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aus dem Centralblatt
Bakteriologie, Parasitenkunde
Erste Abteilung:
Originale.
Geh.Med.-Rat Prof. Dr. Loeffler, Greifswald
herausgegeben von Geh.Reg.-Rat Prof. Dr. O. Uhlwom, Berlin
Seite 254
Beitrag zur Frage der Toxinbildung bei der Trichinosis.
Von Max Gastel, approb. Arzt.
Mit der Frage, ob die Trichinellen während ihres Aufenthaltes im Wirtsorganismus toxische Substanzen ausscheiden, hat sich eine große Anzahl von Forschern beschäftigt. So hat Ehrhardt die Vermutung ausgesprochen, daß die degenerativen Veränderungen im Muskel in der Nachbarschaft der Trichinellen auf Toxine zurueckzufuehren seien, welche diese Parasiten ausscheiden. Auch Metschnikoff vertritt diese Ansicht. Knorr fand im akuten Stadium der Trichinosis bei einem Manne Zeichen von Reizung der Serosa, weitgehende parenchymatöse Nierenschädigung, geringgradige Entzuendung an Gehirn und weicher Hirnhaut, und tritt der von Staeubli und Romanowitsch geäußerten Meinung bei, daß bei der Trichinellenkrankheit den Toxinen eine große Bedeutung zukomme. Nach Friedreich kommt es zu einer akuten Infektion des Blutes durch giftige Stoffwechselprodukte, die nach Aufloesung der Kapseln der Darmtrichinellen durch die Verdauungssaefte ins Blut gelangen und die Ursache darstellen für die Fruehsymptome der Trichinellenkrankheit: Störung des Allgemeinbefindens, Gesichtsödem, hohes Fieber. Seite 255 Nonne und Hoepfner sahen in schweren Fällen von Trichinelleninfektion mehrmals Trübung des Sensoriums und Delirien und halten diese Erscheinungen für die Folgen der Einwirkung von Toxin. Stauebli hat nachgewiesen, daß bei der Trichinelleninfektion der Ratte, und zwar schon im Stadium der Darmtrichinosis, ein Gift austritt, das als exquisites Blutgift wirkt. Hoyberg stellte dagegen auf Grund von Versuchen, die er mit Serumuebertragungen machte, den Satz auf, daß das Blut trichinisierter Tiere keine Toxine enthalte. Er injizierte Serum von Ratten, die mit Trichinellen vergiftet worden waren, anderen Tierspecies meist im Verhältnis von 1:20 bis 1:40 ihres Koerpergewichts. Doch finden sich bei diesen Versuchen keinerlei Angaben über den Grad und die Schwere der Infektion mit Trichinellen, so daß Staeubli fordert, daß diese Versuche mit genauen Kontrollversuchungen nachgeprüft werden sollen. Hoybergs Versuche haben auch Romanowitch nicht überzeugen können. Romanowitch ist der Ansicht, daß, wenn die Trichinellen ueberhaupt toxische Substanzen ausscheiden - sich, diese im Serum des infizierten Tieres zu irgendeiner Zeit finden müßten. Er stellte eine Reihe von Versuchen mit dem Serum trichiniger Meerschweinchen und Ratten an, und fand in 9 unter 40 Fällen das Serum stark toxisch wirkend. Schwach toxisch wirkende Sera stammten von Meerschweinchen, die sich bei der Sektion als nur schwach mit Trichinellen infiziert erwiesen. Romanowitch hat nun Serum stark trichiniger Meerschweinchen den Versuchstieren (Meerschweinchen und Ratten) subkutan injiziert, und zwar 4-6 ccm für je 1 kg Lebendgewicht. Das Serum wurde stets 24 Stunden nach der Entblutung injiziert, und zwar subkutan. Die injizierten Tiere zeigten nach einer einzigen Injektion folgendes klinische Bild: Große Mattigkeit, häufiges Gähnen, Zittern, Kaumuskelkraempfe; außerdem Dyspnoe, Durchfaelle und abnorme Abmagerung. Der Tod trat ein in 2 Fällen am 2. Tag,
2 Tiere zeigten obige klinische Erscheinungen, erholten sich aber wieder. Die Sektion der gestorbenen Tiere ergab nach Romanowitch Darmhaemorrhagieen, besonders am Dünndarm, Hyperämie der Bauchgefaesse und der Herzhöhle, Petechien am Peritoneum, Blutaustritte aus den Lungen. Die überlebenden Tiere zeigten außerordentliche Magerkeit. Auf Grund dieser Versuche stellte Romanowitch eine Reihe von Thesen auf, darunter auch folgende Sätze: 1) Das Serum trichiniger Meerschweinchen und Ratten wirkt giftig.
Diese Angaben von Romanowitch stehen mit den Ergebnissen der Hoybergschen Versuche im Widerspruch. Es ist aber für die Klinik und Pathologie der Trichinellenkrankheit gewiß von hohem Interesse, zu wissen, ob und welcherlei Gifte Krankheitserscheinungen und Organveränderungen hervorrufen können, wie sie bei der Trichinose aufgefallen sind. Allerneuestens hat Flury derartige, bei der Trichinose entstehende Gifte isolieren können, jedoch ist damit die Toxizitätsfrage noch nicht gelöst worden, da Flury selbst die Wirkung noch anderer Gifte reserviert hat. Es dürfte darum nicht uninteressant sein, Eingehendes über Versuche zu berichten, welche gleichsinnig mit den Versuchen von Romanowitch auf Veranlassung und unter Leitung des Assistenzarztes, Herrn G.B. Gruber, durch mich angestellt worden sind. G.B. Gruber hat bereits anderwärts kurz ueber die Ergebnisse dieser Untersuchungen Mitteilung gemacht. Seite 256
Allgemeine Bemerkungen zu unseren Versuchen. 1) Die Versuche wurden mit Meerschweinchen angestellt, Versuch Ia auch noch mit Kaninchen. 2) Bei allen Versuchen, mit Ausnahme von Ia, der als Vorversuch anzusprechen ist, wurde der Infektionsgrad des Verfütterungsmaterials festgestellt, und zwar nach dem von Opie angegebenen und auch von Bittner angewendeten Verfahren: Es wurden 0,025 g Fleisch: Kaumuskel, Zwerchfell, Intercostalmuskeln, auf dem Objektträger zerzupft, mit Essigsäure und Glyzerin befeuchtet; dann wurde ein 2. Objektträger scharf angedrueckt und das Präparat im verschiebbaren Objekttisch systematisch nach Trichinellen durchsucht. Hierbei erwies es sich als sehr zweckmäßig, den Planspiegel zu benutzen und denselben bei mäßiger Abblendung so zu drehen, daß das Gesichtsfeld stark verdunkelt erschien, also eine Art Dunkelfeldbeleuchtung entstand. Die Trichinellen waren dann scharf umrissen und hell beleuchtet leicht zu erkennen. Von jedem Muskelstück, welches zur Verfütterung verwendet wurde, wurden zwei solche Probezählungen vorgenommen, also wurde 0,05 g Fleisch genau auf Trichinellenzahl untersucht. Je nach dem Ergebnis dieser Zählungen wurden größere oder kleinere Fleischstücke zur Infizierung benutzt, nachdem der Trichinellengehalt für 1 g Fleisch rechnerisch festgestellt war. Auf solche Weise wurde der Versuch gemacht, annähernd wenigstens die Gesamtzahl der einverleibten Trichinellen festzustellen. Aber auch deshalb wurden diese Zählungen vorgenommen, um nachweisen zu können, ob der Giftgrad des zu verwendenden Serums tatsächlich von der Intensität der Infektion mit Trichinellen abhängt, wie es Romanowitch behauptet. Ein weiterer Grund war folgender: Wir wollten uns Klarheit darüber verschaffen, wie viel infektiöses Material, d. h. wieviel Trichinellen, ungefähr zur Verfütterung gelangen müssen, um eine schwere Infektion zu erzeugen. Weder die Ausführungen von Romanowitch, noch diejenigen Hoybergs geben hierüber Auskunft. Wir gaben, wie die einzelnen Versuche zeigen, stets steigende Mengen von Trichinellen. 3) Romanowitch betont, daß nur das Serum schwer infizierter Meerschweinchen toxisch wirke, und daß die Meerschweinchen, die giftiges Serum geliefert haben, bei der Sektion die Zeichen schwerer Trichinelleninfektion aufgewiesen hätten. Es scheint, daß für Romanowitch der histologische Befund für die Beurteilung der Schwere einer Trichinelleninfektion maßgebend war. Denn er macht ebensowenig wie Hoyberg irgendwelche Angaben über das klinische Verhalten der infizierten Tiere. Ferner fehlen die Daten über die Kontrolltiere, insbesondere, ob die Kontrolltiere der Infektion später erlegen sind oder nicht. Eine Feststellung des klinischen Verhaltens der mit Trichinellen infizierten Tiere resp. der Kontrolltiere erscheint aber um so notwendiger, als es nicht angängig ist, die Schwere einer Trichinellenvergiftung lediglich aus dem Sektionsbefund zu beurteilen. Manche unserer Meerschweinchen, sowohl Kontrolltiere als auch solche, die lediglich zur Lieferung infektiösen Verfütterungsmaterials vergiftet worden waren, und die sich bei der Sektion als stark infiziert erwiesen, hatten keinerlei Störung ihres Wohlbefindens, keinerlei klinische Symptome gezeigt, hatten sogar erheblich an Gewicht zugenommen. Andere Meerschweinchen da gegen, welche bei der Sektion einen relativ geringen Grad von Trichinosis zeigten, hatten all die charakteristischen klinischen Zeichen einer schweren Trichinellenvergiftung geboten. Seite 257 Es scheint also, wenn man einen Schluß auf die Giftigkeit des zu verwendenden Serums ziehen will, notwendig zu sein, nicht nur das anatomische Bild, sondern auch das klinische Verhalten der infizierten Tiere zu berücksichtigen. NB. Die Ergebnisse der klinischen Beobachtung der infizierten Tiere sind bei den einzelnen Versuchen verzeichnet. 4) Bei jedem mit Trichinellen vergifteten Meerschweinchen, dessen Serum verwendet werden sollte, wurde jedoch nicht nur die Menge der einverleibten Trichinellen festgestellt und das klinische Verhalten beobachtet, sondern es wurden - wie es Romanowitch auch getan hat - Muskelstücke, besonders Kaumuskel und Zwerchfell, nach der Entblutung mikroskopisch untersucht, und nach der oben beschriebenen Methode die Anzahl der Trichinellen in 1 g Muskulatur bestimmt Wir wollten ganz sicher gehen, uns nicht lediglich auf die Zahl der verfütterten Trichinellen und den beobachteten klinischen Befund verlassen. Stimmte dann noch das erwartete histologische Bild, dann mußten wir es als sicher annehmen, daß wir mit einem hochwertigen Serum arbeiteten. Wir konnten dann darauf rechnen, daß diese Sera den Angaben Romanowitchs entsprechend toxische Eigenschaften entwickeln würden 5) Die Entblutung der infizierten Tiere wurde zwischen dem 13. und 30. Tag nach der Infektion vorgenommen; also auch hierin den Voraussetzungen Romanowitch entsprochen. Die Carotis wurde nach chirurgischen Grundsätzen in leichter Aethernarkose freigelegt, mit Arterienklemme abgeklemmt, auf etwa 1 1/2 cm lange Strecke vom umgebenden Gewebe losgelöst, mit einem Scherenschlage durchtrennt und mit dem freien Ende in ein steriles Zentrifugenglas eingeführt. Dann wurde die Klemme langsam gelöst und die Entblutung erfolgte ins sterile Glas. Auf solche Weise wurde eine sterile Blutentnahme gesichert. Nach Absetzen des Blutkuchens wurde zentrifugiert, das Serum in sterile Gläschen abgegossen und diese 24 Stunden im Eisschrank aufbewahrt. Am nächsten Tage wurde das Serum den Versuchstieren subkutan injiziert, und zwar stets 5 ccm auf. 1 kg Lebendgewicht. (Romanowitch gab Dosen zwischen 4 und 6 0cm.) Bei einer Reihe von Versuchen wurde jeweils die Hälfte des zur Injektion bestimmten Serums inaktiviert. 6) Die Versuchstiere, die injiziert werden sollten, wurden 1 Tag vor der Injektion in Gruppen in besonderen Stallabteilungen untergebracht, täglich mehrmals beobachtet und jeden 2. Tag stets zur gleichen Stunde gewogen. Versuch Ia. Vorbereitung: Am 19. Juli1912 wurden mehrere Meerschweinchen und Kaninchen mit Trichinellen vergiftet. Die Zahl der verfütterten Trichinellen wurde bei diesem Versuch nicht festgestellt. Die infizierten Tiere zeigten keine Krankheitserscheinungen; eine Gewichtskurve wurde nicht geführt. Ausführung:
Die Entblutung wurde am 17. Aug., also nahezu 4 Wochen nach der Infektion, vorgenommen. (Bei den entbluteten Tieren unterblieb bei diesem Versuch die Feststellung der Trichinellenzahl.) Die Injektion des Serums geschah am 18. Aug., und zwar wurden, wie schon früher erwähnt, 5 ccm auf 1 kg Lebendgewicht injiziert. Gleichzeitig wurde 1 Kontrollmeerschweinchen und 1 Kontrollkaninchen mit Serum normaler Meerschweinchen und Kaninchen injiziert. Seite 258 M 1 M 2 M 3 M I (Kontr.) K 1 K 2 K I (Kontr.) Gewicht am Tage
390 225
510
340 560
500 820
Injiziert wurden ccm 2 1,1 2.5 1,7 2,6 2,2 3,7 Injektionstag: 18. August
390 220
530
340 575
500 840
Erlaeuterung: 1) Geringe Fresslust. Weniger Lebhaftigkeit
Kritische Bemerkungen zu Versuch Ia.
Da nur das klinische Verhalten der Tiere beobachtet, nicht die Zahl der zur Verfütterung verwendeten Trichinellen auch nur annähernd festgestellt wurde; da ferner am Tage der Entblutung am vergifteten Tier wohl eine vorhandene Durchsetzung der Muskulatur mit Trichinellen gefunden, nicht aber der Grad derselben zahlenmäßig festgestellt wurde, so sind die Ergebnisse dieses Versuches Ia zu einer Beurteilung der Romanowitschen Sätze nur mit Einschränkung zu gebrauchen. War es doch nicht möglich, sich ein Bild über die Schwere der Infektion zu machen, und konnte man sich doch nicht vergewissern, ob das verwendete Serum ein stark oder nur schwach toxisches sein würde. Wir können diesem Versuch deshalb nur die Qualität eines Vorversuches einräumen. Er regte aber dazu an, bei den folgenden Versuchen eine strengere Versuchsanordnung durchzuführen. Aber trotz der angeführten Mängel waren die Ergebnisse nicht uninteressant: 1) Die injizierten Versuchstiere zeigten einige Tage nach der Injektion verminderte Freßlust und geringere Lebhaftigkeit, machten auch beim Ergreifen weniger energische Abwehrbewegungen als gewöhnlich. Diese Erscheinungen waren: bei M 1 vom 4.- 6. Tag,
nach der Injektion zu bemerken.
2) Die Kontrolltiere zeigten die oben beschriebenen Störungen des
Wohlbefindens nicht, sie nahmen stetig und erheblich an Gewicht zu. Das
Kontrollkaninchen starb am 5. Sept. an Pneumonie.
Seite 59 Hinfälligkeit und Abmagerung nahm rasch zu, und am 24. Aug. starb das Tier; die Sektion bestätigte die schon gestellte klinische Diagnose "Pneumonie". Die Versuchstiere M 1, M 3, K 1 und K 2 zeigten außer der oben beschriebenen, vorübergehenden geringen Störung der Freßlust und Lebhaftigkeit keines der Symptome, die Romanowitch als charakteristisch für die Toxinwirkung des injizierten Serums beschrieben hat: Weder häufiges Gähnen oder Zittern oder Krämpfe waren trotz mehrfacher täglicher Beobachtung zu bemerken, noch konnten Durchfälle oder dyspnoische Erscheinungen wahrgenommen werden. Abmagerung trat nicht ein; die Tiere nahmen sogar andauernd und stetig an Gewicht zu, nachdem die Störungen im Wohibefinden überwunden waren. 5) Alle Versuchstiere überstanden die Injektion (M 2 starb an Pneumonie). 6) Da die Kontrolltiere, die mit Serum normaler Meerschweinchen und Kaninchen injiziert worden waren, keinerlei Störung des Allgemeinbefindens zeigten, die Versuchstiere dagegen eine solche immerhin erkennen ließen, so kann an eine Toxinwirkung gedacht werden. Doch waren die klinischen Erscheinungen im Verhältnis zu den von Romanowitch beobachteten derartig unbedeutend, daß wir zu dem Schluß gelangten, daß das Serum nur schwach toxisch gewesen, daß die Infektion auch zu wenig intensiv ausgefallen war. 7) Da Romanowitch die Giftwirkung des Serums in ein bestimmtes Verhältnis zu der Intensität der Vergiftung setzt, und angibt, daß nur das Serum schwer vergifteter Tiere toxisch wirke, so gab uns das Resultat dieses Vorversuches Ia Veranlassung, die Intensität der Infektion bei den folgenden Versuchen möglichst genau zu prüfen. 8) Es hatten die Versuchstiere leichte Gesundheitsstörungen gezeigt, die immerhin von einer schwachen Toxinwirkung des injizierten Serums herrühren konnten. Es waren also die Vorbedingungen für die Anstellung eines weiteren Versuches mit diesen Tieren gegeben. Denn Romanowitch schreibt: Vergiftet man Tiere, die nach schwacher Injektion am Leben geblieben sind, mit trichinigem Fleisch, so sterben die Tiere, weil zu dem durch die Injektion einverleibten schwachen Gift noch das durch die Trichinellen produzierte hinzukommt. Leider konnte ich nirgends finden, zu welchem Zeitpunkt Romanowitch diese neue Vergiftung der injizierten Tiere vorgenommen hat; es interessiert, zu wissen, ob die injizierten Tiere sich schon ganz erholt hatten, oder ob unmittelbar nach dem Abklingen der Krankheitserscheinungen die Trichinellen - Infektion vorgenommen wurde. Es war somit die Wahl des Zeitpunktes für uns nicht einfach, zumal nach Romanowitch noch 25 Tage nach der Injektion Todesfälle eintreten können. Versuch Ib. (Neuinfektion.)
Angestellt mit M l, M 3, K l und K 2 des vorigen Versuches. Außerdem wurden 2 Kontrollmeerschweinchen und 2 Kontrollkaninchen vergiftet. Der Zeitpunkt wurde so gewählt, daß sich die Versuchstiere von der vorangegangenen Seruminjektion (Versuch Ia) vollständig erholt hatten. Alle Tiere wurden mit je 5000 Trichinellen infiziert. Tag der Neuinfektion 12.Sept.12. Seite 260 Ergebnis: Die Tiere zeigten keine wesentliche Beeintraechtigung ihres Befindens und mussten schliesslich getoetet werden. Die Kontrolle ihrer Muskulatur ergab: fuer M 1 in 1 g Zerchfell 5600 Trichinellen
es waren diese Tiere also sehr hoch mit Trichinellen infiziert worden; obwohl sie nun schon frueher mit dem Serum trichinoeser Tiere vorbehandelt worden waren, konnte eine Beeinflussing der nachfolgenden Trichinellenkrankheit nicht erkannt werden. Vgl. hierzu die folgende Tabelle: Kontrolle Kontrolle M 1 M 3 M II M III K 1 K 2 K II K III Tag der Neuin-
12. Sept.
430 660 320
350 830 800
500 480
Versuch II. Vorbereitung.
Am 26. Aug. 12 wurden 5 Meerschweinchen annaehernd mit je 6000 Trichinellen
infiziert.
Ma Mb Mc Md Me Gewicht am 26. Aug.:
310 250 250
300 290
An Trichinellen wurden gefunden: Bei Ma in 1 g Kaumuskel annaehernd 6600
Seite 261 Ausfuehrung.
Injiziert wurde das Serum am 20. Sept., also 24 Tage nach der Infektion. Das Serum des Ma wurde dem M 4 und 5
subkutan injiziert. Ausserdem erhielten 2 Meerschweinchen, M IV und M V, als Kontrolltiere
entsprechende Mengen Serum normaler Meerschweinchen injiziert.
Gewichtstabelle II. Kontrolle M 4 M 5 M 6 M 7 M 8 M 9 M 10 M 11 M IV M V Gewicht am Tage
Injiziert wurden
20. Sept.
265 290 260
250 290 250
300 270 260
255
30. Sept.
320 340 300
290 340 270
330 315 310
290
Ergebnisse des Versuches II.
a) Der Infektion: Die Meerschweinchen Ma - Md, welche das Serum fuer den Injektionsversuch lieferten, zeigten keinerlei Stoerung ihres Wohlbefindens; sie nahmen stetig an Koerpergewicht zu. Gleichwohl ergab der Sektionsbefund eine starke Durchsetzung der Muskulatur mit Trichinellen, im Durchschnitt etwa 6600 Trichinellen in 1 g. Es ist dies eine erhebliche Steigerung der Infektion gegenueber dem Versuch Ib, bei welchem nach einer Verfuetterung von je 5000 Trichinellen durchschnittlich 4700 dieser Parasiten in 1 g Muskulatur gefunden wurden. 2) Das Kontrolltier ueberlebte die Infektion und zeigte keinerlei Krankheitserscheinigungen. b) Der Injektion: 1) Die Sera erwiesen sich als nicht toxisch. Kein einziges der
injizierten Versuchstiere erkrankte; das Wohlbefinden war nie gestoert.
Alle Tiere nahmen an Gewicht stetig zu.
Seite 262 Zusammenfassung.
Wir verzeichnen also in Versuch II einen vollstaendigen Misserfolg
in Hinsicht auf die Angaben von Romanowitsch, obwohl die Muskulatur
der Tiere eine starke Durchsetzung mit Trichinellen aufwies.
Versuch III. Vorbereitung
Am 4. Sept. 12 wurden 6 Meerschweinchen mit je 10 000 Trichinellen infiziert.
Die infizierten Tiere nahmen bis zum 19. Sept., dem Tage der Entblutung,
an Gewicht zu und zeigten bis zu diesem Tage auch keinerlei Krankheitserscheinungen.
Gewichtstabelle. Infektionstag
Kontrolle
4. Sept.
250 250 250
240 250 230
Bei Kontrollmeerschweinchen Me war am 19. Sept. das hoechste Gewicht erreicht, von diesem Tage ab nahm es konstant ab. Das Tier zeigte vom 20. Okt. ab zunehmende Mattigkeit, sehr starke Abmagerung, geringe Dyspnoe. Am 24. Okt. starb das Tier an Entkraeftigung. Die Sektion ergab eine starke Durchsetzung der gesamten Muskulatur mit Trichinellen. Besonders Zunge, Kaumuskeln und Zwerchfell waren befallen. In 1 g Kaumuskel wurden etwas 7200 Trichinellen gefunden, in 1 g Zerchfell etwa 7400 Stueck. Das Kontrolltier Mf ueberlebte die Infektion. Es zeigte sogar stetige Gewichtzunahme, war nie krank. Es wurde am 10. Nov. getoetet und erwies sich noch staerker infiziert als Me; wir fanden naemlich
in 1 g Zwerchfell annaehernd 7100 Trichinellen
bei Mb in 1 g Kaumuskel annaehernd 8100 Trichinellen bei Mc in 1 g Kaumuskel annaehernd 7600 Trichinellen bei Md in 1 g Kaumuskel annaehernd 8300 Trichinellen
Injiziert wurde das Serum am 20. Nov. 12, also 16 Tage nach der Infektion.
Das Serum des Mb wurde dem M 14 und 15 Das Serum des Mc wurde dem M 16 und 17 Das Serum des Md wurde dem M 18 und 19 subkutan injiziert. Seite 263 Gewichtstabelle III. Kontrolle
M 12 M 13 M 14 M 15 M 16 M 17 M 18 M 19 M VI M VII Gewicht am Tage
Injiziert wurden
20. Sept.
320 280 310
250 250 230
280 290 250
250
Ergebnisse des Versuches III.
a) Der Infektion: 1) Die Meerschweinchen Ma - Md, welche das Serum fuer den Injektionsversuch
lieferten, zeigten keinerlei Krankheitssymptome oder Stoerung des Allgemeinbefindens.
Das Gewicht dieser 4 Tiere hatte zugenommen, und doch bewies der postmortale
histologische Befund, dass eine erhebliche Infektion stattgefunden hatte;
fanden sich doch durchschnittlich 7800 Trichinellen in 1 g Muskulatur der
infizierten Tiere.
b) Der Infektion: Die erwartete Toxinwirkung blieb, wie bei den frueheren Versuchen, auch jetzt vollstaendig aus. Seite 264 Da die bisherigen Versuche im Sinne der Romanowitchschen Saetze
vollstaendig negative Ergebnisse gebracht hatten, so entschloss ich mich
zu einer weiteren Steigerung der Vergiftunsdosis.
Versuch IVa. Vorbereitung
Am 17. Okt. 1912 wurden 4 Meerschweinchen mit annaehernd je 12 500 Trichinellen vergiftet. Die infizierten Tiere zeigten ein bei unseren frueheren Versuchen noch nicht beobachtetes Verhalten: Sie nahmen, wie untenstehende Gewichtstabelle erkennen laesst, nur sehr wenig an Gewicht zu. Dann nahmen die Gewichte bei allen Tieren zwischen dem 14. und 23. Tag nach der Infektion erheblich ab. Gewichtstabelle:
Ma Mb Kontrolle Mc Md 17. Okt.
250 250
250 250
Gleichzeitig zeigten sich auch klinische Erscheinungen: Mangelnde
Fresslust, zunehmende Mattigkeit, Dyspnoe, starke Abmagerung, besonders
bei Mc.
Bei Mb in 1 g Kaumuskel annaehernd 8500 Ausfuehrung:
Injiziert wurde das Serum am 6. Nov. 1912, also 20 Tage nach der Infektion. Jeweils die Haelfte der von Ma und Mb gewonnenen Sera wurde inaktiviert und dann erst injiziert. Das Serum des Ma wurde dem M 20 - 23, das Serum des Mb dem M 24 - 27 injiziert. Kontrollmeerschweinchen M VIII erhielt inaktiviertes Serum eines normalen Meerschweinchens, Seite 265 Kontrollmeerschweinchen IX nicht inaktiviertes Serum eines normalen
Meerschweinchens injiziert
Gewichtstabelle.
Ma
Mb
Normales Meerschweinchen
Inakt. Ser.
Nicht
Inakt. Ser. Nicht
inakt. Nicht
6. Nov.
240 260
250 260 260
250 260 270
270 250
An den Tagen, welche durch fette Ziffern bezeichnet sind, war Stoerung
des Wohlbefindens.
Ergebnisse des Versuches IV a.
a) Der Infektion 1) Die infizierten Tiere hatten hohe Vergiftunsdosen erhalten und die Symptome schwerer Krankheit gezeigt. Es waren ausserdem hohe Zahlen von Trichinellen in 1 g Muskulatur der infizierten Tiere festgestellt worden. Dass eine schwere Infektion vorlag, wurde durch den Tod der beiden Kontrolltiere an Trichinosis bestaetigt. Wir konnten deshalb hoffen, diesmal ein hochwertiges Serum gewonnen zu haben. b) Der Injektion: 1) Trotz sorgfaeltiger Beobachtung konnten bei den Versuchstieren, welche
das Serum injiziert erhalten hatten, keine der von Romanowitch
beschriebenen Krankheitszeichen bemerkt werden. Allerdings trat bei einigen
der Versuchstiere eine rasch voruebergehende geringe Verminderung der Fresslust
und anscheinend auch des Wohlbehagens ein, waehrend die Kontrolltiere hiervon
frei blieben. Auch war ein Stillstand, ja eine geringe Gewichtsabnahme
zu bemerken, was sich zwangslos aus der mangelnden Fresslust und der voruebergehenden
Indisposition erklaeren laesst, zumal bei der rasch eintretenden Rekonvaleszenz
die Gewichte wieder etwas anstiegen.
Das Endergebnis des Versuches IVa ist die Tatsache, dass auch nach Injektion von Serum schwer mit Trichinellen infizierter Seite 266 Meerschweinchen eine Giftwirkung des Serums nicht oder doch nur *andeutungsweise* eintrat. Versuch IV b (Neuinfektion).
Wenn wir die in obigem Versuch beobachteten geringen Störungen des Wohlbefindens der Versuchstiere, die etwas verminderte Freßlust, den vorübergehenden Stillstand der Gewichtszunahme, als die Folge einer Toxinwirkung des injizierten Serums gelten lassen wollen, so war die Vorbedingung zu einer Nachvergiftung dieser Versuchstiere mit Trichinellen - den Romanowitschen Versuchen entsprechend - gegeben. Es wurden also die Versuchstiere und die Kontrolltiere von
Versuch IVa mit je 8000 Trichinellen vergiftet. Diese Zahl erschien genügend,
denn, wie Versuch III lehrt, hatte eine Vergiftung mit 10000 Trichinellen
den Tod eines Tieres zur Folge. Es wurde aber dieses Mal ein anderer
Zeitpunkt für die Nachvergiftung gewählt. Bei Versuch I b
waren alle Störungen des Wohlbefindens nach der Injektion längst
überwunden, alle Tiere waren gesund und hatten an Gewicht schon
erheblich zugenommen (25 Tage nach der Injektion). Jetzt aber wurde die
Nachvergiftung schon 14 Tage nach der Injektion vorgenommen, zu einem Zeitpunkt
also, bei welchem die Versuchstiere eine gewisse Beeinträchtigung
des Wohlbefindens noch erkennen ließen, die sich in
verminderter Freßlust und im Stillstand und in der geringen Abnahme
des Körpergewichts ausdrückte. War diese Störung durch Toxine
bedingt,
so mußte sich nach Romanowitsch die Nachvergiftung als besonders
wirksam erweisen, da ja zu den schwachen Toxinen des injizierten
Serums noch die von den Trichinellen produzierten Toxine hinzukämen.
Ergebnisse des Versuches IVb.
Der Erfolg der Nachvergiftung war, wie bei Versuch I b, ein durchaus negativer. Denn 1) zeigte kein einziges der nachinfizierten Tiere irgendwelche
Krankheitserscheinungen.
Kontrolle
20. Nov. 280
310 310 290
290 290 270
320 350
320
4) Die Sektion der Meerschweinchen No. 20, 22 und 24 ergab eine starke Durchsetzung der Muskulatur mit Trichinellen, die Infektion war also wirksam gewesen. Zusammenfassung.
Ein Beweis der Romanowitchschen Sätze von der Giftigkeit des Serums stark trichinisierter Meerschweinchen und der starken Wirkung einer Nachvergiftung mit Trichinellen konnte auch durch diesen Versuch nicht erbracht werden. Seite 267 Versuch V. Vorbereitung. Am 28.Okt.1912 wurden 6 Meerschweinchen mit je 15000 Trichinellen vergiftet.
Wie bei Versuch IV a, so zeigten auch diesmal die infizierten Tiere Krankheitserscheinungen.
Sie nahmen, wie untenstehende Tabelle erkennen laesst, nur etwa 10 Tage
an Gewicht zu, dann trat Stillstand, bei einzelnen Tieren starkes Zurückgehen
der Gewichte ein.
Gewichtstabelle.
Ma Mb Mc Md Me Mf An den Tagen, welche durch fette Ziffern bezeichnet sind, zeigten die Tiere deutliche Krankheitserscheinungen, welche in Mattigkeit, Mangel an Freßlust, zunehmender Magerkeit, bei M d-M f auch in Dyspnoe und gegen Ende in starker Hinfälligkeit bestand. Wir konnten hoffen, diesmal ein wirksames Serum zu erhalten.
1 g Zwerchfell gefunden bei Mb etwa 9600 1 g Zwerchfell gefunden bei Mc etwa 8300
Wiederum wurde die Hälfte des Serums inaktiviert.
Ergebnisse des Versuches V.
Obwohl die infizierten Tiere sämtlich erkrankten, obwohl sämtliche Kontrolltiere an Trichinosis starben, obwohl die histologische Untersuchung bestätigte, daß die Infektion eine schwere gewesen war, zeigte das Serum keine Giftwirkung. Die mit dem Serum injizierten Tiere zeigten keinerlei Störung ihres Wohlbefindens, sie nahmen erheblich an Gewicht zu. Keines der Versuchstiere starb innerhalb der nächsten 35 Tage. Die von Romanowitch angegebenen Krankheitssyrnptome waren auch bei diesem Versuch nicht eingetreten. Seite 268 Gewichtstabelle:
Ma (infiz.)
Mb (infiz.)
Mc (infiz.)
Normales
Inakt. Ser. Nicht
Inakt. Ser. Nicht
Inakt. Nicht
Inakt. Ser. Nicht
Gewicht am Tage
Injiziert wurden
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- 15. Nov.
250
250 250 270 270 275
290 280 280
250 250
Versuch VI. Vorbereitung.
Am 5. Nov. 1912 wurden 6 Meerschweinchen mitje 18 000 Trichinellen vergiftet. Schon am 13.Nov. begannen die Tiere zu kraenkeln, frassen nicht mehr gerne. In den naechsten Tagen trat sehr rasch zunehmende Mattigkeit ein, auch Atemnot machte sich geltend. Die Gewichte, die in den ersten Tagen zugenommen hatten, gingen mit zwei Ausnahmen rasch zurueck. Da sich die Krankheitserscheinungen in den folgenden Tagen sich derart verschlimmerten, dass der Tod der Tiere zu befuerchten war, so wurden die hinfaelligsten Tiere schon am 18. Nov. 1912 entblutet, also 13 Tage nach der Infektion. Gewichtstabelle.
Ma Mb Mc Md Me Mf 5. Nov.
270 270 290
300 300 290
NB. Die fettgedruckten Zahlen sollen andeuten, dass an diesen Tagen deutliche Krankheitserscheinungen wahrnehmbar waren. Seite 269 An Trichinellen wurden gefunden:
Bei Mb annaehernd 12 000 in 1 g Kaumuskel Bei Mc annaehernd 10 300 in 1 g Kaumuskel
Injiziert wurde das Serum am 19. Nov. 1912, also 14 Tage nach
der Infektion.
Gewichtstabelle.
Ma
Mb
Mc
Kontrolle
19. Nov.
310 310 310
240 245 250 270
270 280 250
250
Ergebnis des Versuches VI.
a) Der Infektion: Die Zahl der einverleibten Trichinellen war eine sehr grosse (18 000
Stueck).
b) Der Injektion: Trotz dieser Vorbedingungen erwies sich das Serum nach der Injektion als nicht toxisch. Keinerlei Wirkung konnte beobachtet werden. Die Versuchstiere zeigten nicht die geringste gesundheitliche Stoerung. Das Koerpergewicht stieg andauernd un gleichmaessig. Keines der Tiere starb innerhalb der naechsten 6 Wochen. Seite 270 Versuch VII. Vorbereitung
Am 30. Nov. wurden 3 Meerschweinchen mit je 23 000 Trichinellen vergiftet.
Alle 3 Tiere erkrankten schon am 4. und 5. Dez., also noch zur Zeit der
Darmtrichinosis.
Ma Mb Kontrolle Mc 30. Nov.
300
310
280
Anmerkung: An den Tagen, welche durch fette Ziffern bezeichnet sind, waren deutliche Krankheitserscheinungen zu bemerken. An Trichinellen wurde gefunden in 1 g Kaumuskel
bei Mb 10 000 bei Mc 12 500 (Kontrolltier)
Injiziert wurde das Serum am 13. Dez., also 13 Tage nach der Infektion.
Das Serum des Mb wurde dem M 49, 50 und 51 injiziert.
Ma
Mb
Kontrolle Mc
13. Dez.
290 270 300
250 240 340
320 320
Auch spaeter konnte an den Tieren keine Abnahme des Gewichtes bemerkt
werden.
Ergebnisse des Versuches VII.
a) Der Infektion: Obwohl eine sehr grosse Menge von Trichinellen verfuettert worden war, obwohl die infizierten Tiere schwer an Trichinosis erkrankten und das Kontrolltier schon 14 Tage nach der Infektion an Trichinosis starb, war das Resultat Seite 271 b) Der Injektion: ein durchaus negatives. Das Serum war vollstaendig wirkungslos. Keines
der Versuchstiere erkrankte, keines starb an den Folgen der Injektion.
Fassen wir die E r g e b n i s s e all unserer Untersuchungen zusammen, so kommen wir zu folgenden Sätzen: Die Angabe Romanowitchs, daß das Serum trichiniger Meerschweinchen und Ratten giftig wirke, konnte bei ausgedehnter Nachuntersuchung ebensowenig bestätigt werden wie die Angabe, daß eine bestimmte quantitative Kongruenz zwischen der Schwere der Infektion und dem Maße der Giftwirkung des Serums bestehe. Selbst das Serum allerschwerst trichinös infizierter Tiere wurde als nicht toxisch befunden bei Einhaltung der gleichen Versuchsanordnung, wie sie Romanowitch angewendet hat. Auch die Beobachtung konnte nicht bestaetigt werden, daß Tiere, welche mit dem Serum trichinöser Tiere vorbehandelt sind (eingespritzt wurden), einer folgenden, nur leichten Trichinelleninfektion eher erliegen, daß also gewissermaßen sich die Giftwirkung der Trichinellen zum Gifte des eingespritzten Serums addiert. Gesundheitsstörungen, wie sie mitunter nach der Seruminjektion in unseren Fällen zu beobachten waren (Versuch 1 und Versuch 4), können sehr wohl auch anders als durch eine Serumgiftigkeit erklärt werden. Sie können ganz unabhängig von der Serumeinspritzung zustande gekommen sein, z. B. als Folge der Fütterung, wie man das nicht selten in großen Gehegen solcher Stalltiere beobachten kann. Auch die nur kurz und summarisch erwähnten Blutuntersuchungen an Tieren, die mit Serum trichinöser Tiere vorbehandelt worden waren, berechtigen zu der Annahme, daß dies Serum keine Gifte im Sinne Romanowitchs enthält. Es muß sonach den Mitteilungen Romanowitchs die Rolle abgesprochen werden, die klinischen Erscheinungen bei der menschlichen Trichinellenkrankheit zu erklären, welche offenbar auf toxischer Wirkung beruhen. Literatur.
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