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LAHR Sanft gebettet zwischen Huegeln, Wo die Schutter leise rauscht, Mild umweht von Zephyrs Fluegeln Und von Gaerten still umlauscht Hier von Reben licht umschlungen,
Villen blinken an den Haengen,
Stolz gruesst Geroldseck herueber
Wann im Park die Knospen springen
Deiner holden Anmut Wellen,
Prof. Th. Keller.
DIE FAMILIE PREU, 1440 - 1914 Der Stammbaum der Preuen reicht lueckenlos fast 500 Jahre in die Vergangenheit zurueck, - ein halbes Jahrhundert, in dessen Verlauf sich ein grosses Stueck Weltgeschichte vor den Augen und im Leben unserer Vaeter und Urvaeter abgespielt hat. Obwohl die vielen Stuerme und Umwaelzungen waehrend dieses langen Zeitenflugs auch manchem von ihnen schweren Schaden zugefuegt haben werden, gibt uns doch keine Ueberlieferung Kunde davon, dass der eine oder andere sie mit dem Leben bezahlen musste. Die Heimat der Preuen war Weissenburg am Sand oder im Nordgau, eine freie Reichsstadt bis sie 1802 an Bayern kam, und in der die Reformation starke Wurzeln geschlagen hatte. Bis auf die Gegenwart sind Nachkommen der Familie P r e u dort ansaessig geblieben.
Bedeutsame historische Ereignisse, welche die ganze Entwicklung der Neuzeit mit vorbereiten halfen, fielen in seine 78jaehrige Lebenszeit, so 1453, die Eroeberung von Constantinopel durch die Tuerken, welche das Ende des ostroemischen Reichs unter Kaiser Constantinus besiegelte. 1483 wurde der Reformator Dr. Martin Luther zu Eisleben geboren. 1492 Entdeckung von Amerika durch Christoph Columbus. 1498 Dasco da Gama fand fuer Portugal den Seeweg nach Ostindien. 1500 Cabral entdeckt Brasilien und nimmt es fuer Portugal in Besitz. 1506 Copernicus begruendet das Weltsystem der Astronomie von der Bewegung der Erde und aller Planeten um die Sonne. 1510 Erfindung der Taschenuhren durch Peter Hele (Henlein) in Nuernberg (Nuernberger Eier), welche man fueglich hier auch mit aufzaehlen darf. 1517 Beginn der Reformation. Luther schlug seine 95 Thesen an der Schlosskirche zu Wittenberg an. Von unserm Ahnherrn wissen wir nur, dass er Almosenpfleger und ebenso wie sein Sohn, der Stadtschreiber II. Peter Preu I., 1464-1550, "Herr des Innern Raths" war. Die Ratsmitglieder wurden aus den alten Geschlechtern oder Patriziern gewaehlt. Dieser war zugleich Wahlherr und erhielt am 28. Maerz 1538 vom roem. Koenig und nachmaligen Deutschen Kaiser Ferdinand I.*) das Wappen verliehen. (Der Wappenbrief auf Pergament wird im Altertumsverein zu Weissenburg aufbewahrt.) Seine 3 Soehne waren: III. 1. Johannes Preu I.,1487-1566, er bildet den aeltern Stamm,
3. Peter III., 1519-1603, welcher den juengern Stamm bildete. Von diesen zwei Staemmen gingen vier Hauptlinien aus, naemlich durch die Soehne des Johannes:
b) Hieronymus I., 1511-1568, die zweite Hauptlinie mit 2 Soehnen,
d) Michael II, 1554-1598, die vierte Hauptlinie (daraus ein thueringischer Zweig). V. 1. Michael Preu I.,1534-1585, war Rector zu Heilsbronn und zweimal verheiratet: a) mit Felicitas Groetsch, b) mit Magdalena ...
3. Peter IV., geb. 1538, Tuchmacher, verh. mit Veronica Nuding, 4. Christoph I., 1540-92, Tuchmacher, verh. Mit Ursula Wiedmann, 5. Conrad, geb. 1546, verh. mit Anna Amler, 6. Daniel I., 1562-99, verh. mit Marg. Hauenschild. Der Erstgeborene, Michael, setzte unsere Linie fort durch seinen einzigen Sohn:
VI. 1. Samuel Preu I, 1583-1634, der Saecklermeister war und mit seiner Frau Catharine Pruegel 3 Soehne hatte: VII. 1. Samuel Preu II, 1608-1661, ein Zeuge des 30jaehrigen Kriegs (1618-1648, war H.d.l.R., Wahlherr und Buergermeister und von Beruf Handelsmann. Seiner Ehe mit Dorothea Oetzen sind 2 Soehne entsprossen (siehe unten).
3. Daniel II., 1623-1689, H.d.l.R., Buergermeister und Stadtrichter sowie Kirchen- und Scholarherr, war zweimal verheiratet: a) mit Eva, verw. Eder - b) mit Marg. Sibylla Roth. Die beiden Soehne unseres Samuels waren:
IX. Johann Wilhelm Preuwar geboren den 25. Februar 1655 und fast 8 Jahre juenger als seine 1647 geborene Hausfrau Agathe Feuerlein, welche ihm 5 Kinder schenkte:
2. Samuel, geb. 31. October 1683, 3. Esajas, geb. 5. August 1685, 4. Catharina, geb. 8. November 1686, 5. Maria Margaretha, geb. 7. Juli 1688 X. Samuel Preu IV.,der Stifter unser b a d i s c h e n L i n i e . Anmerkung: Natuerlich waren unsere Preu'schen Vorfahren auch mit Toechtern gesegnet, deren Namen aber wegen Raummangels hier nicht aufgefuehrt werden konnten. Unser Senior, der hochwuerdige Herr Kirchenrat Preu zu Weissenburg, geb. 1832 und zur vierten Hauptlinie zaehlend, besitzt eine Stammtafel der Gesamtfamilie Preu mit ihren Seitenlinien, auf welcher ueber 400 Namen maennlicher Nachkommen verzeichnet sind.)
Samuel Preu IV. widmete sich dem geistlichen Stande, studierte auf der Hochschule zu Heidelberg in der damaligen Kurpfalz und begann seine Laufbahn als Baden-Durlach'scher Vicar zu Carlsruhe. In der Folgezeit war er Pfarrer zu Huchenfeld, Knielingen, Kirchheim und zuletzt 15 Jahre in Niefern bei Pforzheim, wo er am 1. Juli 1744 seinen Geist aushauchte. Seine trauernde Wittib, Margarethe Barbara, eine geborene Kuemmer*), liess zu seinem Gedaechtnis einen Denkstein mit warmem Nachruf setzen, der -ein Meisterstueck der damaligen Steinmetzkunst- sich heute noch in der Kirche zu Niefern befindet und dessen Inschrift wir hier wiedergeben: Stehe still, Wanderer, Betrachte das Grabmahl Eines redlichen Gottesgelehrten, Eines eifferigen Predigers, Eines liebreichen Ehegatten,Eines sorgfaeltigen Vatters. Es ist Herr Samuel Preu, Bestverdienter Pfarrer der Gemeinde Niefern, Welcher diese Sterblichkeit im Weissenburg am Sand Anno 1683 den 31. October angezogen, das Amt eines treuen Lehrer Bey vier Gemeinen Huchenfeld, Knielingen, Kirchheim und Niefern Bis in das 33 Jahr in Segen gefuehret und das Sterbliche An dem letztbenannten Ort Anno 1744 den 1. Juli abgelegt. Welchem diesen Stein Zum Denkmal der Liebe hat setzen lassen Die nachgelassene betruebte Wittib Margaretha Barbara, Eine geborene Kuemmerin. Mein Wanderer, wuensche seinen Gebeinen Eine sanfte Ruhe und sehe, Dass Dumit ihm bewahrest In dem Leben die Gottesfurcht, im Sterben die Seeligkeit. (Leichentext: Psalm XLXX, V. 2 u. 3) *)Ihre Schwester, Augusta Maria Kuemmer, 1678-1754, war die Frau von Anton Christoph Vierordt, 1669-1713, einem Waldecker, vordem Pfarrer in Huchenfeld und seit 1700 Diaconus und Praeceptor in Lahr, wo beide aus dem Leben schieden. Ihre Soehne Mathaeus Engelhart (1704) und Friedrich August (1713) wurden in Lahr geboren.
Von ihren 6 Soehnen:
2. Johann Ludwig, geb. 1720 zu Knielingen (siehe unten), 3. Philipp Samuel, geb. 1723 zu Knielingen, gest. 1729, 4. Christoph Michael, geb. 1730 zu Niefern, gest. 1731, 5. Gottlieb Heinrich, geb. 1732 zu Niefern, gest. 1733, 6. Jacob Friedrich, geb. 1734 zu Niefern, Der zweite Sohn, unser XI. Johann Ludwig Preu,kam, nachdem er in Pforzheim die Schule besucht hatte, zu seiner Tante Vierordt nach Lahr, diesem durch seinen lebehaften Handel weithin bekannten Staedtchen, wo er sich dem Kaufmannsstand widmete und nach einem arbeitsreichen Leben, am 14. Juli 1779, das Zeitliche segnete. Er hatte das Beduerfnis, dreimal und ohne lange Wartezeit zu heiraten, woraus wir ihm aber keinen Vorwurf machen wollen, da wir doch seiner letzten Ehe unser Dasein verdanken. Erstmals freite er im September 1744 die Jungfrau
Sie gab 3 Soehnen das Leben:
2. Friedrich Samuel Preu, 1750-1753, 3. Philipp Ludwig Preu, 1752-1756, *)Schnell hatte von der damals Nassau'schen Herrschaft die Conzession zur Gruendung der "Loewen-Apotheke" erhalten, welche spaeter durch mehrere Generationen im Besitz der Familie Haenle war und 1905 von Herrn Apotheker J. Netzler aus Karlsruhe kaeuflich erworben wurde. Das Haus ist 1896 abgebrannt und vollstaendig neu aufgebaut worden.
Sie war die Tochter des Rotgerbers und Buergermeisters Joh. Jacob Schnitzler und der Sabine Dorothea Kiesel, und die Enkelin der Anna Catharina Schnitzler, geb. Pannifex. (Siehe die Familie Pannifex) Als die Stammutter des in Lahr angesiedelten Zweigs der Preuen beschenkte sie ihren um 20 Jahre aelteren Gatten noch mit 6 Kindern, von welchen das juengste Carl Ludwig, geb. 1778, nur 1 Jahr alt wurde. Dessen aeltere Geschwister waren:
2. Christian Samuel Preu, 1761-1783, 3. Margarethe Dorothea Preu, 1764-1767, 4. Sophia Christina Preu, 1767-1793.
Christina Sophia Morstadt, geb. 1786, Catharina Dorothea Morstadt, geb. 1791. In seiner ihm im Januar 1792 angetrauten Gattin Regina Friederica Kuenzlin, 1775- 1814, Tochter des Joh. Ernst Albrecht Kuenzlin***), Bierbrauers zum Rappen in Lahr und der Sabina Dorothea Meurerin, fand er eine musterhafte Hausfrau und treubesorge Mutter ihrer 6 Kinder; es ist eine Freude, ihre noch vorhandenen Briefe an ihre auswaerts lernenden Soehne zu lesen. Diese braven Leute, deren Bildnisse wir hier wiedergeben, verdienen unsere Verehrung als die Stammeltern der von Lahr ausgehenden 6 L i n i e n P r e u , von welchen die dritte in diesem Jahrhundert ausgestorben ist, waehrend die uebrigen 5 Staemme sich unter andern Familiennamen bis auf den heutigen Tag fortpflanzten und in nachstehenden Abschnitten einzeln besprochen werden. Es sind:
2. Carl Ludwig, 1795-1838, 3. Gustav Friedrich, 1796-1850, 4. Amalie Charlotte, 1798-1893, 5. Rosette, 1800-1866, 6. Henriette, 1804-1866,
**) Siehe "Chronik des Hauses Hugo" und "Familie Pannifex." ***) Siehe "Stammtafel der Familie Kuenzlin."
Die Brauerei zum Rappen war nach ihm viele Jahre im Besitz der Familie Schaller und besteht heute noch, ebenso die bekannte "Magnatentafel", welche schon unsere Vorvaeter zu ihren Stammgaesten zaehlte. Auch die andern, oben erwaehnten Brauereien und Wirtshaeuser stehen noch an gleicher Stelle, mit Ausnahme des alten Gasthofes zum Hirsch, das einst dem Voelker'schen Neubau, jetzt Weil'sches Haus in der Kaiserstrasse, weichen musste und nun seit langem in der Friedrichsstrasse (Hirsch-Taennle) weitergefuehrt wird. Der letzte Rappenwirt Kuenzlin als Lahrer Stadtdragoner (1815). Das Corps wurde 1810 gegruendet und im Revolutionsjahr 1848 aufgeloest. Die Stadt Lahr im 15. Jahrhundert. Die alte Tiefburg Lare war im Besitz der Herren von Geroldseck, welche sie 1275 zur Stadt erhoben. (Siehe "Chronik des Hauses Hugo". Ihre Reste wurden 1780 abgebrochen, bis auf den mit einem Dach versehenen Turm in der Mitte, den heute noch stehenden "Storchenturm." Berichtigung. In den Fussnoten soll es heissen anstatt E n g e l h a r t, richtig E n g e l b e r t Vierordt.
Der Geburtsort unserer P r e u ' s c h e n Vorfahren. Die ehemals schwaebische Landstadt Weissenburg wurde 1029 durch Kaier Conrad II. Vermoege eines Vertrags mit Herzog Ernst II. Von Schwaben zu einer unmittelbaren kaiserl. Freien Reichsstadt erhoben und blieb es bis 1802. Im Jahre 1525 hatte sie -wie die meisten Reichsstaedte- die Reformation angenommen. Oberhalb der Stadt erhebt sich die fruehere Bergfeste W u e l z b u r g - ehedem ein Kloster - 600 Meter ueber dem Meere. Anmerkung: Das heutige W e i s s e n b u r g mit etwa 7000 Einwohnern ist der Sitz eines Bezirksamts im Bayr. Reg.Bez. Mittelfranken. Es hat 3 evang. Und 1 kath. Kirche sowie hoehere Schulen und erfreut sich eines lebhaften Gewerbe- und Industriebetriebs.
Kirchenrat L.E. P r e u in Weissenburg. Zum Gedaechtnis. Ein Nachkomme unseres gemeinsamen Ahnherrn Jakob Preu I. (1440-1518), zaehlte er zur 4. Hauptlinie des alten und angesehenen Geschlechts der Preuen, welches mit den Geschicken seiner Vaterstadt stets eng verknuepft und seit dem Mittelalter bis zum Ende ihrer Reichsfreiheit durch eine Reihe von Ratsherren und Buergermeistern in ihrer Regierung vertreten war. Auch viele Diener der Kirche sind aus ihm hervorgegangen. Kirchenrat Preu ward am 10. November 1832 als Sohn des Rotgerbermeisters Aug. Friedr. Preu in Weissenburg geboren und widmete sich dem geistlichen Stande. Er machte seine Gymnasial- und Universitaetsstudien zu Ansbach und Erlangen und bekleidete seit 20 Jahren das Amt eines Pfarrers in seiner Vaterstadt, wo er sich als unermuedlicher Seelsorger und bedeutender Prediger die Liebe und Verehrung seiner Gemeinde erwarb. Seiner Vaterstadt bewies er treue Anhaenglichkeit und war fuer ihre gemeinnuetzigen Unternehmungen immer zu haben, wie er auch persoenlich eine weitgehende Wohltaetigkeit uebte. Durch verschiedene Auszeichnungen seines Landesherrn fanden seine Verdienste fuer Kirche, Schule und Staat die wohlverdiente Anerkennung. Seine Gattin Emilie, geb. Glaser, Revierfoersterstochter aus Weissenburg, ist ihm schon vor 20 Jahren im Tode vorausgegangen. Der einzige Sohn Hofrat Albert Preu, 2. Buergermeister von Bayreuth, steht z.Zt. als Bataillonsadjutant im Felde, ist verheiratet aber ohne maennliche Nachkommen. Nach kurzem Leiden machte ein sanfter Tod dem an Arbeit und Fruechten reichen Leben des alten Herrn ein Ende, aber sein Andenken wird im Segen bleiben. Senior der Familie ist jetzt der Neffe des Verstorbenen, Herr Handelsrichter Wilhelm Preu in Nuernberg, dessen einziger Sohn Karl fuer den Fortbestand der P r e u e n zu sorgen hat, deren badische Linie im Mannesstamm bereits erloschen ist.
1. Heinrich Eduard Moeller, 1810-1859 war Kaufmann in Freiburg im Breisgau und heiratete 1846 Emilie Fischer, 1814-1873, Tochter des Kaufmanns C.P. Fischer in Lahr (spaeter Stoesser-Fischer, jetzt Knopf'sches Haus), welche nach dem Tode ihres Gatten in ihre Vaterstadt zurueckkehrte. Ihre in Freiburg geborenen 3 Soehne sind:
b. Emil Otto, 185201910, starb als Kaufmann in San Francisco, Cal. Es betrauern ihne seine Witwe, Anni geb. Heunisch aus Chicago, und 2 Kinder. c. Eduard Heinrich, geb. 1857, Kaufmann und Director einer Aktiengesellschaft in Biebrich am Rhein, ist vermaehlt mit Elisabeth (genannt Betty) Widmann aus Karlsruhe, geb. 1858. 5 Soehne:
2. Georg Emil, geb. 28. Dezember 1887 in Karlsruhe, ist Kaufmann in der Filiale der Biebricher Aktiengesellschaft in Constantinopel. 3. Walter Theodor, geb. 22. Oktober 1889 in Karlsruhe, studiert Architektur in Darmstadt. 4. Otto Heinrich, geb. 14. April 1891 in Karlsruhe, ist Kaufmann und in Birmingham in Stellung. 5. Eduard August, geb. 16. Februar 1898 in Dresden, besucht noch die Schule und ist im Elternhause.
b. Clara Heisler, geb. 1868 heiratete den prakt. Arzt. Dr. Loebell ebenda. 3. Marie Schuele, geb. 1849, verheiratet sich 1878 mit Adolf Buehn, frueher Kaufmann in Lyon. Derselbe lebte seit 1870 als Rentner in Freiburg, wo er 1898 starb und wo auch seine Witwe ihren Wohnsitz hat. Ihre einzige Tochter Bertha, geb. 1879, ist mit Architekt Robert Ernst Muehlbach aus Hannover vermaehlt und hat einen Sohn:
4. Mathilde Moeller,geb. 1816, gruendete ihren Hausstand in Frankreich mit Hilaire Alex. Petit in Voulpaix, hatte aber seit dem deutsch-franz. Krieg ihre Beziehungen zu ihren Verwandten in Deutschland geloest. 5. Marie Moeller, geb. 1819 in Lahr, gest. 1900 in Freiburg im Breisgau, war vermaehlt mit Kaufmann Christian Stolz von Dinglingen, 1798-1884, langjaehriger Prokurist und Geschaeftsfuehrer im Hause L o t z b e c k Gebrueder, Schnupftabakfabrikant in Lahr. 2 Kinder:
b. Laura Emilie, geb. 1889, lebt bei ihrer Mutter in Karlsruhe.
XIV. 1. Carl Preu, 1819-1871, lernte die Kaufmannschaft in einem Speditionshause zu Mannheim und bildete sich dann zum Bierbrauer aus. Nachdem er in der Grossbrauerei von Anton D r e h e r in Schwechat bei Wien gute Fachkenntnisse erworben hatte, machte er sich in seiner Vaterstadt durch Uebernahme der Stulz'schen Brauerei selbstaendig (jetzt Bergbrauerei Zahler) und vermochte durch Fleiss und Tuechtigkeit, und durch seine ausgezeichnete Gattin Elisabeth geb. Leppert (1824-1892) tatkraeftig unterstuetzt, seiner Arbeit grosse Erfolge abzuringen. Mit ihm, dem 14. Seines Stammes, ist die badische Linie Preu im Mannesstamm erloschen, da von seinen beiden Kindern der zur Fortsetung berufene Sohn
b. Mina Preu, geb. 1855, welche mit dem Kaufmann in Lahr (1854-1911) verheiratet war und deren einzige Tochter Martha Gertrud, geb. 1879, mit dem Grossh. Bad. Oberfoerster Rudolf Wankel, geb. 1867 in Pforzheim, vermaehlt ist. 1 Sohn:
3. Ida Preu, 1822-1872, ehelichte den Kaufmann Wilhelm Klett in Sulzburg, gebuertig aus Suhl und hatte 2 Toechter:
Prisca Amalie Kohlunt, geb. 1870 zu Muellheim, lebt in Muenchen, wo sie mit Dr. Hans Leber verheiratet ist. 1 Sohn
5. Wilhelmine (genannt Minna) Theodore Preu, geb. 1827, hat sich zur Lehrerin ausgebildet und diesen Beruf eine laengere Reihe von Jahren in New York ausgeuebt, um sich Mitte der 70. Jahre von ihrer erfolgreichen Taetigkeit in ihre Vaterstadt Lahr zurueckzuziehen; sie blieb unvermaehlt und starb 1881 in Baden-Baden.
Seine ihm 1825 angetraute Frau, Elisabeth Walter, 1800-1872, war eine Tochter des Physicus Dr. Johann Daniel Walter. 5 Kinder:
dasselbst. 2. Marie Luise, 1829-1830. 3. Fanny, 1832-1901, ledig in Lahr. 4. Emma, 1836-1904, ledig in Lahr. 5. Carl Alexander, 1840-1845, mit welchem diese Linie schon in der ersten Generation ausgestorben ist.
2 Kinder:
1818-1901 1821-1903
-------- ----------------------------------------------------------------------------------- verh. Gastel verh. Kuntz 2 Kinder 1 Tochter:
1. Karl (von) Vierordt, geb. 1818 zu Lahr, gest. 1884 zu Tuebingen als o. Professor an der dortigen Universitaet. Er studierte in Heidelberg, Goettingen und Berlin Medizin, machte 1840 das Staatsexamen und ging dann auf Reisen, mit laengerem Aufenthalt in Berlin und Wien. Er liess sich zuerst als pract. Arzt in Karlsruhe nieder, wurde 1843 Oberarzt im Grossh. Bad. Leib-Infantrieregiment, 1849 Professor und 1855 Director des physiologischen Instituts der Universitaet Tuebingen. Seine Verdienste um sein Hauptfach, die Physiologie, sind hervorragende und unbestrittene; er foerderte besonders die Lehre vom Blut und schrieb zahlreiche, auf diesem Gebiet grundlegenden Werke, welche im Convers.-Lexicon verzeichnet sind. Eine ihm 1865 von seinem Koenig verliehene Ordensauszeichnung brachte ihm den damit verbundenen Personaladel. Carl Vierordtgruendete 1846 seinen Hausstand mit Pauline Seubert, 1824- 1903, Tochter des Geheimraths Dr.med. Karl Aug. Seubert in Karlsruhe und der Wilhelmine geb. Vierordt, die eine Tochter des Hof-Oekonomierats August Vierordt war. 6 Kinder:
b. Emma Vierordt, geb. 1848 zu Karlsruhe, starb 1889 in Florenz. c. Theodor Vierordt, geb. 1850 zu Tuebingen, gest. 1883 als Apotheker in Ebingen/Wuertt.. Er war verheiratet mit Hedwig Palm, Tochter des pract. Arztes Dr. Palm daselbst und hatte eine Tochter Ernestine (genannt Erna), geb. 1880, welche mit dem Kaufmann Emil Beck von Ebingen verheiratet ist; diese wohnen jetzt in Mannheim und haben keine Kinder. d. Hermann Vierordt, geb. 1853 zu Tuebingen, studierte daselbst, sowie in Berlin, Wien und Leipzig und ist o. Honorarprofessor der Medicin an der Universitaet Tuebingen. Auch ihm hat die Wissenschaft wertvolle Forschungen und zahlreiche Werke zu verdanken. Seit 1888 vermaehlt mit Anna Roth, geb. 1862, Tochter des 1895 verst. Sanskritisten Prof. Dr. Rudolf v. Roth in Tuebingen, sind ihrer Ehe 2 Toechter entsprossen:
Dora, geb. 16. Okt. 1893. f. Karl Vierordt, geb. 1860, sind im Alter von nur einem Jahr gestorben. D i e VI. L i n i e. 1. Bertha Vierordt, 1825-1899, wurde die Gattin von Gymn.-Professor Dr. Jacob Lamey in Karlsruhe, 1811-1878. Dieser war der Sohn des Pfarrers Lamey in Dainbach bei Boxberg und studierte ebenfalls Theologie, wandte sich aber spaeter der Philologie zu. 2 Kinder:
b. Julie Lamey, geb. 1852 zu Mannheim, ist seit 1879 verheiratet mit Geh. Hofrat Dr.phil. Alfred Theophil Holder, geb. 1840 zu Wien, als Sohn des Portraitmalers Gottlieb Holder, 1806-1845, und dessen Gattin Natalie Rheinboldt. Er besuchte das Grossh. Lyceum zu Rastatt, studierte in Bonn und Heidelberg und setzte seine Studien an der Kaiserl. Bibliothek in Paris fort. Nachdem er seit 1863 Lehrer am Lyceum in Rastatt, dann am Priv. Gymnasium Schoonoord te Ryswijk bei Haag und zuletzt Vertreter des Vorstandes der hoeh. Buergerschule zu Ladenburg gewesen, trat er 1867 in den Dienst der Grossh. Hof-, jetzt Hof- und Landesbibliothek zu Karlsruhe, deren Director er heute ist. Er gab eine Anzahl wissenschaftlicher Werke heraus und ist corresp. Mitglied des Institut de France in Paris. 1 Sohn:
Seiner Ehe mit Luise, geb. Grossweyler, 1830-1908, entstammen 2 Kinder:
Maria, geb. 1895.
Erika Flad, geb. 1897, Wolfgang Flad, geb. 1903. fuer diejenigen Mitglieder unserer Familie, welche in der Zwischenzeit durch den Tod abgerufen wurden.
Der baut sich selbst ein ewig Monument Im treuen Herzen seiner Landesbrueder, Und dies Gebaeude stuerzt kein Sturmwind nieder. (Th. Koerner (Zriny) Am 19. August der Grossh. Oberfoerster Rudolf Wankel, Oberleutnant d.L.a.D. in Dornach (Elsass) durch Schrapnellschuss. Am 12. November der prakt. Arzt Dr. Max Gastel in Muenchen, Oberleutnant im Landweh-Inf.-Rgt. Nr. 17 und Inhaber des Eisernen Kreuzes, im Kampf vor Verdun (Frankreich). Beide hatten sich dem Vaterland freiwillig im Frontdienst zur Verfuegung gestellt. Ferner starb nach schwerem Leiden, Am 4. Oktober, Frau Mina Heidlauff, geb. Preu in Lahr (Schwiegermutter des Oberfoersters Wankel), tief betrauert von allen, die ihr naeher standen. Mit ihr ist eine sorgsame Mutter und Grossmutter heimgegangen und zugleich der Name Preu in der bad. Linie erloschen. Copyright 1995-2003 Brigitte Gastel Lloyd |