch in betender Haltung zu erkennen. Auffallend sind die Maennerkoepfe mit Krone (vielleicht darf man an den Staufer Friedrich II. denken) oder die Koepfe mit Tonsur und Barttracht. Der Ausdruck der Gesichter verraet innere Sammlung und Vergeistigung.

Das Innere der Kirche

Durch das Westportal betritt man die flachgedeckte dreischiffige Basilika als den ersten und aeltesten Bauteil. Der hohe Raum des Mittelschiffs erhaelt sein Licht aus den Rundbogenfenstern in dieser oberen Zone der Lichtgaden. Die Seitenschiffe dagegen waren in ein mystisches Dunkel getaucht. Hier waren nur schmale Rundbogenfenster vorhanden (einige Reste noch auf der Suedseite). Sie mussten in einer spaeteren Zeit den gotischen, groesseren Fenstern weichen, als eine neue Zeit mehr Helligkeit im Gotteshaus forderte. Die grossen Rundbogenfenster im Westen stammen von einer Erneuerung der Kirche kurz vor 1820. Im Innern der Kirche sind die Seitenschiffe mit dem Hauptschiff durch Arkaden verbunden, die abwechselnd von Saeulen und Pfeilern getragen werden. Beginnt man im Westen, so findet man noch zwei halbkreisfoermige romansche Boegen. Schon die naechstfolgenden haben eine leichte Zuspitzung erfahren. Der letzte Bogen faellt durch seine Hoehe und Weite aus dem Rahmen. Er verbindet den ersten Bauabschnitt mit dem zweiten, dem Turm. Einst war hier eine starke Wand als Abschluss vorhanden, die dann abgetragen wurde die Grabungen bestaetigt haben. Die Kapitelle der Saeulen sind reich verziert mit Ranken- und Blattornamenten, an einem sind die Blaetter stilisiert und als Palmetten gross ausgebildet. An anderer Stelle tauchen aus dem Blattwerk zwei gegeneinander gerichtete Tierkoepfe auf, aus deren offenem Maul gleichfals Blattornamente herauskommen. Einiges wurde an diesen feinen Steinhauerarbeiten im Laufe der auch kriegerischen Zeiten zerstoert. Doch musste bei frueheren Erneuerungen nur weniges ergaenzt werden. Die Kapitelle der Pfeiler sind schlicht gehalten. Der obere Kranz ist durch Zahnschnitt und gemometrische Figuren hervorgehoben. Farbreste zeigen eine fruehere Bemalung mit Krabben und Dreiecken.

Der Gesamteindruck der dreischiffigen und glachgedeckten Basilika ist markant und hat seine urspreungliche Wirkung, die er bei der Erbauung um 1200 hatte, erst durch den Umbau im Jahre 1947 mit der Entfernung der doppelten Emporen wieder gewonnen. Im Zuge dieser Erneuerung wurde der Turmchor wieder auf sieben Stufen erhoeht und der Altar dorthin versetzt, so dass die Gemeinde heute den Blick frei hat auf den Kruzifixus von 1685. Die Orgel war frueher direkt vor dem Triumphbogen eingebaut, das Geblaese im Turmchor untergebracht, bis sie spaeter auf die Westempore versetzt wurde. Es ist eine Weigleorgel, die 1956 erweitert und mit einem Rueckpositiv ausgestattet wurde. Bei der Renovierung 1977 wurde der gesamte Innenraum von der unansehnlich gewordenen Tuenche befreit. Dahinter verbarg sich an verschiedenen Stellen eine Reihe von Wandbildern, die aus dem Anfang des 14. Jahrhunderts stammen. So ist an der Nordwand des Mittelschiffs oberhalb des Gesimsbandes, das die Wand der Hoehe nach untergliedert, ein Zyklus mit der Leidensgeschichte Jesu aufgedeckt worden. Durch Schmuckbaender und Diamantstreifen sind die Bilder in zwei Reihen gegliedert. In der Vertikalen sind die einzelnen Szenen durch ockerfarbene Balken aufgeteilt. Den Uebergang zur flachen Decke und zugleich den oberen Abschluss bildet ein plastisch gestaltetes Ornamentband, das die himmlische Stadt Jerusalem mit Fenstern und Tueren anzeigt. Hier wiederholt sich immer wiede die Zahl zwoelf und ergibt beim Zusammenzaehlen 144, was die Zahl der Vollkommenheit des Gottsvolkes ausdrueckt nach Offenbarung 7,4 und 21,12. Ein Brand -man vermutet Ende des 14. Jahrhunderts- und ein Einbruch zweier Zugaenge zu den oberen Emporen in frueherer Zeit hat etraechtliche Teile dieser Bilderwand zerstoert. Auch haben die Seccomalerei (auf trockenem Sandstein) aufgebrachten Farben durch die Hitzeeinwirkkung ihren Farbwert veraendert und viel von ihrer urspruenglichen Leuchtkraft verloren. Bei genauer Betrachtung ergibt sich folgende Gruppierung der einzelnen Szenen der Leidensgeschichte: Das besterhaltene Bild ist die Kreuzigung Jesu. Unter dem Kreuz stehen Maria und Johannes. Auffallend ist links aussen die elegante Gestalt des Pontius Pilatus. Aus obiger Uebersicht lassen sich die Bilder oder deren noch erhaltene Reste erschliessen.

Weitere Bilder befinden sich in der Leibung des Arkadenbogens an der Kanzel und auf dessen Rueckseite nach Norden. Hier finden wir ein Bild von dem Besuch Gottes bei Abraham in Begleitung zweier Engel nach 1. Mose 18 (westliche Leibung). Die oestliche Seite hingegen den Turmchor hin laesst schwache Spuren von Jakobs Traum von der Himmelsleiter erkennen. Nach dieser naechtlichen Erscheinung in Bethel ruft Jakob am Morgen aus: *Fuerwahr, der Herr ist an dieser Staette* (1. Mose 28,17). - Die Nordseite dieses Pfeilers enthaelt das Bild vom Besuch Marias bei Elisabeth (Lukas 1,39-56). Darueber ist die Enthauptung der Koenigstochter Katharina abgebildet, die um ihres Glaubens willen ihr Leben unter dem Schwertstreich des Henkers lassen musste. - Schliesslich finden sich noch Reste eines Evengelistensymbols und Teile eines Spruchbandes. - Ein Arkadenbogen des Mittelschiffs nebst Orgelempore (Nordseite) traegt noch die alte urspruengliche Farbgebung mit einem dunklen Rot und dem Altweiss. - Die Reste der in Buckelquanderform ausgefuehrten Umrahmung der Lichtgaden wurden entfernt, dagegen wurden im noedrlichen und suedlichen Seitenschiff je eine aus der Renaissancezeit ausgefuehrte und spaeter (1776!) nachgearbeitete Fensterumrahmung als Beispiel belassen.

Der Turm 

Den zweiten Bauabschnitt bildet der Turm mit seinem Chor. Der Besucher des Gottesdienstes blickt vo Mittelschiff durch den Triumphbogen auf den Altar mit dem Bild des Gekreuzigten. Sieben Stufen fuehren zu dem Altar hinauf. Ueber dem Triumphbogen ist eine Zwerchgalerie mit zehn Rundbogen angebracht (teils verglast, teils zugemauert). Diese Zahl ist ein Hinweis auf die zehn Gebote des Volkes Gottes. War unter dem Triumpphbogen ein Lettner als Schranke zum Chor angebracht? So fragt man unwilkuerlich, wenn man die massiven Mauerteile an den Seiten sieht, auf die sich der vierfach abgetreppte Triumphbogen stuetzt. Zum Kirchenschiff zeigen diese Wandteile Rundbogenverzierungen, noerdlich sind es fuenf, suedlich waren es drei; sie wurden entfernt und mussten der dort angebrachten Tauftafel weichen, die aus dem unleserlich gewordenen Grabmal von Pfarrer Oesterlin (1596-1668) gestaltet wurde. Wahrscheinlich ist er der Stifter des Taufsteins; ganz bescheiden vermerkt er im Kirchenbuch die erste Taufe auf diesem Taufstein im 3. Dezember 1667.

Der Chorraum im Turm selbst ist quadratisch im Grundriss, Kreuz- und Quergurte bilden ein reich ausgestattetes Gewoelbe ueber ihm. Die Dienste, die dieses Gewoelbe tragen, sind jeweils drei Saeulen, auf einer attischen Basis stehend. Nach oben hin verjuengen sich die Schaefte und bringen wie bei einer Pflanze einen verjuengten Teil hervor. Die Saeulen an den Waenden haben glatte und runde Schaefte. Die in der Diagonale stehenden sind kanelliert mit konkavem bzw. konvexem Stab und in der Mitte mit einem Schaftring versehen, teils mit einem Profil, teils mit Blatt- und Palmettenornament geziert. Jedes Saeulenbuendel waechst im Kapitell zu eiem Stueck zusammen und ist mit eigenem Muster zu einem korinthischen Blattwerk angelegt. Ueber jedem Kapitell sitzt der Kaempfer, von dem aus die Scheid- und Gurtboegen nach oben streben, bis sie sich in einem grossen Ring treffen und zu einem Schlussstein von aussergewoehnlicher Grosse fuehren. Ein fortlaufendes Band aus fuenfblaettrigen Blueten schmueckt diese Gewoelberippen. In den Kappen zwischen den Rippen innerhalb des Rings finden wir erhabene Schmuckformen, die als Blueten und als Fruchtstaende ausgebildet sind. In mittelalterlicher Zeit und jetzt wieder seit 1947 steht hier der Altar der Kirche. Auf der Suedseite hatten unter den abgestuften Rundboegen die Hilfspriester beim mittelalterlichen Gottesdienst ihren Platz, der Hauptpfarrer (rector ecclesiae) hatte auf der Nordseite einen Chorstuhl. Heute ist zwar der steinerne Umbau noch vorhanden, aber der Holzsitz ist verschwunden.

Die Wuerzburger Dioezesanmatrikel von 1453 zaehlt nsgesamt 12 Pfruenden an der Johanneskirche zu Weinsberg auf. (Bis kurz nach 1800 gehoerten die Pfarreien im noerdlichen Wuerttemberg vum Bistum Wuerzburg). Von diesen Kaplaenen waren vier auf der Burg in der Burgkapelle taetig und wurden auch fuer andere Zwecke von den Herren von Weinsberg eingesetzt. Die St. Michaelspfruende war in der ehemaligen Spitalkirche eingerichtet und die Heilig-Kreuz-Pfruende in der Kreuzkapelle vor dem unteren Tor. Eine interessante Einzelheit erzaehlt E. Weismann (S. 91): "Bruder Franz, der Priester zum Heiligen Kreuz, hatte in seiner vor dem unteren Tor gelegenen Kapelle eine Fruehmesse gelesen und war mit einigen Buergern, die die Messe von ihm gehoert, eben noch rechtzeitig in die Stadt hereingekommen." Das war am Ostersonntag im Bauernkrieg, dem 16. April 1525. Schon 1443 legte Konrad IX. von Weinsberg ein Konzept fuer die Neuordnung der zu gering dotierten Pfruenden vor. In diesem Schriftstueck (HZA F 53) sind die Namen und Ertraege der einzelnen Pfruenden aufgefuehert sowie auch die Namen der damaligen Inhaber.

Der Boden im Turmchor wurde in der nachreformatorischen Zeit beim Einbau der Emporen abgesenkt. Dadurch war ein ebener Durchgang zum Ostchor geschaffen. Hier im Turmchor waren unten die Baenke fuer die Lehrer und Schueler. Die Seitenkammern waren in jener Zeit durch schmale Steinstreppen zugaenglich gemacht, wie man es auf den alten Innenansischten der Kirche sieht. Ein Altar war im Mittelgang etwa beim letzten Pfeiler vor dem Turmchor aufgebaut, die Kanzel am mittleren Pfeiler auf der SUedseite angebracht. Den Abschluss nach Osten bildet eine Wand, die mit drei Rundbogenfestern durchbrochen ist. Alle drei sind auf dem abgeschraegten Fenstersims von Halbsaeulen umgeben, die der Rundbogenform folgen un so eine schmeckende Umrahmung bilden, aehnlich wie beim Westportal. Ein grosser Spitzbogen verband eins das Langhaus mit dem Ostchor, waehrend heute diese grosse Oeffnung zugemauert ist und lediglich eine Tuer mit normaler Breite enthaelt. Als Nebenraeume des Turmchors schliessen sich die Nord- und Suedkammer an, die beide mit Kreuzgewoelben ausgestattet sind. Die Sakristei an der SUedostecke dagegen wurde erste im Jahre 1637 zwischen Suedkammer und Ostchor dem Bauwerk der Kirche angegliedert. Die Nordkammer hat verschiedene Wandnischen, die wir ein dreiblaettriges Kleeblatt ausgebildet sind, und im Osten ein Fenster als vierblaettriges Kleeblatt. Gegen Norden ist ein steinernes Becken zum Waschen der Haende fuer den Priester angebracht, frueher war noch ein Haken fuer das seidene Handtuch vorhanden. Der ehemalige Auslauf durch die Wand ist mit Blei verschlossen worden, was mam heute noch aussen sehen kann. Hoch oben ist auf der Nordseite -vermutlich erst in spaeterer Zeit - noch ein viereckiges Fenster angebracht. Die Suedkammer besitzt zwei viereckige Fenster. Nach Osten war ein Rundfenster mit 125 cm Durchmesser, das eim Bau der Sakristei 1637 zugemauert wurde. Unter der Suedkammer befindet sich ein interessanter Raum, eine sogenannte Rekluse (fuer einen "Klausner" oder "Einsiedler*, der sich sozusagen *einmauern* laesst). Eine schmale Treppe fuehrt zu diesem *Pfaffenloch*, wie der Raum frueher genannt wurde. Hier konnte ein Mensch in der Abgeschlossenheit von der Welt eine Zeitland zubringen und war ganz in der Naehe des Heiligtums. Auf der Ostseite ist ein kleiner Altar. Daneben ist eine einfache Nische, auf den uebrigen drei Seiten sind Doppelnischen, durch romantische Saeulchen unterteilt und frueher einmal abschliessbar. In kriegerischen Zeiten wurden sie aufgebrochen und beschaedigt. Ueber diesem Raum woelbt sich ein wunderschoenes, einfaches Tonnengewoelbe mit verschiedenen Steimetzzeichen.

Das Aeussere des Turms erstrahlt wieder in seinem urspruenglichen Glanz nach der Renovierung 1982. Alle beschaedigten Teile wurden ausgewechselt, fehlende ergaenzt. Unter dem Dachansatz des Langhauses sind die Anschlussstellen der Dachneigung frueherer Zeit mit 30 und 45 Grad verborgen. Im ersten Stock geht der Turm aus der quadratischen Grundform in das Achteck ueber und setzt sich so ueber drei Stockwerke fort. Hier wiederholen sich die Rundbogenfenster des Langhauses in schmaler, zierlicher Form. Auch sind die Leibungen reicher ausgestattet. Im dritten Stock sind nach allen vier Himmelsrichtungen zwei nebeneinanderliegende Rundbogenfenster zu einer Einheit verbunden und geben auf diese Weise dem Klang der Glocken freien Raum. Gurtgesimse und Lisenen gliedern an den acht Ecken und in den Zwischenfeldern den gefuegten Stein und zieren das Bauwerk. Einst war ein weiteres Stockwerk mit einem offenen Umgang fuer den naechsten Turmwaechter vorhanden. "Denn in der Geschichte des Bauernkriegs wird nicht nur ein Turmmann erwaehnt, der die Sturmglocke zu schlagen hatte, sondern auch eine Turmmaennin, der ein Bauer die Feldtasche abschnitt" (E. Weismann). So bot der Turm nicht nur Raum fuer die Glocken, sondern auch fuer die Wohnung des Tuermers, wie die heute im Innern noch sichtbaren Auflager fuer das Balkenwerk zeigen. Nach den Zerstoerungen des Bauernkrieges bzw. in einer spaeteren Zeit wurde dem Turm ein spitzer Helm aufgesetzt. Die fruehere Form des offenen Mauernkranzes mit einem Umgang ist offensichtlich noch in einer Szene des Ellhofener Hochaltars zu sehen. Dort erblickt man hinter den Gestalten im Vordergrund eine befestigte Stadt, die von einem solchen Turm mit Umgang uebertragen wird.

Die Glocken auf dem Turm bilden ein Vierergelaeut. Die Dominika hat ein Gewicht von 2110 kg und ist auf den Ton "cis" gestimmt. Die Betglocke wiegt 834 kg und hat den Tin "fis". Diese beiden Glocken wurden 1952 bei A.Bachert in Heilbronn gegossen und den Gefallenen und Vermissten des Weltkriegs 1939/45 gewidmet. Die Kreuzglocke stammt aus dem Jahr 1511 und wurde von der Landeskirche zur Verfuegung gestellt. Sie wiegt 1374 kg und ist auf den Ton "e* gestimmt. Als letzte Glocke folgt die Taufglocke, die 1659 bei der Firma Bruncler und Arnold in Nuernberg gegossen wurde. Ihr Gewicht betraegt 630 kg, der Ton ist "gis*. Drei Maenner haben diese Glocke ein Jahrzehnt nach dem 30 jaehrigen Krieg miteinander gestiftet und zwar schon bei Taufstein erwaehnte Pfarrer M. Conrad Oesterlin (Pfarrer in Weinsberg von 1636 bis 1668), Philipp Crafft Vischer (von 1656 bis 1673 Vogt in Weinsberg) und Johann Martin Reuscher (von 1620 bis 1650 Stadtschreiber in Weinsberg und anschliessend reisiger Schultheiss zu Brettach).

Der Ostchor

Als dritter und letzter Bauabschnitt wurde der Ostchor hundert Jahre nach Vollendung der Kirche, also etwa um 1350 dem Turm angegliedert. Die Aussenmauern sind durch 10 Strebepfeiler gestuetzt, von denen einer in der Wand der dort angebauten Sakristei aufgegangen ist. Gewoelbefelder uebrspannen den hohen Raum, 7 Fenster mit gotischem Masswerk geben ihm viel Licht. Bei genauer Betrachtung faellt auf, dass die Spitzboegen, die die Fenster umrahmen, an den Seitenwaenden nicht genau aufeinander abgestimmt sind. Auch tragen die Kreuzrippen und Gurte im unteren Teil im Ansatz an den Konsolen andere Profile als an der hochstrebenden Decke. Wir wissen nicht genau, wann eine Zerstoerung des Ostchors stattgefunden hat. Deutet man aber die Schlusssteine richtig, so ist dieses Ereignis auf 1504 zu datieren, als Weinsberg von Herzog Ulrich erobert wurde. Seitdem gehoert es zu Wuerttemberg. Der westliche Schlusssstein stellt einen jungen Mann dar, der neben seinem Wappen kniet, das auf den Boden gestellt ist. Das waere Herzog Ullrich im Alter von 17 Jahren. Unter seiner Regierung erfolgte der Wiederaufbau. Als naechstes folgt der Schlussstein mit dem Weinsberger Wappen, Rebe und Trauben im weissblauen Feld. Dabei fehlt allerdings der Reichsadler, was auf den Verlust der Rechte einer Reichsstadt hinweist. Diese gingen 1440 verloren, als Kunz von Bebenburg die Stadt durch einen Handstreich uebernahm und dann der Pfalz uebergab. Weinsberg musste dem Kurfuersten von der Pfalz huldigen, *bis es vom Reich wieder aufgeloest wurde*, was aber nie mehr geschah. Der dritte Schlussstein zeigt das Wappen Wuerttemberg mit den drei Hirschstangen, den Rauten der Herrschaft Teck, der Reichssturmfahne und den Barben (Fische) der Grafschaft Moempelgard, die von 1397 bis 1797 zu Wuerttemberg gehoerte. Auf dem letzten Schlussstein sehen wir das Haupt Johannes des Taeufers auf einer Schuessel. Ihm ist ja die ganze Kirche geweiht.

In den Zwischenfeldern des Gewoelbes sind viele Pflanzenornamente abgebilet. Es handelt sich vorwiegend um Heilpflanzen. Ein fachkundiger Betrachter kann in den 18 Feldern die Ranken von Eukalyptus, Johanniskraut (Hyperikon), Malven und vielen anderen Pflanen erkennen, die auch heute noch als Heilmittel verwendet werden. 1970 wurde der Ostchor renoviert und neu eingerichtet mit einem beweglichen Gestuehl und einer Bodenheizung. Ein Lesepult und ein Altar vervollstaendigen die Ausstattung, so dass er wieder zu kleinen Gottesdiensten, Konzerten oder besonderen Feiern verwendet werden kann. An der Nordwan ist der romanische Kruzifixus aus der Zeit von 1200/1250 angebracht; das Kreuzesholz stammt aus der Renaissancezeit und wurde bei der Restaurierung in diesem Stil belassen. Die gut erhaltenen Grabmaeler von Maenner und Frauen der geistlichen und weltlichen Beamten frueherer Zeit, die ihre letzte Ruhestaette im Ostchor gefunden haben, sind an den Seitenwaenden angebracht worden. Weitere Grabmaeler sind bei der Aussenrenovierung des Ostchors 19985/87 auch hier hereingebracht worden, weil sie im Freien nicht gegen die Verwitterung geschuetzt werden konnten. Interessant sind die Konsolensteine, die die Gewoelberippen aufnehmen. Sie tragen alle Koepfe. So kann man an der Wand zur Kirche hin das Gesicht der auf- und untergehenden Sonne feststellen. Die Voellerei ist mit einem dicken Leib dargestellt. Bei einem Gesicht ist dr Mund durch ein Band verschnuert, das von einem Ohr zum anderen laeuft und in drei herzfoermigen Blaettern endet. Es stellt die Mahnung zur Verschwiegenheit dar.

Grabungen in der Kirche

Im Jahre 1947 fand die erste Grabung in der Kirche statt. Darueber hat E. Weismann folgenden Bericht abgefasst (S.143): "In dem Raum zwischen der alten Ostwand und den Stufen, die zum Altar hinauffuehren, fanden sich bei der Renovierung der Kirche im Jahre 1947 drei nebeneinander liegende Graeber; bei einem Grab scheint es sich um eine Frau gehandelt zu haben. In einem anderen fand sich ein kleiner Rest von Brokat. In jender alten Zeit wurden nur Geistliche und Angehoerige des Adels im Kirchenraum beigesetzt. Brokat wurde den Geistlichen gewiss nicht ins Grab beigegeben; es muss sich also um einen vornehmen und sehr reichen Toten gehandelt haben. Es liegt nahe, an Angehoerige der Weinsberger Herrschaft zu denken, die Stifter des II. Baues waten. In diesem Fall kaeme Konrad der Aeltere in Betracht, der urkundlich zuletzt 1235, und Engelhard III, der bis 1242 erwaehnt wird. Die Gebeine sind jetzt unter den Chorstufen in drei kleinen Saergen beigesetzt." Eine Untersuchung der Stoffreste wurde vom Roemisch-Germanischen Zentralmuseum Main 1976 vorgenommen. Als Ergebnis wurde festgestelt, dass die Stoffreste aus einem Gewebedamasr und einem Futterstoff bestehen; von einem Goldbrokatband (oder -borte) wurde ebenfalls ein kleiner Rest gefunden. Ein Lederband mit Beinschliesse hat das Gewand am Hals der hier bestatteten Frau zusammengehalten. Die zuerst als Halbmond gedeutete Verzierung hat sich nicht erwiesen. In diesem Falle waerne naemlich eine Verbindung mit Lichtenstern vorhanden, das den Halbmond und einen Stern in seinem Wappen fuehrt. Vielmehr wurde nachgewiesen, dass hier ein Teil eines reichen Musters vorhanden ist, in dem das in der Renaissancezeit sehr beliete Motiv eines Granatapfels verwendet wurde.

Als 1955 ein neues Gestuehl in die Kirche kam, wurden im vorderen Raum des Mittelschiffs zwischen der suedlichen Eingangstuer bis zum letzten Pfeiler vor dem Turmchor viele Graeber gefunden. Diese muessen auch in die Zeit vor der Reformation datiert werden, da in der Zeit danach ein Gestuehl in die Kirche kam. Der Abschluss des ersten Bauabschnittes bestand nicht, wie man frueher vermutete, aus einer oder gar aus drei Apsiden, je eine fuer Mittelschiff und zwei Seitenschiffe, sondern aus einer sehr starken Mauer mit einer Kronenbreite von 125 cm und einem festen Fuss im Erdreich von 200 cm. -Die oben erwaehnten Bestattungen im Ostchor fanden nicht, wie man auch schon vermutete, in gemauerten Grueften statt, sondern im Erdreich, so dass die Koerper in Ost-Westrichtung lagen und mit dem Haupt ganz nahe an die Fussmauer des Turms herangerueckt waren. Im uebrigen Raum des Ostchors wurde nur der gewachsene Boden festgestellt.

Bilder in der Johanneskirche

Eine grosse Anziehungskraft uebt ein im Ostchor aufgehaengtes Bild aus. Es zeigt den Zug des Gottesvolkes vom Alten und Neuen Testament mit der Zielrichtung zur Kirche. Angefuehrt wird die Reihe von Adam und Eva; auch Koenig David mit seiner Harfe und Krone istr zu erkennen. Maria und Johannes der Taeufer fuehren den Zug des Neuen Testaments an. Mittendrin steht Pfarrer M. Johann Ludwig Neuffer (1640-1690), der dieses Bild gestiftet hat. Der Maler hat das ganze Geschehen in die heimatliche Landschaft des Sulmtales hineingestellt. So bewegt sich der Zug in Richtung zur Johanneskirche, die am linken Bildrand zu sehen ist. Am oberen Horizont erscheint der Burgberg mit der Wurg Weibertreu, der Schemelsberg und der Heilbronner Wartberg. Mitten auf der Sulmbruecke sind Josua und Kaleb abgebildet, wie sie gerade eine Riesentraube mit sich bringen als Gruss vom gelobten Land. Darueber in der Talaue ist Christus in der Kelter erkennbar, der sein Leben fuer die Menschen zu ihrer Erloesung hingibt. Der rechte Bildrand schliesst mit den alten Gebaeuden des Weissenhofs ab. - Der rechte Bildrand schliesst mit den alten Gebaeuden des Weissenhofs ab. - Ein Bild von den Treuen Weibern zu Weinsberg wurde in Erinnerung an das Geschehen von 1140 angefertigt. Der Mockmuehler Keller (herzoglicher Verwaltungsbeamter) Elsaesser hatte eine Originaltafel, nach der zwei Bilder gefertigt wurden. Die Bildtafel im Rathaus Weinsberg ist im april 1945 durch Feuer zerstoert worden. Die Evangelische Kirchengemeinde hat ihr Exemplar als Dauerleihgabe mit einem Vertrag vom 3. Oktober 1969 der Stadt uebergeben. Es ist im kleinen Ratssaal aufgehaengt. Auch auf diesem Bild sehen wir am linken Bildrand die Johanneskirche Weinsberg, in der Bildmitte die Burg, rechts davon den Schemelsberg. Im Mittelgrund der Talaue ist das bunte Treiben in der Zeltstadt des Heeres zu sehen, waehrend die treuen Weiber ihre Maenner von der Burg herabtragen. Es ist der Augenblick dargestellt, als der Bruder Koenig Konrads, Herzog Friedrich, gegen diese List der Weiber Einspruch erheben will, aber durch die koenigliche Entscheidung Konrads daran gehindert wird.: "An eines Koenigs Wort soll man nicht ruetteln und deuteln!" - Im Nordschiff finden wir das grosse Gemaelde vom Weltgericht, vermutlich aus dem Ende des 17. Jahrhudnerts. Christus thront ueber der Menschheit; die Entscheidungen ueber Erloesung oder Verdammnis fallen in diesen dramatisch dargestellten Szenen. - Kleinere Gemaelde sind auf den Stirnseiten der Seitenschiffe angebracht und zwar Auferstehung bzw. Himmelfahrt Jedu (ein Epitaph der Familie des Kellers und spaeteren Amtsvogts Johann Jakob Mueller +1650). Gegenueber haengt das Gemaelde mit der Taufe Jesu. -

In den Glasfenstern finden sich Themen wie die Anbetung der drei Weisen und die Auferstehung Christi (eine Nachbildung des Werkes von Albrecht Altdorfer von 1522). Ein Christuskopf war urspruenglich im Fenster des Ostchors zu sehen und ist heute in der Nordkammer eingesetzt. Diese Fenster sind eine Stiftung der Familie Franz, Karoline und Friederike Betz um 1912. Die Kirchengemeinde Basel hat der Heimatgemeinde ihres Reformators Johann Oekolampad (ins Griechische uebersetzter Name der Familie Hausschein) zum 400jaehrigen Reformationsjubilaeum 1929 ein Glasfenster gestiftet mit Widmung und dem Basler Wappen.Dargestellt sind Szenen aus der Leidensgeschichte Jesu. Dieses Bild und auch die folgenden wurden hergestelt in der Kunstglaserwerkstaette Saile, Stuttgart. - 1973 wurde das Glasfenster im Suedschiff mit dem Thema gestiftet: "Sie blieben aber bestaendig in der Apostel Lehre, in der Gemeinschaft, im Brotbrechen und im Gebet" (Apostelgeschichte 2,42). - Der Eingangstuer gegenueber faelt uns gleich ins Auge die Darstellung von Johannes 15: "Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben." - Den Entwurf dazu - als eines seiner letzten Werke - lieferte 1978 Professor Jakob Schober, Billensbach. Schon Jahre zuvor entwarf er das Rundfenster ueber der kleinen Eingangstuer im Suedem mit dem Thema; "Adam und Eva unter dem Baum der Erkenntnis". In der Mitte der 50er Jahre entstanden die beiden kleinen Fenster neben der Orgel ueber der Westempore. Sie stellen Koenig David mit der Harfe und die Posaunen von Jericho dar.

Steinmetzzeichen und Masse am Baukoerper

Eine Uebersicht ueber die Steimetzzeichen der verschiedenen Bauabschnitte schliesst diese Darstellung der Johanneskirche ab. Interessant ist ein Vergleich mit Bauwerken aus der staufischen Zeit wie etwa der Burgruine Blankenhorn, Magenheim, Leofels, Steinsberg und Hohenbeilstein. Auch auf der Burgruine Weibertreu findet sich eine Kombination von zwei Zeichen, wie in der Johanneskirche, auch hier nur einmal vorhanden! Schliesslich wurden die Zeichen aus den letzten Restaurierungen von Kurt Ruecker in Flein (1968), Firma Wuest in Eppingen Niederhofen (1982), sowie den Mitarbeitern Werner Krueger und Otto Zimmermann von der Firma Holz in Eppingen-Muehlbach (1987) auch beigefuegt. Die Masse der Kirche sind: Die Aussenlaenge bis zur Ecke der Sakristei 33,79 m. Die Laenge im Innern im Suedschiff 28,263 m, im Nordschiff 28,373 m, die Laenge der Mittelachse bis zur ersten Altarstufe 28,018 m. Die beiden Rundboegen im Westen haben an der Oberkante der Kapitelle eine Weite von 2,665 m; die folgenden Spitzboegen muessen 2,595 m, der groessere Spitzbogen zum Turm hin 2,75 m. Von Saeule zu Pfeiler - jeweils zur Mitte gemessen, betraegt der Abstand zwischen 3,465 und 3,615 m. Ueber der Arkadenreihe laeuft ein profilierter Fries im Abstand von 0,802 m von der Oberkante der Arkaden bis zur Unterkante; der Fries selbst misst 0,329 m.  In diesem Mass duerfen wir die Laenge des Fusses erkennen, wie er zum Bau des ersten Bauabschnitts benuetzt wurde. Diese Beschreibung mit Bildern und diese Bestandsaufnahme der Weinsberger Kirche soll dem Besucher sein Gotteshaus lieb und wert machen und dem Beschauer eine Hilfe zur eingehenden Betrachtung und zum Verstaendnis geben. 

In der Johannes Kirche befindet sich auch das Grabmal der fuenfjaehrigen Johanna Hochstetter sowie das Grabmal von Sara Renz, Ahnfrau Justinus Kerners
und Ulrich (II) Renz and his wife Euphrosine Moegenhardt (Megenhardt)

Literatur

F.L.J. Dillenius: WEINSBERG, die vormals freie Reichs-, jetzt wuerttembergische Oberamtsstadt.  Stuttgart 1960. 
Erich Weismann: Zur Geschichte der Stadt Weinsberg. Weinsberg 1959. 
Rudolf Gabel: Johanneskirche Weinsberg. 1972 (Manuskript). 
K.H. Mistele: Die Burg Hohenbeilstein (In Schwaben und Franken, Beilage zur Heilbronner Stimme Nr. 7/1957 S. 2-3) 
R. Stich: Die ehemalige Burg Scheuerberg (III.) (ebenda Nr. 8/1971 S. 3) - Orgeleinbau Weinsberg 1956